Rechte, Richter & Probleme

Stefan D.
Frankenweg. 1
9XXXX Frankenhausen                                              04.01.2015

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Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth
Fürther Str. 112
90429 Nürnberg

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Strafantrag gegen Richter XXXXX, Richter „am“ Finanzgericht und gegen die Justizangestellte XXXXXXXX

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Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erstatte ich Strafantrag gegen den Herren XXXXX, Richter „am“ Finanzgericht in Nürnberg und die Justizangestellte Frau XXXXXXXX. Mein Strafantrag begründet sich auf Falschbeurkundung, im näheren Verstoß gegen § 40 BeurkG. Ferner erwarte ich von Ihnen eine Überprüfung, ob Herr XXXXX ein gesetzlicher Richter gemäß Art. 101 GG ist, da er sich als Richter „am“ Finanzgericht bezeichnet und nicht als Richter „im“ Finanzgericht. Im Folge dessen, daß das Urteil, wegen der Falschbeurkundung“ nicht rechtsgültig ist, erstatte ich auch Anzeige wegen organisierter Bandenplünderung §243 StGB,sowie alle weiteren in Bedacht kommenden Verbrechen.

Meinen Antrag erkläre ich wie folgt:

Als Folge einer persönlich ausgesprochenen Bedrohung durch den Finanzbeamten XXXXXX am sog. Finanzamt Hersbruck fordere ich eine rechtsgültige Unterschrift unter meinem sog. Steuerbescheid, damit eine persönliche Haftung nach § 839 BGB des Herrn XXXXXX gegeben ist.

Ich berufe mich hierzu auf die nach wie vor ungeklärte Rechtsgültigkeit der sog. Abgabenordnung. Weder vom Finanzamt noch von dem Finanzgericht wurden folgende Fragen auch nur ansatzweise angesprochen, weshalb hier von vorsätzlicher Täuschung aus zu gehen ist. Hier noch einmal für Sie die offenen Fragen:

Bei dem EStG, auf welches Sie sich berufen, handelt es sich um ein Gesetz, daß meiner Auffassung nach nicht den Vorgaben des Art. 19 Absatz 1 GG entspricht. Es werden weder alle einschränkbaren Grundrechte benannt, noch werden die hierzu gehörenden Artikel des Grundgesetzes zitiert.
Sofern es sich bei dem EStG um ein einfaches Gesetz handelt, das aufgrund eines Gesetzes zustande gekommen ist, bedarf es eines speziellen Gesetzes, das die Voraussetzungen des Art. 19 Abs. 1 GG erfüllt.
Zudem Bedarf es einer Norm, aus der hervorgeht, wann dieses Gesetz in Kraft getreten ist. Sofern Bezug auf die Abgabenordnung von 1977, die bis heute Anwendung findet, genom-men wird, fehlt es an dem Inkrafttreten des Gesetzes.

Diese grundrechtlichen Fragen wurden nicht ansatzweise angesprochen, weshalb die Vermutung zu Recht besteht, daß die Steuererhebung in der BRD illegal ist. Ansonsten müßte man sich vor einer Unterschrift nicht so massiv wehren und als Finanzgericht diese Fragen ausblenden!

Bevor ich nun auf formale Fehler eingehe, zitiere ich den wichtigsten Satz des „Urteils“.

„Durch den faksimilierten Dienststempel übernimmt der Freistaat Bayern als juristische Person die Verantwortung für die bekannt gegebenen Steuerbescheide, was eine Namensgebung des erlassenen Beamten nicht erforderlich macht.“

Diesen Satz mußte ich mindestens 3x lesen, um seine ganze Tragweite zu verstehen:

  1. Dienststempel und nicht Amtsstempel; Hier bestätigt mir Herr XXXXX, daß das Finanzamt eine weisungsgebundene Organisation ist
  2. Freistaat Bayern als juristische Person; Hier bestätigt mir Herr XXXXX, daß der Freistaat Bayern eine Firma darstellt. Wenn ich also als GmbH Menschen um Geld betrüge und danach die GmbH (sie ist ja eine juristische Person) so bin ich als Betrüger rechtlich aus dem Schneider. Es dürfte Ihnen bekannt sein, daß der Freistaat Bayern nie gegründet wurde, da es an einer Gründungsurkunde mangelt.
  3. Es wird hiermit versucht den § 839 BGB aus zu hebeln

Im § 839 BGB steht Folgendes:

§ 839 Haftung bei Amtspflichtverletzung
(1) Verletzt ein Beamter vorsätzlich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht, so hat er dem Dritten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Fällt dem Beamten nur Fahrlässigkeit zur Last, so kann er nur dann in Anspruch genommen werden, wenn der Verletzte nicht auf andere Weise Ersatz zu erlangen vermag.
(2) Verletzt ein Beamter bei dem Urteil in einer Rechtssache seine Amtspflicht, so ist er für den daraus entstehenden Schaden nur dann verantwortlich, wenn die Pflichtverletzung in einer Straftat besteht. Auf eine pflichtwidrige Verweigerung oder Verzögerung der Ausübung des Amts findet diese Vorschrift keine Anwendung.
(3) Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Verletzte vorsätzlich oder fahrlässig unterlassen hat, den Schaden durch Gebrauch eines Rechtsmittels abzuwenden.

Zu erst einmal gilt fest zu halten, daß der Punkt 3 erfüllt ist, da ich darauf hinweise, daß die Steuererhebung in der BRD illegal ist.

Dann gilt fest zu halten, daß er für die obliegende Amtspflicht haftet (Punkt 1), obwohl er in einem weisungsgebundenen Dienstverhältnis zum Freistaat Bayern steht.
Diese Situation interessiert mich nun wenig, nachdem ich von Herrn Wager persönlich bedroht wurde und er erkennen ließ, daß die Steuerzahler für Ihn nur rechtlose Sklaven sind. (Sie haben ja auch nur die Staatsbürgerschaft „deutsch“).

Aus diesem Grunde bestehe ich weiterhin auf eine Unterschrift des Herrn XXXXXX im Finanzamt Hersbruck. Es liegt daher in Ihrer Verantwortung, daß das Finanzgericht Nürnberg die Unterschrift unter dem Steuerbescheid erwirkt.

Nun zu den formalen Fehlern im Finanzgericht, die man nicht korrigiert, bzw. erklärt, weshalb dieser Strafantrag leider notwendig ist.

Zuerst einmal hat mir Frau XXXXXXXX bestätigt, daß es eine Urschrift gibt und mir diese bestätigt. Kurios ist nur, daß eine andere Verwaltungsangestellte sich um diese Urschrift kümmert. Frau XXXXXXXX hat entgegen der Unterschriftenrichtlinie nur mit dem Nachnamen unterschrieben, was nicht zulässig ist. Wenn man den ganzen Sachverhalt überprüft, hat Frau XXXXXXXX eine Negativbeglaubigung ausgestellt, da sie von einer Urschrift ohne Notar schrieb.
Sehen Sie hierzu die scheinbare Beglaubigung von Frau XXXXXXXX.

dotzauer

Der Unterschied zwischen einer Urkunde und einer Urschrift ist der, daß eine Urschrift nur eine Willenserklärung darstellt und eine Urkunde ist rechtsverbindlich.

Da mich diese ganze Thematik „Negativbeglaubigung“ nicht in Ruhe ließ, habe ich mir ihre Urschrift angesehen und nachdem eine Kopie nicht zulässig war photographiert. Hierbei stellte ich gravierende Formfehler fest:

sd 15

  1. Fehler
    Herr XXXXX hat ebenfalls nur mit seinem Nachnamen unterschrieben, was nicht zulässig ist
  2. Fehler
    Unter der Unterschrift des Herrn XXXXX steht nicht seine Funktion im Finanzgericht
    Sehen Sie hierzu auch analog die Bezeichnung „Justizangestellte“ bei Frau XXXXXXXX
  3. Fehler
    Es fehlt das Siegel des Finanzgerichtes neben der Unterschrift des Herrn XXXXX
    Sehen Sie hierzu auch analog das Siegel, welches die Justizangestellte XXXXXXXX, auf meinem Schreiben plaziert hat.
  4. Fehler
    Die ganze Seite kann einfach entfernt oder verändert werden, da keine Seite auch nur ansatzweise die Siegel des Finanzgerichtes tragen.
  5. Fehler
    Herr Regierungsrat Ott hat mir bestätigt, daß Frau XXXXXXXX wirklich die Urschrift bestätigt hat. Ferner bestätigte er mir schriftlich, daß Frau XXXXXXXX keinen Notarstatus hat und keine Notare bei der Beglaubigung der Urschrift anwesend waren. Damit verstieß Frau XXXXXXXX gegen § 40 Beurkundungsgesetz.

Im § 40 Beurkundungsgesetz Beglaubigung einer Unterschrift steht Folgendes:

(1) Eine Unterschrift soll nur beglaubigt werden, wenn sie in Gegenwart des Notars vollzogen oder anerkannt wird.
(2) Der Notar braucht die Urkunde nur darauf zu prüfen, ob Gründe bestehen, seine Amtstätigkeit zu versagen.
(3) Der Beglaubigungsvermerk muß auch die Person bezeichnen, welche die Unterschrift vollzogen oder anerkannt hat. In dem Vermerk soll angegeben werden, ob die Unterschrift vor dem Notar vollzogen oder anerkannt worden ist.
(4) § 10 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1 gilt entsprechend.
(5) Unterschriften ohne zugehörigen Text soll der Notar nur beglaubigen, wenn dargelegt wird, daß die Beglaubigung vor der Festlegung des Urkundeninhalts benötigt wird. In dem Beglaubigungsvermerk soll angegeben werden, daß bei der Beglaubigung ein durch die Unterschrift gedeckter Text nicht vorhanden war.
(6) Die Absätze 1 bis 5 gelten für die Beglaubigung von Handzeichen entsprechend.

Herr RRRRRRRRRR bestätigte mir schriftlich, daß diese Vorschrift im Finanzgericht vollkommen außer acht gelassen worden ist:

ottFrau… hat nicht die Stellung eines Notares… Es waren keine Notare bei der Beglaubigung der Unterschrift vorhanden…

*

Nun stellt sich mir die Frage, wer Herr XXXXX eigentlich ist. Er bezeichnete sich einmal als Richter am Finanzgericht. Am heißt dabei und nicht zugehörig. Zugehörig wäre „im Finanzgericht“. Da ich davon ausgehe, daß er sich nicht um das Dach oder die Gartenanlage des Finanzgerichtes kümmert, frage ich mich, welche Tätigkeiten er ausübt. Bringt er z.B: die Post vom Briefkasten ins Gericht? Bitte unterbreiten Sie mir den Beweis, daß es sich um einen Richter mit der Staatsangehörigkeit Deutschland handelt, der den Vorgaben des Art. 101 GG erfüllt.

Da ich mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg schlechte Erfahrungen (sie ahndete vorsätzlich den Diebstahl der Polizisten SchXXXX und BarXXXXXXX durch die PI Feucht nicht) habe und durch http://www.nuernbergwiki.de in den Fällen Mollath und Peggy Knobloch, gewaltige Rechtsbrüche begangen hat, werde ich dieses Schreiben anonymisiert auf Internet-Newsblogs plazieren lassen.

Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Stefan D.

 

4 Gedanken zu „Rechte, Richter & Probleme

  1. PROLOG:

    Ich besprach mit einem meiner Söhne die von mir gestellte Frage. Er ergänzte, daß aktuell in deutschen Radiosendungen haarklein über die Gräuel der Roten Armee bei ihrem Einmarsch in das Deutsche Reich berichtet wird. – Es wird also Stimmung gegen den Russen gemacht. Interessant daran ist, daß dies ohne aktuellen Anlaß geschieht. Und ebenso interessant ist der Umstand, daß dieselben Medien, welche bisher nur gegen Deutschland und seine Wehrmacht hetzten, spontan umschwenkten und nun auf Putin eindreschen! Nichts in dieser Besatzungsrepublik ist unmöglich, und jeder kann der nächste sein, dessen Ehre beschnitten wird!

    Eine der Flüchtlinge landete in Betzdorf. Der Ort liegt in der französischen Zone, und der Franzmann ließ bis Anfang der Fünfziger überhaupt keine Flüchtlinge aus dem Deutschen Osten in sein Gebiet. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die Ostpreußen ankamen. Hier, in “Die Welt” wird nur geschildert, daß die Polen einen Dreijährigen ersäuften, weil er sich angeblich weigerte Polnisch zu sprechen. Die Erzählungen der anderen Flüchtlingsfamilien waren um ein Vielfaches grausamer und dramatischer!

    VON MIR ÜBERARBEITETER DIALOG AUS LUPO CATTIVO:

    Markiko sagte

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber meine Eltern haben ihren Mund ja auch nie aufgemacht und sie waren als junge Menschen dabei. Mein Vater stand mit 17 vor Hitler bevor er nach Russland geschickt wurde und meine Mutter war wohl (ich weiss es nicht ganz genau in der Kinderlandverschickung), das war bevor die beiden sich kennenlernten. Leider weiss man nix Genaues, ja und leider ist keiner mehr da den man fragen könnte. Beide schon längst nicht mehr auf dieser Welt (aber hoffentlich da wo sie sich nicht mehr so schinden müssen). Jetzt ist mir gerade eingefallen, wo wir schon mal beim Thema sind:

    Mein Vater ist April 1925 geboren, März 1980 verstorben, also knapp 55 Jahre alt. Nach der Beerdigung hab ich meine Mutter auf einen geplanten Urlaub mitgenommen. Dort, als sie etwas zur Ruhe kam erzählte sie mir folgendes: Mein Vater, sein Name war Werner, stand mit (nun gut ich weiss es nicht genau ob er 16 oder) 17 Jahre alt war in Berlin auf irgendeinem Platz in der Stadt. Parade, Hitler ist mit seiner Entourage im Anmarsch, die Jungs stehen Spalier, der Führer begrüsst jeden persönlich und fragt nach der Familie, Werner wurde vom Führer befragt “Na Junge, haste denn auch Geschwister?). “Ja Führer noch vier Brüder.” “Na dann machs mal gut Junge und komm heil wieder nach Haus”.

    Soweit war es wohl mehr oder weniger original abgelaufen. Viel später, als Hitler verteufelt wurde, mein Vater aus Russland nach endlosen Jahren zurück war, schwer verwundet, ein Auge verloren, seinen besten Freund verloren hatte und sicher noch vieles mehr was ich nicht weiss und wohl auch nie mehr in Erfahrung bringen werde, erzählte mir meine Mutter eben kurz nach seiner Beerdigung, dass er viel später danach, also nach der Begegnung mit Hitler gesagt hatte: “Ja, aber warum hat mir das denn keiner gesagt, ich hätte ihn doch abknallen können, ich hatte doch eine Waffe im Halfter, er stand doch direkt vor mir.”

    Nur eine Episode, eigentlich die einzige die ich kenne von meinem Vater. Frage an mich: Was soll ich nach den neuesten Erkenntnissen und dem neuesten Wissen davon halten? Ich denke mal, gut dass er damals nicht so gedacht hat wie nach dem Krieg gedacht wurde, sonst hätte er garantiert das Falsche getan.

    Ich bin ja dann später geboren und musste als kleines Mädel seine Traumata aushalten, aber er war schon ein armer Kerl, den Rest seines Lebens Alkoholiker, die Kinder geschlagen (wir sind 5, die anderen haben alles abgekriegt, ich weniger die Schläge, aber seine Weinkrämpfe und seelischen Erschütterungen. Ist schon schlimm als kleines Mädchen oder Jugendliche seine Ausraster mitzukriegen). Aber iich beschwere mich nicht, er war einfach ein armer Kerl und ist viel zu früh dann an Krebs verstorben. Ich bin heute schon älter als er damals war. Damit solls auch gut sein.

    Er hat zwar gaanz viel gequalmt, den ersten Tumor fand man hinterm Ohr, der wurde rausoperiert, danach halbseitig gelähmt. Danach Tumor hinter dem anderen Ohr und dann hiess es, operieren geht nicht mehr, weil wäre komplett gelähmt gewesen und es hätte nichts mehr gebracht. Mein Vater war ein grosser stattlicher Mann, hat sein Leben lang schwer malocht. Was ich lange nicht wusste: er musste mit seinen Eltern und Brüdern aus Pommern flüchten, von der Ostsee, der Ort hiess Palzwitz, mit Pferd und Wagen, Bauernhof verlasssen und immer gen Westen zu Fuss laufen bis nach NRW. Zum Schluss war er austherapiert, konnte nach Hause gehen, meiner Mutter hatte man eine Ampulle Morphium in die Hand gedrückt, sie musste dann sehen wie, wann und wieviel sie ihm gestattet zu verabreichen. Letztendlich war er nur noch ein klapperiges Gerippe und ist elendig verreckt, kurz vor seinem 55. Geburtstag. Ich hab ihn noch mal gesehen, als er im Sarg lag – er sah aus wie mindestens 100 Jahre alt. Jetzt muss ich fast schon wieder weinen, ein trauriges Leben. Am 29.3. ist er schon 33 Jahre nicht mehr unter uns.

    Auf der Flucht hat sein jüngster Bruder Selbstmord begangen. Das hab ich erst vor 2 Jahren erfahren. Der Bruder, den ich nicht kannte, natürlich nicht, hiess Fritz. Ab dann wollte mein Vater immer Fritz genannt werden von Freunden und Bekannten. Erst vor kurzem habe ich also verstanden warum und woher immer dieser Fritz kam.

    MEINE ANTWORT:

    @ Markiko

    Beim Lesen Deiner Zeilen war sie wieder da, unsere chaotische Nachkriegskindheit. Wer die nicht verinnerlicht hat, der kann die Generation der 1920-iger deutschen Eltern überhaupt nicht verstehen. Meine jüngeren Verwandten jedenfalls, die wissen nur eines, und das wissen sie täglich um so besser, nämlich daß der alte Vater ein Unmensch ist.

    Spontan erinnere ich an die Vereinsvermögen, welche bei der Gleichschaltung der Vereine mit der HJ vor den Nazis in Sicherheit gebracht wurde. Bei uns hatte der CVJM ein wunderbares Vereinsgelände, das ein frommer Christ seiner evangelischen Kirche für einen Gotteslohn abkaufte, um es nach dem Ende der NS-Zeit brav an den CVJM zurück zu übertragen. Leider konnte sich der religiöse Eiferer aus der Vorkriegszeit nach 1945 überhaupt nicht mehr an diese Abmachung erinnern. Daher wartete er, bis aus dem großen Gelände Bauland wurde und mutierte dann zu den neuen Kriegsgewinnlern. Mein eigener Turnverein verlor so den Jahnplatz, eine Wettkampfstätte vom Allerfeinsten. Und fast überall ging auf solch schäbige Weise das ehemalige genossenschaftliche Vereinsvermögen in die Hände von modernen Finanzoptimierern über.

    Ebenso läßt mich die Erinnerung an das massenhafte Rückgratbrechen unserer väterlichen Vorbilder aus der Kriegszeit nicht los. Da mußten aufrechte Männer je nach ehemaliger Glaubenszugehörigkeit sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche sonntags öffentlich vor der versammelten sogenannten Kirchengemeinde erscheinen und vom Nationalsozialismus abschwören, bevor sie erneut ihre angestammte Arbeitsstelle aus der Vorkriegszeit antreten durften. Widerstanden oder seelisch verkraftet haben das nur wenige. Gut, die Post-45-er-Polizei achtete damals streng auf Einhaltung der neuen Besatzungsregeln. Schließlich saß die Mehrheit dieser Besatzungsknechte bis zum Einrücken der Alliierten selbst im Gefängnis, weil sie offiziell von der deutschen Justiz dazu verurteilt worden war. Als aber die feindlichen Truppen auch die Gefängnisse einnahmen, sperrten diese einfach die davor entwaffnet wartenden rechtmäßigen Polizisten ein und ernannten die entlassenen Kriminellen zur neuen Ordnungsmacht.

    Dann waren da die Selbstmorde. Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, in welcher Häufigkeit die begangen wurden. In unserem Nachbarhaus hing sich um 1950 ein Vater mit seinen beiden kleinen Töchtern auf. Der Gymnasiallehrer für Geschichte beendete sein Leben mit Zyankali. An der abgelegenen Flußaue fand man bis Mitte der Fünfziger regelmäßig erhängte Männer. Ein Verwandter, 14/18 hochdekoriert wählte 51 den Freitod im Stauwehr. Dann gab es die vielen, welche den berühmten Gashahn aufdrehten. Bei diesen und vielen sogenannten Arbeitsunfällen wurde der eigentliche Selbstmord gerne verschleiert. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, daß meine Mutter sich zusammen mit mir von einer Staumauer stürzen wollte.

    Melde, ach ja, die wuchs bei uns auch im Garten, und man machte daraus ein Gemüse, welches dem Spinat ähnelte. Ich kriegte das Zeug aber nie runter, weil ich als Kleinkind gezwungenermaßen einem Gespräch unter entlassenen deutschen Kriegsgefangenen zuhören mußte. Und dabei berichtete einer, daß in ihrem Gefangenenlager Berge von Melde lagerten, auf denen man tagelang die erschossenen und gehängten sogenannten deutschen Kriegsverbrecher zwischenlagerte. Die Gefangenen wurden möglichst oft an dieser Konstellation vorbei geführt, vor allem dann, wenn sie zur Essensausgabe mußten. Und zu essen gab es täglich nur gekochte Melde. Diese Erzählung ging mir nie aus dem Kopf. Erst sechzig Jahre später erfuhr ich, daß es sich hierbei nicht um das Erlebnis eines einzelnen deutschen Landsers handelte, Es gibt sogar ein Buch, indem von der besagten Melde die rede ist. Das Ereignis trug sich zu im Kriegsgefangenenlager „Auf den Rheinwiesen“ Und das Buch heißt: „Mensch auf den Acker gesät’

    Zum täglichen Mangel kamen die Kriegsschäden, die es zu beseitigen galt. Ich erinnere mich noch an Hundertschaften von deutschen Männern, die ehemalige Kampfgebiete mit dem Spaten umgraben mußten, um nach Menschenresten und Munitionsresten zu suchen. Die halbverwesten Menschenteile kamen auf einen Haufen und das gefundene Metall auf einen anderen Haufen. Hieronymus Bosch hätte hier allerbeste Motive vorgefunden. Trotz derartiger frühen Kindheitserfahrungen kam ich von einem Besuch im zertrümmerten Köln völlig verstört zurück.

    Der 1888 geborene Großvater kämpfte 14/18 und 39/45 im Westen wie im Osten. Als SA-Mann gelang es ihm, zunächst seine Gefangennahme zu verhindern. Er schaffte es, sich bis in die französische Zone durchzuschlagen. Als seine buckelige Verwandtschaft davon hörte, sorgte der mit ihm verwandte Pastor dafür, daß man ihm in Dietz an der Lahn seinen preußischen Ungeist aus dem Balg prügelte. Seine Abwesenheit nutze seine Scheinheiligkeit aus der nahen Klosterkirche dann dazu, allen im Dorf zu erzählen, daß der Heimkehrer in Polen die allergrößten Verbrechen begangen habe. Seine im Sterben liegende Schwiegermutter knickte ein und vermachte dem Kloster nach langem Abwerkampf die besten Ackerflächen. Daraufhin mutierten Ehefrau und Kinder zum Vaterhasser aber vor allem zum Deutschlandhasser. Als der Herr mit gebrochenem Rückgrat in Dietz entlassen wurde, empfing ihn seine Familie wie eine Partisanenbande. Er hatte praktisch hinfort nichts mehr zu sagen. Und wenn er doch mal seinen Willen durchsetzen wollte, dann drohte sein eigenes Fleisch und Blut damit, ihn beim Franzmann für die angeblichen Untaten in Polen anzuzeigen, von denen der Pfaffe zuvor großmäulig phantasiert hatte. Natürlich durfte er nicht in seinen Beruf an der Post zurück, wo er bis zur Kapitulation eine leitende Funktion bekleidet hatte. Jetzt sollte er die Trümmern der zerstörten Bahn beseitigen. Ich weiß, daß er mehrmals den Anlauf machte einige Widersacher ins Grab zu befördern. Die dazu passenden Mordinstrumente hat er mir mehrfach gezeigt. Aber irgendwann war ihm alles gleichgültig.

    Als 1950 die ersten Flüchtlinge aus dem Osten kamen und ich mich mit deren meist völlig verstörten Kindern anfreundete, drohte auch ich seelisch zu vergehen. Bis dahin hatten wir nur Flüchtlinge aus Elsaß-Lothringen. Die gab es wirklich, auch wenn das heute niemand mehr wahrhaben will. Wenn ich abends einschlief, hatte ich immer das Gefühl, daß ich zusammen mit den Ostflüchtlingskinder im Fegefeuer auf den Teufel warten würde. Damals habe ich beschlossen einfach schon mal zu sterben. Auf jeden Fall wollte ich mich vor der Unsicherheit befreien und klar Stellung beziehen: Das heißt ich wechselte innerlich auf die Seite der Besiegten, um dort meinen klitzekleinen kindlichen Abwehrkampf zu beginnen. Ich erklärte mich einfach selbst für zum Tode verurteilt und hatte seit dem auch keine Angst mehr vor dem Sterben. Gut, dem Tod begegnete man damals im Alltag fast täglich. Auch im Kino wurden minutenlang Erschießungen und Erhängungen von Deutschen durch die Alliierten gezeigt. Dorthin schleppten die Erwachsenen damals Kleinkinder, nichtsahnend welche Schäden solch ein Kinobesuch verursachen würde. Ganz selbstverständlich wurde im Alltag haupsächlich und andauernd von unterschiedlichen kriegerischen Grausamkeiten gesprochen, so daß mich eigentlich kaum noch etwas erschüttern konnte als Klassenkameraden Weinkrämpfe bekamen, wenn sie von den Schrecken des Krieges hörten

    Aber heute, werte Markiko, ist das alles gar nicht mehr wahr. Es interessiert sich auch niemand für Deine und meine Geschichte, und die wenigen, die mich verstehen wollen, die glauben mir nicht. Selbst die jüngeren Geschwister halten mich für einen Phantasten und den Vater und Opa für Unmenschen. Wie gut, daß ich eigentlich schon lange tot bin!

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