Ukrainische Perspektiven

Ukraineerschienen bei russland.ru

Danke an André

… Mehr noch, Klitschko rief selbst ausdrücklich dazu auf, überall im Lande Bürgerwehren zu bilden.

Hört man die Vertreter und Vertreterinnen der Europäischen Union, insbesondere Deutschlands wie auch die der übrigen „freien Welt“, wie sie in besonders deutlicher Form auch auf der soeben durchgeführten Münchner Sicherheitskonferenz zu vernehmen waren, dann geht es in der Ukraine darum, ein „Regime“ zurückzukämpfen, das den Menschen der Ukraine durch seine Weigerung, sich der EU per Assoziierungsvertrag anzuschließen, den Weg zu Wohlstand und Freiheit und überhaupt in die „Moderne“  versperre und sie der Herrschaft eines neo-imperialen autoritären Russland unterwerfen wolle. Zur Durchführung der „demokratischen Transformation“ der Ukraine hält man es für gerechtfertigt, direkt in die laufenden Konflikte des Landes mit dem Ziel einzugreifen, den gewählten Präsidenten und seine Regierung zu stürzen – dabei reicht das Eingreifen vom Aufbauen eines Kandidaten Klitschko über direkte Teilnahme von eigenen Regierungsvertretern an den Protesten bis hin zu Gesprächen mit den Nationalisten um Tiagnibog.  Das ist imperiale Interventionspolitik pur. Sie unterscheidet sich von  den bekannten US-Interventionen allein dadurch, dass sie nicht gegen erklärte „Schurkenstaaten“ irgendwo auf dem weiten Globus von den USA, sondern im Bereich eurasischer Bündnispolitik und dort von einer sich neo-imperial gebärdenden EU durchgeführt wird. Dass die EU-Vertreter/innen dabei als ungeschickt vom großen US-Bruder gerügt werden, ist eine kleine Perversität am Rande.

Glaubt man der russischen Politik,  dann geht es um die Sicherung des eurasischen Friedens, genauer, dann geht es darum, ein friedliches Miteinander von Europäischer Union und Eurasischer Union zu ermöglichen und dabei einen Integrationswettlauf zu vermeiden. Eine Ukraine, die sich in einem von Lissabon bis Wladiwostok reichenden Freihandelsraum nach ihren eigenen Interessen frei verbinde, sei dafür die unerlässliche Voraussetzung, erklärte der russische Außenminister Lawrow auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Einiges spricht dafür, dass Russland aus einer solchen defensiven Perspektive heraus handelt. Anders machen die bedingungslosen Kreditzusagen und übrigen  Hilfsangebote an die Ukraine für Russland keinen Sinn. Russland, selbst noch Transformationsland, kann sich, will es sich als Großmacht behaupten – und das will es, chaotische, gar revolutionäre Entwicklungen in einem Land, mit dem es trotz dessen Unabhängigkeit so eng verbunden ist wie mit der Ukraine, nicht erlauben. Andererseits ist die Abhängigkeit der Ukraine von offenen Grenzen zu Russland und damit von Russlands Vormacht im Eurasischen Raum nicht zu übersehen. Faktisch verhindert die Tatsache, dass Russlands sich von direkten Interventionen zurückhält, natürlich nicht, dass die Ukraine zwischen Eurasischer und Europäischer Union als umstrittener Integrationsraum unter Druck steht, auch von russischer Seite.

Zum Integrationskonflikt zwischen EU&EU kommt schließlich noch das neu zu beobachtende Interesse Chinas an der Entwicklung einer „Neuen Seidenstraße“ hinzu, die in die Ukraine und von dort in die Europäische Union hineinführen soll.

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Anmerkung: der Ukraine-Plot läuft streng nach Hegel. These: EU, Antithese: Russland, Synthese: bisher noch frei belegbar, – „Assoziierung, Blutbad, Bürgerkrieg,  …. Spaltung, Teilung, Zerstörung“. Zumindest Spaltung sollte es schon noch werden, denkt der Westen, der Osten möchte seinen geschlossenen Handelsraum von Asien bis zur heutigen Westgrenze der Ukraine behalten. Da gehts um wichtigste Einflussgrenzen, langfristige Einflussgrenzen, keine Flurbereinigung. Bisher konnten internationale Heuschrecken noch kein Land in der Ukraine kaufen, keine Immobilien-Rechte erwerben, nicht einblasen. Dabei haben die Hedgefonds das Spekulationsgeld-Geld schon in der Hand und speicheln vor Gier im Kasino Grande. Alt-Europa ist abgeweidet wie Südamerika auch! Plantagen sind in Betrieb. Asien brennt noch nicht! Doch solange die soliden Leute unter den Ukrainern die Demo-Sponsor-Gelder nur brav einstecken und friedlich weiter demonstrieren, kann dieses Sponsoring vielleicht für eine echte Volksbesinnung mit dazugehöriger Veränderung sorgen. Wunder geschehen…, wer weiss? Die falschen Profeten, die Aufstachler in der Ukraine verlieren ungeduldig die Nerven und zeigen der Menge ihr Gesicht… werden von der Menge erkannt und dauerhaft taxiert. Ändern wird sich aber schon etwas müssen in der Ukraine, sonst gäbe es keine Bewegung. Zu Jakunowitsch: sollte sein Amt nach der Krise überdenken, demokratisch übergeben und sich z.B. strafrechtlich amnestiert zurückziehen dürfen. Krisenmanagement hat er bisher gut gemacht, Blutbad vermieden, mit China Geschäfte gemacht. Aber er ist kein vom Volk verehrter Führer – und genau den bräuchte die Ukraine jetzt und heute. Eine integre Zentralfigur auf dem Weg in gute wirtschaftliche Zukunft für alle, jenseits von Blockdenken und Parteilichkeit am Volkswohl orientiert. Dann wäre das Ergebnis Stärkung und Gesundung statt Spaltung und Verfall… bei gleichem Ausgangsmaterial +1.

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