lachen Sie doch `mal Frau Bundeskanzlerin, das entspannt die Hängebacken

von H.-P. Schröder

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With a little help from

Zwerge zum Rapport!

Eine BKA Homestory

Bundeskanzleramt, 1. Dezember 2014, 9:30 Uhr

Frau Bundeskanzlerin Merkel am Schreibtisch, die Sekretärin hat gerade den Chefauswerter der Abteilung Statik und Statistik angemeldet.

MERKEL: „Herr Knüll, guten Morgen, was bringen Sie mir denn Schönes ? Lassen Sie es mich erraten: Es geht steil aufwärts. Wie letzten Monat und vorletzten und vorvorletzten.“

KNÜLL (sagt nichts, nachdem Merkel zuende ist und denkt „Entweder mache ich jetzt das Fenster auf oder sie geht unter die Dusche.“)

MERKEL: „Sie lächeln so vergnügt, also hervorragende Zahlen. Dann sparen wir uns das Ganze. Ich muß zum Friseur. Wir sehen uns dann nächsten Ersten.“

KNÜLL: „ Wenn ich bemerken dürfte, die Zahlen…“

MERKEL (ernst, gedehnt): „JAAA, was ist damit ? Stimmt etwas nicht ?“

KNÜLL (hastig): „Doch doch alles in Ordnung, die Monatsendabrechnung ist glänzend und müsste bereits ihrem Konto gutgeschrieben sein. Nur….“

MERKEL (lauernd, ihn fixierend): „Nur ?“

KNÜLL: „Die Ergebnisse liegen vor. Wenn ich in Erinnerung rufen dürfte, Sie hatten eine Aufschlüsselung der sozialen Herkunft der CDU-Wähler verlangt, sozusagen eine Schichttorte der Negerstämme … „

MERKEL: „Soll das jetzt witzig gewesen sein ? Von mir vielleicht, von ihnen nicht – sie kann das den Kopf kosten.“ (macht unwillkürlich eine Handbewegung Richtung getarntes Aufzeichnungsgerät, stoppt sie ab und sagt dann, etwas zu schnell:) “Aber keine Sorge, bei mir sind Sie sicher. Weiter!“

KNÜLL (wischt sich die Stirn): „Die Befragung ist abgeschlossen und ausgewertet. Hier ist der Bericht.“ (er tritt vor, legt eine Kladde auf den Schreibtisch.) „Ich darf mich jetzt empfeh… .“

MERKEL: „Haaalt, nicht so schnell, gerade Sie sollten wisssen, daß ich mit Zahlen nichts anfangen kann.“

(Obwohl Knüll Unwohlsein verspürt, überkommt ihn ein lustiger Einfall: „Ja, ja, Physik hat mit Zahlen null zu tun, das weiß doch jeder Depp.“

MERKEL: „Fassen Sie zusammen.“

KNÜLL: „Die wichtigste Ableitung aus der Auswertung der vorliegenden Erhebung, unter Berücksichtigung mehrerer Unschärfe…“

MERKEL (sehr freundlich und leise): „Herr Knüll ! Ich weiß ihre Besessenheit zu schätzen, aber Sie würden die Bürde des Tagesablaufes der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland spürbar entlasten, wenn Sie direkt zur Sache kommen. Danke.“

KNÜLL (räuspert sich, gepresst): „Also, also, es hat sich zweifelsfrei erwiesen, daß 99 Prozent der CDU-Wähler bildungsfernen bis bildungsresistenten Schichten entstammen. Eine eindeutig abgrenzbare soziale Kategorisierung ist nicht möglich.“ (Knüll macht eine Pause und zieht den Kopf ein.)

MERKEL: „Kein Wunder, daß sie so guter Laune sind. Eine Nachricht, wie sie besser nicht sein könnte. Das muß ich meiner Friseuse erzählen. Ist noch was ?“

KNÜLL (räuspert sich erneut): „Äh, äh, die versteckte Zusatzfrage hat ergeben, daß die Anzahl der Kretins abnimmt. In fünf Jahren….“ (er springt hastig zwei Schritte zurück)

MERKEL schießt wie eine Rakete aus dem Ledersessel, ein drolliger Anblick, eine schwabbelnde 156-Zentimeter-Kugel aus Hefeteig.

MERKEL (schäumend): „Was, was was ?“ (fasst sich abrupt) „Sie sind entlassen. Wir sehen uns nächsten Ersten. Auf Wiedersehen.“ (Sie beginnt Papierstapel hin- und herzuschieben, ohne sich weiter um Knüll zu kümmern.)

KNÜLL (schaut fassungslos, dann irritiert): „Auf Wiedersehen Frau Bundeskanzlerin.“

Knüll ab, Merkel greift nach der Tastatur der Wechselsprechanlage: „Machen Sie mir eine Verbindung mit dem Arschkriecher vom Dienst.“

(Es tutet mindestens acht Mal, dann eine Stimme:) „Fritsche“.

MERKEL (unter Schock. Nach einer Zehntelsekunde): „Falsch verbunden.“ (Sie will den Unterbrecher betätigen.)

FRITSCHE: „Ach die liebe Angie. Alles Plaste, falsche Taste oder was ? Das spart mir Wege. Um 12 erwarte ich dich in meinem Büro zum Leichenzählen. Du treibst es doch so gerne mit Statistiken, wie man hört.“ (Er lacht hämisch, dann knackt es, die Leitung ist unterbrochen.)

Merkel zieht sich an der Kante hoch, wackelige Knie, geht einmal um den Schreibtisch, schwer atmend, erschöpft plumpst sie in den Sessel, greift erneut zur Wechselsprechanlage: „Den Arschkriecher von der Bereitschaft.“.

(Es tutet einmal, dann eine weibliche Stimme:) „Bundesbildungsministerin Wanka. Bei der Arbeit.“

MERKEL (zuckersüß): „Meine liebe Frau Ministerin, liebe Wanka, ausgezeichnet, das trifft sich gut, daß gerade du Dienst hast. Du kannst dir denken warum ich anrufe.“

WANKA: „Nun….äh……“

MERKEL: „Richtig, es geht um die Bildungspläne. Deine tüchtige Vorgängerin hat ja im Prinzip alles wohlgeordnet hinterlassen. Wie weit bist du denn mit dem Ausfüllen? Fast fertig, nehme ich an. Treten alle am 1. Januar in Kraft ? Ausgezeichnet. Ausgezeichnet. Alles umgesetzt, so so. Auch die Vergabe von Studienplätzen an Asylbewerber ohne Deutschkenntnisse und ohne Muttersprache? Und das neue Bonuspunktesystem für Mut gegen Rechts? Ebenfalls mit aufgenommen. Schön, schön. Die Fördermittel für Tiefbegabtenstipendien müssen aufgestockt werden? Mehr Bewerber als erwartet? Das höre ich gerne, werde es weitergeben. Wie steht es mit der Lehrerausbildung ? Ah ja. Und die Stellenumbesetzungen? Professorenernennungen? In Arbeit? Vorzüglich. Die Direktiven an die Schulbuchverlage wegen notwendig gewordener indizierender Anpassungen an allerneueste wissenschaftliche Erkenntnisse ? Brav, brav. Ich bin stolz auf dich. Ganz die alte Schule, sieht man sofort. Genau. Wenn du mal` jemanden brauchst, dem du dich anvertrauen möchtest, ich habe jederzeit ein offenes Ohr für dich. Weiter so.“

Merkel unterbricht die Verbindung, schaut auf die Uhr und sagt: „Endlich. Mittagessen!“

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Ewald Stadler: Merkel ist die Gouverneurin des US-Bundesstaates „Germany“


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