jeden Tag eine gute Tat, jeden Tag einen „NSU“-Schwindel aufdecken

von H.-P. Schröder

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Vorspiel

Montag, 15. September 2014:
Wie konnte Susann Ew (m) inger am 17.11.2011 mit Zschäpes Fluchthandy einen Urlaubsplatz für 2012 buchen?
Die Frage ist nicht beantwortet.

Fakt ist, dass diese Frau Ew (m) inger über ihr Geburtsdatum am 29.11.2011 in der Kundendatei des Campingplatzes Göhren auf Rügen gefunden wurde:….  
Ort: Göhren auf Rügen
Zeitraum: 19.06. bis 5.07.2012.
Buchungsdatum im System dort: 17.11.2011. (9 Tage nach Verhaftung Zschäpe)
Ermittelt: 29.11.2011….
3000 Euro für 24 Nächte Campen.…. . Mehr davon bei:

http://wer-nicht-fragt-bleibt-dumm.blogspot.de/2014/10/die-urlaubsplanungen-2012-der-emingers.html

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Kaiserschmarren – Premiere

Angelus III

Das Lied von der Jelinek, von der Erowinger und vom Kaiser von Kalifornien und von deren Ende, dargebracht von Laien aus der Mitte der Gesellschaft. In einem Akt

Parabel nach einer Szene aus Peer Gynt, aus einer Inszenierung des Nationaltheaters Mannheim

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Die Darsteller in der Reihenfolge ihres Auftretens:

Der Kaiser von Kalifornien

Sechs Leprakranke

Ein leprakranker Diener

KDF, Hofkapellmeister (abwesend)

Elfriede*, mein Mädchen

Mussolini

Stalin

Eine Fliege (unsichtbar)

Ein Schafskopf

Ein Wurm

Die Opfer (anwesend)

Der Kaiser von Kalifornien hat einen Bärenfellmantel an und trägt um den Hals eine zwei Pfund schwere Platinkette. Wenn er lacht, blitzen seine Goldzähne. Wenn er lacht, dann klingt sein Lachen wie wenn rostige Töpfe voll lebendigen Menschenfleisches von Kreissägen zerbissen werden. Schrill, scheppernd, blutigwimmernd und gemein.

Er wird, in einem überdimensionalen Einkaufskorb sitzend, von sieben Leprakranken in unterschiedlichen Stadien des Verfalls, darunter einem in Livree, einem im Rollstuhl und einer Buckligen, auf die Bühne geschoben und beginnt seine Rede:

„56 Milliarden im letzten Monat, ohne die Sachwerte, damit lässt sich etwas anfangen. Im nächsten Monat sind es 100! 100 Milliarden!“ (zu den Leprösen) „Was steht ihr da und gafft. Verschwindet.“ (treten ab).

(Der Kaiser schiebt den linken Ärmel seines Bärenfellmantels hoch und zeigt dem Publikum 10 Brilliantrolexuhren, dann den rechten Ärmel und weist auf 10 eintätowierte Buchungsbestätigungen für De luxe Ostseeurlaube zwischen 2007 und 2011, dabei schaut er triumphierend von links nach rechts, und ruft) „Heh, heh“ (und) „Supersache, Supersache. A lot of fun.“

„KdF, Kraft durch Freude, sag` ich immer, alles für das Personal. Ich beweise es euch. Da lasse ich mich nicht lumpen, heh, heh.“ (ruft) „KDF, KDF“ (lauter) Ka De eF ! Wo steckt denn der Kerl ? Wozu habe ich einen Hofkapellmeister ? Er verschwendet wahrscheinlich wieder seine Zeit und mein Geld mit Kreuzigungsworten rätseln.“ (runzelt die Stirn, denkt angestrengt nach, plötzlich stolz) „Mein Mädchen!“ (ruft)

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„Elfriede! Elfriiiiiede !“ (Ein schlurfendes Geräusch ertönt in der Ferne, kommt näher. Eine ausgemergelte, hochgewachsene, alte Frau betritt langsam die Bühne, in einem kurzen Kleid, das aus einem Kartoffelsack genäht ist, Strumpfhosen, Ballerinaschuhe an den Füßen, die Haare zu zwei Jungmädchenzöpfen gebunden, dicker Lidstrich, die Augenbrauen rasiert. Auf ihrem Kopf wachsen Moose und Flechten, der untere Teil ihres Gesichtes wird von einer Maske in Form querstehender Schamlippen verdeckt.)

 

„Na endlich, warum dauert das immer so lang.“ (Er sieht sie an, wirkt genervt.) Nimm`das sofort ab, ich dulde keine derartigen Albernheiten in meiner Umgebung. Wie oft soll ich das denn noch sagen, dusselige Kuh.“

(Ein freudiges Jungmädchenkichern wird über Lautsprecher eingespielt, die Alte zieht langsam die Maske ab, zum Vorschein kommt ein grellrot überschminkter Mund, der wie zwei Schamlippen aussieht. Der Kaiser richtet sich in seinem Einkaufswagen auf, zitternd vor Wut ballt er die Faust, droht ) „Du, du…“

 

(Die Alte mit hoher Mädchenstimme) „Sie wünschen Gebieter ?“ (Der Kaiser von Kalifornien beruhigt sich etwas, ist aber immer noch verärgert.) „Bring` mir die Armenkasse !“

„Ich habe sie immer bei mir, Herr. Hier…“

 

(Das alte Mädchen dreht sich um, steht mit dem Rücken zum Publikum und fängt an, vor sich hin zu murmeln, während sie sich in den Schritt greift und dort herumdrückt. Sie scheint jedoch nicht zu finden, was sie sucht. Ihre Bewegungen werden hastiger, sie gerät in Panik und beginnt erst zu fluchen, dann zu stöhnen.)

 

„Diese verdammten Ausländer. Und diese Huren. Kaum lässt man sie `ran, fehlt …“

 

„Aufhören, sofort aufhören mit den Sauereien.“ (schreit der Kaiser) „Verschwinde! Aus meinen Augen. Verschwinde und suche woanders. Wegen mir hinter der Bühne.“

 

„Ich hab`s“ (ruft sie) „wusst` ich `s doch (erleichtert), ich hab`s!“

 

(Kaiser) „Genug, das reicht. Zurück in`s Gefrierhaus. Hau ab!“

 

(Elfriede zieht ein Kleidungsstück aus dem Schritt und wendet sich dann ruckartig um, es ist ein Negligé. Sie knickst, hält es hoch und dann, mit einigen geübten Handgriffen, dreht sie es zusammen und verknüpft es geschickt zu einem Seil und macht einen Henkersknoten. Der Kaiser ist fasziniert, er schaut gebannt zu und sagt anerkennend zum Publikum) „Gelernt ist gelernt.“ (und dann stolz auf sie weisend) „Mein Mädchen !“ (Elfriede verbeugt sich tief Richtung Publikum, schwenkt das Negligé wie ein Lasso und verlässt, „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ pfeifend, die Bühne.)

„Großartig. Zum Teufel, welch Esprit! Die Armenkasse! Eine tolle Nummer. Ich bin gerührt. Davon wird mir immer ganz illyrisch. (Der Kaiser richtet sich in seinem Einkaufskorb auf, er blinzelt, schaut angestrengt in das Dunkel vor sich.) „Zurück zum Geschäft. Ihr wollt doch alle wissen, wie es funktioniert, gebt es zu ? Heh, heh… . Ich will es euch sagen, aber nützen wird es euch nichts.“

(Er sieht dabei von links nach rechts. Wartet auf Beifall, der ausbleibt. Er wirkt jetzt noch einfältiger.) „Jedoch, ich bräuchte das passende Outfit dazu…… .“

(Auf einer Leinwand im Hintergrund: In Endlosschleife wechseln sich bis zum Ende des Aktes, stumm in schneller Folge, Mussolini mit verschränkten Armen und dümmlichem Gesichtsausdruck triumphierend um sich schauend und Stalin als Zitterer in Winkewinkepose, ab.)

(Der Kaiser denkt angestrengt nach.)

(Fliegengebrumm wird eingespielt. Der Leprakranke in Livree erscheint mit einem überdimensionalen Schafskopf, welcher eine Sturmhaube trägt und sagt, an den Kaiser gerichtet:)

„Majestät haben noch nicht geläutet und ich bin schon da. Einen guten Diener erkennt man daran, daß er jetzt weiß, was er erst morgen erfahren soll. Majestät gestatten?“

(Er tritt heran und stülpt dem Kaiser den Schafskopf über.)

„Gut schauen sie aus, wie ihr eigener Zwillingsbruder, das blühende Leben in blühenden Landschaften. Und so natürlich. Incroyable formidable !“ (Der Kaiser, dumpf ) „Bist du es KDF?“

(Das Fliegengebrumm kreist und wird abwechselnd laut und leise. Der Leprakranke zwinkert in`s Publikum) „Ein Schafskopf mehr. Bildung zahlt sich selbst aus. Oder auch nicht.“ (dazu macht er eine obszöne Geste und flüstert hinter vorgehaltener Hand) „Alles blühende Wahnschaften.“

(Dann zieht er die Schultern nach oben, prustet los und schüttelt sich. Durch die Bewegung fallen einige Geschwüre ab. Als sie auf den Boden auftreffen klingt es, als ob es schwere Goldmünzen wären. Der Lepröse schaut sich um, will sich vergewissern, daß niemand es bemerkt hat, dann bückt er sich und sammelt die Geschwüre mit schnellen Bewegungen in einer Hand zusammen, steht auf und nochmals sich umblickend, wirft er sie mit einem Ruck in den Zuschauerraum; dabei zischt er) „Da Ihr Hunde! Wollt wohl ewig leben ?“ (dann steht er bewegungslos neben dem Kaiser)

(Der Kaiser hat einen Taschenspiegel hervorgeholt, er gefällt sich und betrachtet seinen neuen Kopf ausgiebig von allen Seiten. Das Fliegengebrumm nähert sich und bricht plötzlich ab. Der Kaiser von Kalifornien reißt sich etwas unwillig von seinem Spiegelbild los und dreht den Spiegel langsam hin und her, um unauffällig den linken Rand seines Einkaufskorbes abzusuchen. Dann zieht er, ohne seine Position zu verändern, eine Kladde aus der Innentasche, auf der steht „Abrechnungsbüchlein“. Das Spiegelbild benutzend zielt er mit Hingabe und schlägt dann blitzschnel, ohne hinzuschauen, zur Seite, auf den Korb. Es knallt wie ein Schuß, daraufhin ertönt ein Echo wie ein zweiter Schuss. Der Diener zuckt zweimal zusammen. Der Kaiser wischt die Kladde sorgfältig am Mantel ab, – er lässt sich Zeit und konzentriert sich völlig auf diese Aufgabe –  faltet die Kladde dann einmal längs und steckt sie zurück.)

(Der Kaiser freundlich) „So ist`s gleich besser. Kleider machen Leute, sagt man, das ist falsch -, Kleider machen Beute. Ich fühle mich jetzt ganz. Ganz wie zuhause.“ (zum Diener) „Er ist ein braver Mann. Mein Dank sei ihm gewiss.“

(Der Kaiser kramt unbeholfen in seinem Mantel, der Schafskopf behindert die Sicht, er zieht einen lebendigen Wurm hervor, mindestens 10 cm lang, der sich krümmt und den er dem Diener mit gnädiger Geste überreicht. Der Diener freut sich:) „Auch Diener brauchen Soulfood ab und an, n`est ce pas und Au revoir.“ (Er steckt den Wurm in den Mund und geht genüsslich kauend ab.)

(Kaiser, nicht ganz ernst gemeint, ruft dem Diener hinterher) „Glaub` er ja nicht, daß ich das nicht mitbekommen habe, Soulfood !, werd`s ihn schmecken lassen bei Gelegenheit.“

Fortsetzung folgt

*

*Jelinek, Elfriede, ist eine österreichische Sozialklischeedichterin (Literaturnobelpreis 2004), deren Werke der postfaschistischen Fäkalapathie zugerechnet werden. Mit ihrem „NSU“-Schwindlerstück „Das schweigende Mädchen“ unterstützt sie aktiv die Aufrechterhaltung des „NSU“-Schwindels.

http://de.wikipedia.org/wiki/Elfriede_Jelinek

* “Jelinek, Elfriede, setzte sich gemeinsam mit Erika Pluhar, Günter Grass, Erich Fried, Ernest Bornemann und weiteren Intellektuellen für den wegen Mordes verurteilten „Häfenliteraten” Jack Unterweger ein, der im Jahre 1990 entlassen wurde und – wieder in Freiheit – neun weitere Morde beging.“

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