„Melk die Ukrainer(innen)!“- das Spiel

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von John Schacher

Jazeniuk hat zu nagen. Man sieht es ihm an! Der päpstlich geladene „Übergangspremier“ der Ukraine hat Plan A nun nahezu hinter sich. Letzterer klappte nicht, weil Putin sich zwar parlamentarisch zum Krieg wappnen, aber nicht in eine militärische Reaktion zwingen liess. Das wäre den USA am liebsten gewesen, ging aber absehbar nach hinten – oder zumindest seitlich  – los. Als Abschluss der Phase A im Ukrainekonflikt geht nun der Ruf von Jazeniuk an die USA (!) und Europa, das Pipelinenetz sowie auch die Speicher der Ukraine westlich instandsetzen und verwalten zu lassen. Auch sollen die Geschäfte mit Gazprom neu geregelt und direkt an der ukrainisch-russischen Grenze abgewickelt werden.

So hoffen Kiew samt Konsorten das Bezahlen riesiger Schulden weiter vermeiden zu können – und natürlich auf das Ergebnis im „Schiedsgerichtsverfahren“ vor dem internationalen Gericht in Stockholm, das die Ukraine gegen Gazprom angerufen hat. Das Gas könnte die Ukraine sich dann wieder rückwärts in Europa kaufen/leihen – und so nebenbei wieder Unmengen Gas abgezweigt werden – unter entschuldigender Bezugnahme auf die Baufälligkeit des Röhren- bzw. Speichersystems. Die ausdrückliche Einbeziehung amerikanischer Firmen im Pipeline-Betrieb bedeutet, daß der Dollar wieder ins russische Gas soll. Wenn die USA auch nur einen Meter der Pipelines kontrollieren… muss Europa zahlen. Europa wird zahlen müssen. Bidens Sohn passt auf alles genau auf. Letztlich jedoch ist Gazprom/Putin Boss, nix aber. Für uns Beobachter ist diese Kreuzung der Begebenheiten ein Kontrollpunkt, inwiefern Großes Theater gespielt wird.

Der wirklich gefährliche Schlag Putins gegen den Dollar erfolgt (hoffentlich) gegenwärtig in China. Die Verlautbarungen der nächsten Tage zur Zahlungsabwicklung im russisch-chinesischen Mega-Gas-Vertrag sind das wahre Dynamit dieser Tage. Hierzu wäre noch der chinesische Wunsch nach Fläche (Sibirien) ein spezielles Thema, das für China aber langfristig entwicklungspolitisch essentiell ist. Auch mit dem Iran kann es jederzeit zu geschäftlichen Großereignissen kommen. Die BRICS sind für viele Überraschungen gut, wenn der Vorhang für den Dollar erst mal gefallen ist. Doch erst will man sehen, ob sich die Großen wirklich trauen… und für die Welt dauert´s…

Auch die angekündigte russische Neuschöpfung einer weltweiten Kreditkarten-Lösung ist ein Schuß ins Herz der Geldsch(r)öpfer. Zudem fehlen dem Westen dann die ach so vertraulich behandelten personenbezogenen Informationen über Vermögen, Kaufverhalten oder Aufenthaltsorte der Kartennutzer. Wirtschaftlich getroffen durch das Sanktionspoker wird nur Europa – Deutschland in allererster Linie. Die USA halten damit gleich zwei ihrer Konkurrenten klein.

Um die Wahl am kommenden Wochenende mit einem Hauch mehr Geltung auszustatten, hat die Innenpolitik der Ukraine heute Kreide gefressen und gibt den bösen Wolf für Schäfchen. Die ersten populären, volksdienlichen Töne waren zu vernehmen. „Memorandum für Frieden und Eintracht“ nennt sich der Prospekt: Dezentralisierung, Abbruch der Sonderoperationen, Abzug der Streitkräfte, Status der russischen Sprache. Prima Absichtserklärungen, aber keine Fakten! Im Unterschied zu früherem Entwurf sieht das Dokument jedoch keinen blockfreien Status der Ukraine mehr vor.

Auch das blosse Versprechen des baldigen Beschlusses einer Amnestieregelung für alle Beteiligten ist nicht genug – sondern letztlich bis zum Inkrafttreten einer Regelung allein schon ein unüberwindliches Hindernis. Sollten die Beteiligten wirklich zu verhandeln beginnen – was ja immer noch nicht der Fall ist.

Hier kommt nun Oligarch Achmetov ins Spiel. Er muss vermitteln, um seine Pfründe zu sichern. Doch nachdem nun so viel Blut geflossen ist, muss auch die Gerechtigkeit einkehren. Und hier wird es schwierig in einem Land, dass seine Elite-Polizeieinheit (Berkut) fristlos gekündigt hat. Vor Dorfpolizisten ohne große Brüder haben Verbrecher ab einer gewissen Graduierung keine Angst mehr… das dürfte für die Verhältnisse im Land sehr belastend werden.

Die selbsternannte „Volksrepublik Donezk“ hat die Bereitschaft zu einem Dialog mit Kiew signalisiert. „Aber zuerst sollte Kiew die Truppen aus dem Osten abziehen und mit der Realisierung des am Dienstag vom Parlament gebilligten ‚Memorandums für Frieden und Eintracht‘ beginnen“, sagte der Vizekommandeur der Volkswehr in Donezk, Miroslaw Rudenko. Bislang sehe er aber keine Anzeichen dafür, dass die ukrainische Armee die Bestimmungen des Memorandums erfülle.

Wie gesagt, in Kiew steht dieser Tage Kreide auf jedem Menü. Nur die Herde nicht erschrecken. Nach der Wahl siehts dann gleich anders aus. Die Svoboda-Partei enthielt sich jedenfalls bei der heutigen Abstimmung geradlinig und erklärte das „Memorandum für Frieden und Eintracht“ als „unnütz„.

Wie das „Melk die Ukrainer(innen)!“-Spiel künftig läuft, wird der Westen mit den Oligarchen aushandeln. Im „Staatseigentum“ der Ukraine jedenfalls hat die westliche Wertegemeinschaft mittels Krediten nun ihre Anker gesetzt. Für das Wohl der Bevölkerung sieht man keine Option, keine Parolen oder Ideen. Die Ukraine ist nicht auf einem Weg in Richtung Zufriedenheit.

Was die Demokratur unter Jaz betrifft denke ich, die haben fertig! Gut gepolstert in den Sonnenuntergang…

Auf der ganz anderen Seite, dort wo die Sonne aufgeht, kommt das leise Schmunzeln jedenfalls von Herzen und mit Zwinkern weist man auf pralle Regale – voller Dinge, die anderswo auf der Welt sanktioniert werden… – so what, Greenback? China rules!

2 Gedanken zu „„Melk die Ukrainer(innen)!“- das Spiel

  1. Die versuchte Abstrafung Chinas durch das Dollarimperium läuft ja schon im Vorwege, siehe Vietnam und Spionagevorwürfe.

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