Jahresrückblick 2013: Saudi-Arabien und Arabische Halbinsel

Eine Exekution in Saudi Arabien
Eine Exekution in Saudi Arabien

erschienen bei chartophyleikon tou polemou

Das vergangene Jahr 2013 ergibt für Saudi-Arabien ein recht uneindeutiges Gesamtbild. Den nicht enden wollenden Krieg in Syrien kann man für das Königreich nicht als Enttäuschung werten – gerade für Araber ist eine solche Methode der Kriegführung, bei der der Gegner allmählich zermürbt wird, viel eher charakteristisch als der “europäische” Blitzkrieg.

Selbst ein verlorener Krieg stellt für einen Araber noch keinen Grund zur Sorge dar; die Zauberformel “Inschallah!” ist genügende Antwort auf alle Fragen. Schließlich ist selbst Saudi-Arabien erst beim dritten Versuch entstanden; es gibt also keinen Grund zur Eile.

Im Großen und Ganzen hat das Königreich lediglich zwei Schlüsselprobleme – Modernisierung und Sicherheit. Mit dem Rest kommt es durchaus gut klar, und wo es nicht selbst zurechtkommt, da helfen seine schier endlosen Finanzen. Die Modernisierung wird durch die Ideologie ausgebremst, welche es dabei gestattet hat, dieses große arabische Staatswesen zusammenzuzimmern und die deswegen eine Grundlage für seine gesamte Existenz bildet.

praktisch alle Lebensbereiche stehen unter der Aufmerksamkeit und Fürsorge der Wahhabiten-Muftis

Der Wahhabismus als extrem konservative und fundamentalistische Lehre begegnet einer jeglichen Neuerung, egal in welchem Lebensbereich, höchst ablehnend. Die zur Ideologie erhobene Theokratie, welche Saudi-Arabien immer noch ist, wird sowohl von einer säkularen, als auch von geistlichen Macht gesteuert. Denn obwohl der König weltlicher wie geistlicher Führer des Königreichs ist, ist die Macht der Nachkommen des Muhammad ibn ʿAbd al-Wahhāb – des Clans Al ash-Shaykh – bedeutend.

Schon der Gründer der jetzigen Version Saudi-Arabiens und sein erster König, Abd al-Aziz ibn Saud, geriet seinerzeit mit den Glaubenseiferern und Fanatikern, den Ichwān, in Konflikt; diese waren aber auch seine Stoßkraft. Die Ichwān forderten eine Verbreitung des einzig wahren Glaubens auch außerhalb der Arabischen Halbinsel, was für das Königreich unvermeidlich zur Katastrophe geworden wäre. Mit einiger Mühe gelang es dem pragmatischen Abd al-Aziz, sie zu bezwingen, wonach er die Balance zwischen geistlicher und weltlicher Macht zugunsten letzterer zu verschieben begann. Dieser Prozess lief ständig über die ganze Zeit der Existenz des Staates der Dynastie Al-Saud, jedoch sind die ideologischen Beschränkungen auch heute noch die große Bremse einer Modernisierung des Landes.

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