Frankreich und die islamische Frage: glaubwürdige Wahlmöglichkeiten für eine französische Zukunft

erschienen bei freies-oesterreich.net – Danke an Christoph

Aymeric Chauprade - Foto: wikimedia (cc)

Aymeric Chauprade, der bekannte französische Geopolitologe, Europaabgeordnete und Berater der Vorsitzenden des französischen Front National in internationalen Angelegenheiten, bat uns um Veröffentlichung dieses Textes – ein Wunsch, dem die Redaktion von freies-oesterreich.net sehr gerne nachkommt. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass es eben dieser – hier erstmals ins Deutsche übersetzte – Artikel und die in ihm geschilderten Positionen gegenüber der jüdischen Gemeinde war, der in Frankreich zu sehr emotionalen Reaktionen innerhalb und außerhalb des Front National führte und „viel Tinte fließen ließ“. Der Artikel verdient es jedenfalls, auch von unserer Seite aufmerksam gelesen zu werden.

Die Zeiten sind längst vorbei, als die arabische Welt von Entwicklung träumte, von Modernisierung, von der Säkularisierung eines sunnitischen Islams, der für christliche und schiitische Minderheiten nach wie vor eine Bedrohung darstellt. Es war die Zeit des arabischen Nationalismus, von Nasser über Hafiz al Assad bis hin zu Saddam Hussein. Die Zeit entwicklungsorientierter autoritärer Regime, die Frauen, Christen und allen Minderheiten einen Schutzwall gegen den sunnitischen Fundamentalismus boten ebenso wie die unvermeidliche Perspektive der demokratischen Öffnung, wenn man es zugelassen hätte, dass die internen Prozesse in ihrem bisherigen Rhythmus voranschreiten. Es war auch die Zeit, als die palästinensische Sache noch eine nationalistische Sache und noch keine islamische Sache war. Nur ist seitdem viel Wasser unter den Brücken geflossen und die Palästinensische Autonomiebehörde sowie die Fatah wurden von der Hamas ausgelöscht.

wir müssen das Verschwinden des arabischen Nationalismus zur Kenntnis nehmen

Die Zeit des arabischen Nationalismus ist längst vorbei. Zerfressen von der Korruption in der eigenen Elite, bewusst zerstört von der amerikanischen Politik(der Feind der nationalen Ölinteressen) ebenso wie vom gewaltigen strategischen Irrtum in Bezug auf Israel, mit dem eine Verständigung denkbar gewesen wäre, um die Existenz eines Palästinenserstaates und zugleich die Sicherheit des jüdischen Staates zu gewährleisten, hat der arabische Nationalismus sein eigenes Grab geschaufelt.

Im September 2001 löste die wahrscheinliche Kollusion eines Teils des amerikanischen tiefen Staates mit dem saudischen tiefen Staat (seiner Nachrichtendienste), was das quasi paroxystische Resultat einer monströsen Allianz war, die im Krieg Afghanistans mit den Sowjets entstanden war, eine weltweite Erdbebenwelle aus. Der sunnitische Fundamentalismus wütete, während die USA, die vom „Krieg gegen den Terrorismus“ profitierten, versuchten, der offensichtlich multipolaren Welt die Utopie eines unipolaren Projekts entgegenzusetzen.

Die Befürworter der amerikanischen Politik konnten nacheinander den Krieg in Afghanistan gegen die Taliban bejubeln, den Washington, Islamabad und Riad inszeniert hatten, die Vernichtung des Regimes von Saddam Hussein in Bagdad, die farbigen Revolutionen in Georgien und später in der Ukraine, um einem dank Wladimir Putin wiederaufsteigenden Russland standzuhalten oder gar die Politik der Isolierung Teherans unter dem Vorwand einer potentiellen iranischen Bombe.

Der „Arabische Frühling“ war nur ein düsteres katarisch-saudisches Festival, eine Fiktion des Westens. Katar und seine „Moslembrüder“ konnten sich die Regime Ben Alis in Tunesien, Mubaraks in Ägypten, Gaddafis in Libyen, den Terror und das Chaos in Syrien leisten. Saudi-Arabien versetzte Kairo den zweiten Schlag, indem es Mursi und seine Moslembrüder mit Hilfe ägyptischer Generäle beseitigte, aber es machte Katar dessen Einfluss auf die Terrorgruppen in Syrien streitig.

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