Interview mit ex-CIA-Doppelagent aus Kuba

erschienen bei einartysken

von Raúl Capote

In einem kürzlichen Interview hat der ehemalige kubanische CIA-Mann Raúl Capote die Strategie enthüllt, die von der CIA an den Unis in Venezuela angewendet wird, um die Art Destabilisierung durch oppositionelle Studenten zu schaffen, die das Land gerade durchmacht.

Er diskutiert auch die Medien-Manipulierung und behauptet, dass einer der US-Diplomaten, die Präsident Maduro im September ausgewiesen hat, tatsächlich ein CIA-Agent war. Die folgende Übersetzung und Fußnoten wurde von Sabina C. Becker gemacht. Das Originalinterview auf Spanisch liegt hier.

Raúl Capote ist Kubaner. Aber nicht irgendeiner. In seiner Jugend wurde er von der CIA geködert. Sie boten ihm eine unbegrenzte Menge Geld, um in Kuba zu spionieren. Aber dann geschah etwas, womit die Amerikaner nicht gerechnet hatten. In Wirklichkeit arbeitete Raúl für den Kubanischen Nationalen Sicherheitsdienst. Hier ist seine Story, die er in einem Exklusiv-Interview des Chávez Vive Magazin in Havana gab:

Frage: Wie ging es zu, als sie dich köderten?
A: Das ist eine lange Geschichte. Ich war der Leiter einer kubanischen Studentenbewegung zu jener Zeit, die eine Organisation namens ‚Saiz Brothers Cultural Association‘ schuf, eine Gruppe von jungen Künstlern, Malern, Schriftstellern und anderen. Ich arbeitete im südlichen Zentral-Kuba Cienfuegos, die von großem Interesse für den Feind war, weil dort ein wichtiges industrielles Zentrum und Strom-Zentrum gebaut wurde, das einzige in Kuba, woran eine Menge junger Leute arbeiteten.

Aus dem Grunde gab es dort auch eine Menge junger Ingenieure, die in der Sowjetunion ausgebildet worden waren. Wir sprechen über die letzten Jahre der 1980-er während der Perestroika. Und viele kubanische Ingenieure wurden für Leute gehalten, die mit den Ideen der Perestroika zurückkamen. Deswegen war das eine interessante Region. Und da ich der Leiter einer Kulturorganisation war, die mit einem wichtigen Sektor von Ingenieuren zusammenarbeitete, die an Kunst interessiert waren, wurde das für die Nordamerikaner interessant, und sie begannen regelmäßig unsere Treffen zu besuchen. Sie zeigten sich nie als Feinde oder CIA-Beamte.

Frage:Waren es viele oder immer nur einer?
A: Mehrere. Sie stellten sich nie als Beamte des CIA vor oder als Leute, die Unruhe stiften wollten oder sonst etwas.
Frage: Und wer, meinst du, waren sie? 

A: Sie stellten sich als Leute vor, die gekommen seien, uns und unserem Projekt zu helfen und die Mittel hatten, es zu finanzieren. Ihm die Chance zu geben, damit es Wirklichkeit würde. Der Vorschlag als solcher hörte sich interessant an. Denn ein Projekt in der literarischen Welt erfordert, dass man Verleger kennt und derlei Beziehungen. Es ist ein komplizierter Markt. Und sie kamen im Namen von Verlegern. Und dann im Prozess des Kontaktes mit uns wurde klar, was sie wirklich wollten … dann kamen die Bedingungen der Fianzierung.

F: Welche Bedingungen stellten sie?

A: Sie sagten uns: Wir haben die Möglichkeit, euch den Markt zur Verfügung zu stellen, euch in den Markt für Bücher oder Bildhauerei oder Filme oder was auch immer einzuführen, aber wir brauchen die Wahrheit, weil das, was wir auf dem Markt verkaufen, ist das Bild von Kuba. Das Bild von Kuba muss realistisch sein, über die Schwierigkeiten, was vorgeht im Land. Sie wollten die Realität auf Kuba in den Dreck ziehen. Worum sie uns baten, war die Revolution zu kritisieren auf Basis von anti-Kubanischer Propaganda, die sie lieferten.

F: Wie groß war das Budget der Leute?
A: Sie kamen mit unbegrenzten Geldmengen. Mit der Zeit fanden wir natürlich heraus, woher sie kamen. Zum Beispiel war da USAID, der große Lieferant mit dem Gesamtbudget, die Geld über NGOs einschleuste, von denen viele einfach für Kuba erfunden wurden. NGOs, die es gar nicht gab, nur für diese Art Job geschaffen in Kuba, und da sprechen wir von tausenden und aber tausenden Dollars. Die gaben sich nicht mit Kleingeld ab. Um ein Beispiel zu geben. Einmal boten sie mir zehntausend Dollar an, um Elemente anti-kubanischer Propaganda in den Roman einzufügen, an dem ich gerade arbeitete.

F: In welchem Jahr war das?
A: Um 1988-89.

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