Leserbrief: Ich wurde Zeugin israelischer Tötungsaktionen

palästina israelDanke an Yvonne

Frankfurter Rundschau, Mittwoch den 26.03.2014 Leserforum 19

„Offener Brief an meine Bundesregierung“

Eine Austauschstudentin im Westjordanland schreibt über ihre Erlebnisse.

Ich bin eine Studentin im internationalen Programm einer palästinensischen Universität im Jahr 2014. Während meines kurzen Aufenthaltes wurde ich Zeugin von direkten Tötungsaktionen der Israelischen Besetzungskräfte, die mein Heimatland, Deutschland, durch politische Abkommen, Handel, Bildung, militärische und materielle Versorgung, Passivität und Nicht-Handeln unterstützt.

Die Trauerfeiern in diesen Tagen sind wieder groß und fordern viele Tränen, wie sonst vom Gas israelischer Soldaten wöchentlich in unzähligen Dörfern der Region. Menschen werden von einer staatlichen Armee hier täglich schikaniert, tyrannisiert und getötet. Als Zeuge, wen ruft man an? Polizei – keine Befugnis. Allah! Herrscher über Alles. Seine Größe gibt den Menschen hier die ihre. Er gibt ihnen ihr Recht auf Leben, das sonst von allen Seiten verwehrt bleibt. Tränengas auf Trauerfeiern. Will Israel einen Anschlag? Brauchen Sie einen Grund?

Mit jeder neuen gewalttätigen Enteignung von Leben, Land und Gut, jedem neuen Siedlerhaus, Kind in Gefangenschaft und entwurzelten Baum verlieren sie ihre Legitimation. Mitschuld trägt die Geduld der Palästinenser mit ihren Unterdrückern und eine aufgeklärte/-klärende Presse. Letztere sind jedoch in der Minderheit. Also sticheln sie weiter, reizen die Unbekannten im Schatten des Weltinteresses. Dann plötzlich „BUMM“ – die Getretenen werden zu Terroristen. Die Aufregung ist groß. Jedes gekrümmte Haar auf Israelischer Seite bekommt eine Schlagzeile, blau auf weiß, international. Und dann großes Kopfnicken zu jeder nun folgenden Ungerechtigkeit gegen jeden Palästinenser – Kollateralschuld! Und nach den Ursachen fragt niemand. Und Deutschland schenkt U-Boote, getrieben von einer Schuld, deren Wiedergutmachung die Opfer verhöhnt und neue fordert.

Ich verlange Taten und eine starke Zurechtweisung Israels durch Deutschland. Aufgewachsen in einem Rechtsstaat, in dem Bürger ordentliche Gerichtsverfahren genießen und im Falle tödlicher Gefahr Rettungsnummern wählen können, betrat ich ein rechtliches Vakuum namens „Westjordanland“. Viele der ausländischen Studenten verbergen die alltägliche Wahrheit und kommunizieren sie nur verdeckt, aus Angst vor einem Wiedereinreiseverbot durch die israelischen Behörden, das über einen Zeitraum von zehn Jahren oder sogar lebenslänglich ausgesprochen werden kann.

Wir kamen alle, um die Sprache und die Situation der Palästinenser zu studieren, einschließlich aller Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit auf diesem Flecken der Erde. Wenn Europa sich als Heimstätte der Menschenrechte betrachtet, welche besonders an ihrer Peripherie verblassen, dann sollte endlich von diesen in all ihrer Universalität Gebrauch machen und ihre Partner an ihre Werte binden.

Wer Waffen verkauft, tötet, wer tödliche Regime unterstützt, tötet. Entwicklungsprojekte, medizinische Unterstützung, Infrastruktur und interkulturelle Demokratieworkshops können die Schuld, die wir durch unsere Doppelmoral auf uns laden, nicht kompensieren.

Sartre im Vorwort zu Frantz Fanon’s „Die Verdammten dieser Erde“ 1963:

„Ihr, die ihr so liberal, so menschlich seid, die ihr die Liebe zur Kultur bis zur Preziosität treibt, ihr scheint zu vergessen, daß ihr Kolonien habt und daß man dort in eurem Namen mordet. Unsere Opfer kennen uns durch ihre Wunden und ihre Ketten: das macht ihr Zeugnis unwiderlegbar. Es genügt, daß sie uns zeigen, was wir aus ihnen gemacht haben, um zu erkennen, was wir aus uns gemacht haben.“

Ich muss die Opfer nicht zählen und Euch die Realität dieser Region nicht offenbaren. Ihr und Eure Überwachungsorgane wisst mehr als wir alle. Nur nutzt Eure Macht und fangt an, die Schäden Eurer Doppelmoral und historischen Verantwortung zu bereinigen! Christina Klaus, Halberstadt

derzeit Palästina

5 Gedanken zu „Leserbrief: Ich wurde Zeugin israelischer Tötungsaktionen

  1. Meine Anerkennung für den engagierten Brief der Studentin, wenngleich er den Berliner Glaubensbrüdern der Zionisten wurscht sein dürfte.

  2. Ach, die Arme! Sie denkt wahrlich, dass sie aus einem Rechtsstaat kommt? Intelligent ist sie, ohne Zweifel. Ehrlich ist sie, ohne Zweifel, aber dumm wie `ne Türklinke, denn sie glaubt an die `Demokratie´ & alles erdenklich Schlimme welches seit Anbeginn in ihrem Namen verbrochen worden ist, inklusiv die ununterbrochenen Verbrechen gegen die Deutsche Geschichte die Deutschen Opfer, gegen ALLES Anständige der Vergangenheit. http://www.germancross.com Gerry Frederics

  3. „“Aufgewachsen in einem Rechtsstaat, in dem Bürger ordentliche Gerichtsverfahren genießen und im Falle tödlicher Gefahr Rettungsnummern wählen können…….““ LOL

    Na dann ruf mal in Kreuzberg die Besatzerknechte wenn sich die Kanaker in einem Verbotsirrtum befinden und Dich in einer Gangbang fröhlich stöpseln. 😉
    Ach Kindchen ; du bist ja so verschont geblieben von sämtlicher Intelligenz – trotz Studium.
    Etwas Nachhilfe gefällig – Kennst Du den Unterschied zwischen BRvD und „Deutschland“ (DR)?
    Deutschland ist größer, viel größer.

    Schätzungsweise reihst Du dich auch ein wenn’s heißt: „Nazis raus“…. gelle?!
    Oh Herr wirf Hirn herunter

  4. Lass Dich nicht durch negative Kritik einschüchtern, Christina. Du hast mehr Mut als die meisten Mitbürger und schreibst uns mehr, als was andere Schreiber nur mit letzter Tinte andeuten und sich nach dem Bashing hauptsächlich zurückziehen. Deutschland verschenkt U-Boote nur unter massivem Druck der Zionisten. Unsere Wiedergutmachungsschulden haben wir längst abgegolten. Aber den Mächten von Goldmann-Sachs und BlackRock etc. müssen sich alle unsere Regierungen beugen. Schau Dir nur einmal den amerikanischen Präsidenten an und Dir wird unschwer auffallen, was für ein Frack Netanyahu und seine Leute im Congress aus ihm gemacht haben. So schnell altert niemand grundlos.

  5. So wie die Polen in den Dreißigern die Deutschen in ihrer Urheimat behandelten, so behandeln die Auserwählten heute die Palästinenser!

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