Putin-Versteher werden angeklagt

erschienen bei Stimme Russlands

Es war als Satire gedacht, endet aber im Ernst. Zwei Kabarettisten der ZDF-Satireshow „Die Anstalt“ rücken hochkarätige Journalisten in die Nähe von Lobbyverbänden. Zwei von ihnen haben sich gewehrt und eine einstwillige Verfügung gegen die Folge ausgestellt. Wie weit darf deutscher Journalismus abhängig und meinungsmachend sein? Das hat Hendrik Polland den Medienkritiker Jo Groebel gefragt.


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Herr Groebel, die „Zeit“-Journalisten Josef Joffe und Jochen Bittner haben eine einstweilige Verfügung gegen einen Beitrag der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ erwirkt. Vorher hatten die Kabarettisten und Moderatoren Claus von Wagner und Max Uthoff zum Beispiel die beiden in die Nähe von Lobbyverbänden gerückt. Wie sehr gehören solche Verbindungen zum Alltag in der deutschen Medienlandschaft?

Ich gehe davon aus, dass die meisten Journalisten darauf achten, unabhängig zu sein. Ich wünschte mir, dass das für die meisten anderen Länder auch gelten würde, dass die Journalisten so unabhängig sind. Erstaunt war ich trotzdem, dass man jetzt gegen eine Satiresendung vorgeht.

Der Vorwurf lautet, dass die Angaben falsch sein sollen. Dagegen widerspricht einer der Moderatoren, Uthoff. Die Vorwürfe seien nicht falsch, eher ungenau. Hoffe sagt, dass Rufschädigendes über ihn verbreitet worden ist. Er sei in die Ecke von Nato-Verstehern und Aufrüstungsbefürwortern gestellt worden. Sind die Reaktionen der „Zeit“-Journalisten dann gerechtfertigt?

Ich würde immer davon ausgehen, dass ein Journalist bessere Waffen hat als das Gericht. Bei Herrn Joffe hätte es auch gereicht, wenn er gesagt hätte, dass er zwar zu Gast bei einer Veranstaltung war, aber nein, jetzt nicht Mitglied sei. Abgesehen davon sind auch Journalisten Mitglieder einer Partei oder sie gehören zu Interessenverbänden.

Wenn das so ist, wie unabhängig ist deutscher Journalismus?

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