Islam und Vorurteile

chamenei voltaireneterschienen bei voltairenet

von Ali Chamene’i

Für Ali Khamenei basiert die Presse Kampagne gegen den Islam, die nach den Anschlägen in Frankreich derzeit wiederbelebt wird, auf einer Fiktion und führt zu Gewalt. In diesem Text, sehr weit entfernt von der Idee, die man sich im Westen von dem obersten Führer der islamischen Revolution machen kann, ruft er die Jugend in Europa und Nordamerika nicht auf, um sich zu konvertieren, sondern um sich nicht manipulieren zu lassen.

Haben Sie die Botschaft des Islam schon durch eine andere Quelle als den Medien erhalten?

Die jüngsten Ereignisse in Frankreich sowie andere ähnliche, von manchen westlichen Ländern, haben mich überzeugt, Ihnen diesen Beitrag zu geben. Ich habe beschlossen mich direkt an Sie zu wenden, nicht aus dem bewussten Willen, Ihre Eltern zu umgehen, sondern weil die Zukunft Ihres Landes in Ihren Händen liegt, und weil die Suche und die Forschung nach Wahrheit für Sie wichtiger ist. In ähnlicher Weise versuche ich hier nicht, zu den Politikern zu sprechen, weil ich glaube, dass sie bewusst die Wege der Politik von jenen der Ehrlichkeit und Offenheit getrennt haben.

Das Thema, das ich hier mit Ihnen diskutieren möchte, ist der Islam und, genauer gesagt, das Bild, das ihnen von ihm gezeigt wird. Seit zwei Jahrzehnten, d.h. kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, wurde alles getan, um diese Religion als einen zu fürchtenden Feind darzustellen. Das Aufwiegeln der Angst- und Hass Gefühle und ihre Verwendung für wenig lobenswerte Ziele haben leider schon ein langes Passiv in der politischen Geschichte des Westens. Es ist nicht die Rede, hier die verschiedenen Phobien zu erwähnen, die im Rahmen der westlichen Nationen vermittelt werden konnten. Ein schnelles Durchsuchen der aktuellen historischen Studien gestattet Ihnen selbst zu verstehen, dass die jüngsten historiographischen Forschungen eine wesentliche Kritik an der Rolle der westlichen Staaten bei der Fälschung des Bildes anderer Nationen und Kulturen üben. Die Geschichte von Europa und den Vereinigten Staaten ist durch die Schande der Sklaverei und dann der Kolonisation gekennzeichnet, sowie von einer ganzen Reihe von Unterdrückungen und Ungerechtigkeiten gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderem Glauben. Ihre Forscher und Historiker haben zahlreiche kritische Studien dem Blutvergießen im Namen der Religion während des Streites zwischen Katholiken und Protestanten, oder im Namen der Nation oder der Ethnie während des ersten und zweiten Weltkrieges gewidmet.

Die Tatsache dass solche Fakten bestätigt wurden, verdient an und für sich schon Lob. Ich möchte jedoch hier nicht eine Bestandsaufnahme dieser langen Liste von unglücklichen Ereignissen machen, sondern eher Sie einladen, Ihre Intellektuellen zu fragen: Warum wacht das kollektive Bewusstsein im Westen immer erst mehrere Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte später auf? Warum ist dieses kollektive Bewusstsein ausschließlich auf Gegebenheiten einer fernen Vergangenheit gerichtet, aber ignoriert aktuelle Themen? Warum will man die Bildung einer allgemeinen Überlegung über ein so wichtiges Thema verhindern, wie den Weg, um die muslimische Kultur und Gedanken zu behandeln?

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Anm.: Herr Chamenei spricht für den Iran und die Schiiten. Inmitten europäischer Äußerungen, die oft nicht viel mehr als Mutmaßungen sind, sollten auch authentische Mohammedaner (wie es Bischof Williamson so treffend formuliert) gehört werden.

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