6 Gedanken zu „Synagoggel

  1. Oh, der schlachtreife Kaporeshahn und seine Henne..mmmmh

    Solche Bilder wurden vor den Kriegen auch von Wilhelm II. und Adolf Hitler in jüdischen Presseorganen abgebildet. Symbole, Symbole…

  2. Richard Millet

    Verlorene Posten (Auszug)

    Antaios Verlag

    Der Giftschrank dieser demnächst vollständig digitalisierten Bibliothek ist somit weniger eine neue schwarze Liste als vielmehr die Gleichgültigkeit, der die betroffenen Werke anheimfallen und die aus der Verweigerung gegenüber dem Erbe sowie aus einem Kulturhaß heraus entsteht, den man zuvor nur in den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts erlebt hatte. Aldos Huxley hat das in Schöne neue Welt richtig vorausgesagt, einem Roman, der unter dem äußerst ärgerlichen Vergleich mit 1984 leidet, obwohl George Orwells Dystopie sich mit dem Ende der Sowjetunion erübrigt hat und nur dank des allgegenwärtigen Auges des »Big Brother« in Erinnerung bleibt: Brave New World geht hingegen sehr viel weiter in der Darstellung jener Katastrophe, die in der anglophonen Globalisierung und ihren »Kollateralschäden« liegt: Malthusianismus, Eugenik, Diktatur des sexuellen Vergnügens, staatlich verordnete Ablenkung, Propaganda, Konditionierung, Verweigerung von Einsamkeit und Stille, ethnisch-onomastische Vermischung (die Romanfiguren haben Namen wie »Tom Kawaguchi«, »Lenina Crowne«, »Benito Hoover«), Allmacht des Bildes, technische Spezialisierung, Bücherverbot – wobei sich letztere Verfügung der Huxleyschen Dystopie in unserer Welt weniger in Form einer Zensur ausdrückt als vielmehr in der Belanglosigkeit des Massenhaften und Konsensquellen (denn unsere Zivilisation produziert mehr Bücher, als sie konsumiert, die Mehrzahl davon nutzlose Ramschware) und in der fehlenden Vermittlung, die etwa die französische Bildungspolitik sich offenbar zur Pflicht gemacht hat und damit den Großteil des europäischen Erbes dem Vergessen anheimfallen läßt. Abgesehen von wenigen Ausnahmen (vor allem im Fall eines Angriffs auf das Privatleben) werden Bücher nicht mehr zensiert: Man straft sie mit Schweigen und übereignet sie dem Giftschrank der ISBN-Nummern oder Strichcodes.

    ͋

    Der Unterschied zwischen Huxley und Orwell liegt weiterhin darin, daß letzterer den totalitären Alptraum aus einer positiven sozialistischen Perspektive interpretiert, während ersterer sich darauf beschränkt, zu beschreiben, sich in die Position des Zeugen zu versetzen, in die Reinheit der Bekundung, wie ich sie im Gegensatz zur Interpretation zu bezeichnen wage, als ob sie Wahrsagung wäre (verweist Schreiben doch mehr oder weniger auf diese Verbindung zwischen Bezeugen und Vorhersagen). Dennoch steht keiner der beiden im Wettbewerb zum anderen, vielmehr begegnen sich ihre Romane in der Frage der Sprache: ihrer Manipulation, ihrer Zerstörung als Instrument des Wissens zugunsten des Propagandawerkzeugs – ihrer Macht zur Konditionierung, wie Huxley erkannte. Und dennoch hat er genauso wenig wie Orwell oder Samjatin[19], der bei der Gegenüberstellung Orwell/Huxley stets vergessen wird, den willfährig akzeptierten Totalitarismus des Internet oder die Hölle des narzißtischen Wortschwalls in den sozialen Netzwerken voraussehen können. »Ich habe sie noch nicht gegoogelt«, mit dieser Versicherung wollte eine junge Frau ihre Absicht zum Ausdruck bringen, mich persönlich kennenzulernen anstatt durch jenes Gewerbe aus aufgeschnappten Zitaten, Verwünschungen, Lobpreisungen, Fotos, unzähligen Kontakten und schließlich Lügen, die eine Suche nach meinen Namen zutage fördern würde.

    Die Inflation des Buches und ihre Phantomleser, ganz zu schweigen von der neuen Allianz zwischen Seite und Bildschirm, der zum Bildschirm gewordenen Seite und dem als unendliches Bild entmaterialisierten Buch, können nicht darüber hinwegtäuschen: Die subjektive Zeitlichkeit, die beim Lesen gestiftet wird, dieser Sieg über die Zeit, der so mächtig ist wie die Liebe, diese Befragung der Welt aus einer sozusagen autistischen Haltung heraus, das Lesen als Kunst der Zeit und Musikalität der Einsamkeit – all dies ist heute fast schon dem Tode geweiht; und von dem Augenblick an, da die Grausamkeit der Weltliteratur und der Kunst zu einem bescheidenen Preis oder gar kostenlos jederzeit verfügbar ist, erscheint uns ihre Allgemeinmenschlichkeit als außerordentlich fragil. Es lastet auf ihr eine Vorahnung des von der Geschichte Überholten, wobei ihre Vergoogleelung und Wikipedisierung, um bei der Literatur zu bleiben, lediglich eine Praxis des Zitierens fördern: etwas mehr oder weniger spielerisch Ausgeschnittenes und neu Eingefügtes in einem Korpus, der so schlaff wie grenzenlos ist, einem künstlichen Gedächtnis anvertraut – eine elektronische Totalität, die nunmehr als geschichtliche Erfüllung und Ende der Zivilisation wahrnehmbar ist und sämtliche Zeichen des Verfalls aufweist: Analphabetentum, Dyslexie, Kulturverlust, Haß auf Wissen, Reinheit, Großartigkeit, Einheit, Autorität, gemäß jener paradoxen Einsicht, daß sich die Zeichen des Verfalls einer Zivilisation mehren, je höher sie entwickelt ist, so daß nur noch die Vorstellung der Transzendenz bleibt, einer Transzendenz freilich, die in der rückschrittlichen »Offenheit« des Spektakels mündet und deren Spuren an einer Literatur deutlich werden, der die Sprache für das Entscheidende der Zivilisation fehlt: für die Ent-Historisierung, die Verlendung, die Belanglosigkeit und – wahrscheinlich – den Untergang.

    http://kommentararchiv.de/2014/verlorene-posten/

  3. @ garlic

    Dieser intellektuellen Form des Nihilismus begegnet der Mensch am einfachsten dadurch, dass er sich selbst bekocht und beköstigt, währenddessen Bach, Hayden oder Mozart hört, nach dem Mahl dann einen Spaziergang durch die Natur macht -denn die Natur lügt und betrügt nie!

    (Der entlastende Furz folgt in Kürze von ganz alleine, und schon ist die Seele wieder im Gleichklang: in der bedrückten Mine des Gesichtes zeichnet sich sogleich ein freundliches Lächeln ab, herrlich oder nicht?-)

    Insofern ist der Mensch ein unausrottbares Geschöpf, denn sein Auftrag ist es, die Einheit zu begreifen, damit die Einheit sich selbst begreifen lernen darf.

  4. Übervorteilung, Schmeichelei, Erpressung. Aus ihren Witzen und ihren Anekdoten spricht DAS Wesen. Unverhüllt. Ich verweigere mir Zitate. Juwelen der Selbstentblößung finden sich in jeder ihrer Witzesammlungen. Möchten Sie Nachbarn, die so denken?, die das bewundern? die so etwas „lustig“ finden ? Sie sind sogar noch stolz darauf, ihre Purimversion (schon `mal daran gedacht, wie das im Iran empfunden wird?) als Auschneidebögen für kleine Kinder zu vertreiben (Mein kleines Purimspiel)oder einer 90jährigen Scharteke ein Krönchen auf die blaugetönten Locken zu drücken und sie zur Miss Holocaust Survivor zu ernennen.

  5. Nee, Herr Schröder, ganz schreckliche Vorstellung. Vielleicht noch als Goymäuschen durch die Stuhlreihen bei einer AIPAC-Konferenz an den geschwollenen Füssen und fetten Waden der selbsternannten Götter durchhuschen zu müssen, um einen Dollar oder einen Krumen zu erhaschen?-

    Huch, und oben kreischt die Frau Silberstein mehr mit ihren Schweißdrüsen als mit ihrer rostigen Stimme und strampelt mit den Stampfern auf den Boden als sollte ein Erdbeben losgetreten werden. Und es riecht schon so eindringlich nach Schwefel und Weltuntergang bei der Rede, die vorne am Pult gehalten wird.

    Da müssen die Mäuschen schnell flüchten. Husch, Husch.

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