Uruguay: Cannabis ist legalisiert!

Cannabisjesuserschienen bei euronews

Uruguay will im Krieg gegen die Drogen zumindest an einer Front die Strategie wechseln und Cannabis legalisieren.

 

Das Unterhaus hatte das Gesetz schon im vergangenen Juli durchgewunken. An diesem Dienstag wird nun der Senat Uruguays über den Entwurf debattieren und vermutlich ebenfalls zustimmen.

ERGÄNZUNG: Die Legalisierung ist durch! Damit ist Uruguay das erste Land weltweit, das diesen neuen, vernünftigen Weg geht. Ein Gramm Marihuana aus staatlicher Produktion kostet ab sofort 1 Dollar – während der Schwarzmarktpreis bei 1,40 lag… Mehr dazu bei RT

Der Staat will die Droge kontrollieren und, anders als beispielsweise Kalifornien, die gesamte Kette, von der Herstellung bis zur Abgabe, nur von öffentliche Stellen abwickeln lassen.

Jose Mujica, der Präsident Uruguays: “Was wir wollen, ist dieses Laster unter Kontrolle zu bringen. Wir wollen das Problem von der Marktseite her angehen, so dass Drogendealer kein Marihuana mehr handeln, weil es der Staat kontrolliert und günstiger abgibt. Wir bekämpfen das Problem mit dem Markt statt mit der Polizei.”

Das Vorhaben hat auch Kritiker in Uruguay. Veronica Alonso, Abgeordnete und Mitglied des Suchtausschusses, hält die Argumentation für fragwürdig: “Wir glauben, dass dieses Projekt das Problem des Drogenhandels nicht löst. Denn wenn man es ernst meinte und konsequent wäre, dann müssten wir ja auch über die Legalisierung von Kokain nachdenken. Denn das ist der eigentlich wichtige Drogenmarkt”

In der jüngeren Vergangenheit hatten sich eine Reihe von Regierungungen, darunter mehrere Bundesstaaten in den USA, unter Verweis auf den hohen Polizeiaufwand und niedrige Erfolgsquoten, für eine Entkriminalisierung Marihuanas entschieden.

Quelle: euronews

2 Gedanken zu „Uruguay: Cannabis ist legalisiert!

  1. DIE DEUTSCHE HANFFIBEL:

    Seid gegrüßt!

    Weil bei vielen Menschen bereits die Klappe bei der Überschrift gefallen sein dürfte, möchte ich hier als Einstieg etwas aus der Zeit des dritten Reichs voran stellen.

    Ich selber besitze einen Nachdruck dieses Werkes, dass 1942/43 vom Reichsnährstand Berlin herausgegeben wurde. Vor kurzem entdeckte ich, dass sich bereits jemand die Mühe gemacht hat dieses Heft einzuscannen und online zu stellen. So kann ich es hier einbinden, allerdings ist die Größe nur etwa halb so groß wie das Original, daher mache ich mir die Mühe und tippe die Texte (auch der besseren Lesbarkeit halber) ab.

    Die lustige Hanffibel

    Titelblatt

    Innenseite des Titelblatts

    Seite 1

    Text im Stempel: Preußische Staatsbibliothek Berlin

    Seite 2

    Herausgegeben vom Reichsnährstand, Berlin.

    Seite 3 fehlt, der Text ist folgender:

    Zum Geleit.

    In bewegter Zeit erscheint die Hanffibel und beweist
    damit die Wichtigkeit des Hanfanbaues. In lustiger,
    aber eindringlicher Form soll sie mithelfen, Zweifels-
    fragen des Anbaues zu lösen und eine alte Kultur
    des Niederungsmoorbodens zu neuer Blüte zu bringen.
    Wer sie sorgfältig beachtet, hilft mit zum Gelingen.

    Unterschrift (unleserlich)
    Reichshauptabteilungsleiter II
    des Reichsnährstandes

    Seite 4

    Einleitung

    Das deutsche Volk ist in der Welt
    Vornehmlich auf sich selbst gestellt.
    Zu oft getäuscht ward sein Vertrauen,
    auf fremde Hilfe nur zu bauen.
    Was heut es leistet, was es schafft,
    verdankt es seiner eignen Kraft,
    und diese Kraft wächst urgesund
    aus deutschem Geist und deutschem Grund.

    Jedoch der deutschen S c h o l l e Schoß
    Schenkt nicht allein die Nahrung bloß.
    In großer Menge spendet sie
    Auch R o h s t o f f für die Industrie.

    Zu solchem Rohstoff, hoch an Wert,
    auch unser guter H a n f gehört!
    Was er erbringt, wo man ihn baut,
    und was man macht aus seiner Haut,
    was man beim Anbau muß verstehen,
    kann man aus dieser Fibel sehen.

    Seite 5

    Erzeugnisse des Hanfbaues

    Die Pflanze Hanf, groß und gewaltig,
    ist in der Leistung vielgestaltig,
    sie wächst ja höher als ein Mann
    recht schnell und üppig auch heran.
    Aus ihrem Leib, dem unversehrten,
    sind alle Teile zu verwerten:
    Der Faserstrang, der Same glatt,
    der Holzteil und das schmale Blatt.
    Ein jedes Stück ist angetan,
    zu dienen dem Vierjahresplan!

    Der Same, immer hoch an Wert,
    zunächst das S a a t g u t uns beschert,
    auch wird verzehrt als Lieblingsspeise
    besonders gern er von der Meise,
    denn ist von Hanf ihr Kröpfchen voll.
    Wird laut ihr Lied und liebestoll.

    Seite 6

    Den H o l z t e i l dieser großen Pflanze
    Soll man nicht schlagen in die Schanze,
    aus ihm lässt leicht sich fabrizieren
    Belag, um Böden zu garnieren.
    Auch liefert er Papier und Pappe
    Und Leichtbaustoff und Wandattrappe,
    auch kann aus ihm als weitre Sachen
    Holzzucker man und Holzgas machen.

    Jedoch das all verblasst sehr weit
    Vor seiner F a s e r Brauchbarkeit.
    Nur selten ist ein Seil zerronnen,
    das aus dem Hanf zurechtgesponnen!

    Seite 7

    Wer Wäsche seilt bei Wind und Wettern,
    wer mit dem Bergseil hoch will klettern,
    wer wegen will und feste binden,
    wer segelt unter starken Winden,
    wer mit dem Tau am Kai hantiert,
    wer mit dem Strick den Bullen führt,
    wer Pferde muß mit Lasso fangen,
    wer will, daß Fisch´ im Netze hangen,
    wer mit dem Schlauch bekämpft die Brände,
    wer baumelt an des Schwimmgurts Ende,
    wer auf Strickleitern klettert steil,
    wer tanzt und turnt hoch auf dem Seil,
    wer in dem Boxring, arg zerhauen,
    sich retten muß zu Seil und Tauen,
    wer abseilt tief in finstre Schächte –
    d e r n e h m e n u r d i e
    H a n f g e f l e c h t e !

    Seite 8

    Auch friedlicheres läßt sich spinnen
    und aus dem Faserhanf gewinnen,
    zum Beispiel: Teppich für die Wohnung
    und Riemen für des Bauches Schonung.
    Kommt´s Wochenend im Waldesschatten,
    träumt es sich schön in Hängematten,
    liegt man allein, so fern der Welten,
    am Flusses Strand in kühlen Zelten,
    wenn gegen Neugier, Sonn´und Wind
    sie dicht aus Hanf gewebet sind.

    Hanf gibt auch Drillich, Wäsche, Tücher,
    und starken Einband für die Bücher,
    auch Barchent, Gurte, Plane, Säcke –
    kurz, Dinge für gar viele Zwecke!
    E i n H a n f g e w e b e k a u m v e r s c h l e i ß t ,
    e i n f e s t e r H a n f s t r i c k n i e z e r r e i ß t !

    Seite 9

    Ausdehnung des Hanfbaues

    So ist der Hanf es also wert,
    dass man im Anbau ihn vermehrt,
    zumal die Faser und der Samen
    bisher meist aus dem Ausland kamen,
    obwohl der Hanf auch allezeit
    auf unserer Solle gut gedeiht,
    denn noch vor sechzig Jahren trug
    der deutsche Boden Hanf genug.*

    So ist uns Hanf kein fremder Gast,
    M a n p f l a n z e i h n , w o h i n e r p a ß t !
    Doch sei, soll der Ertrag genügen
    die Vorbereitung recht gediegen.
    Der Hanfbau ist gewiß nicht schwer,
    jedoch er geht n i c h t n e b e n h e r .
    Du musst ihn, soll er dich erfreuen,
    wie jede andre Frucht betreuen!

    * Die Anbaufläche betrug 1878 rd. 21 000 ha, 1932 war sie auf
    200 ha gesunken und stieg dann 1939 auf 16 000 ha an. Sie ist
    während des Krieges noch weiter gestiegen.

    Seite 10

    Eins muß jedoch beachtet bleiben:
    Der Hanfbau darf n i e m a l s vertreiben
    Die Brot- und Hackfrucht von den Flächen –
    Ein solches würd´ sich bitter rächen!
    Man geb´ dem Hanfbau dorten statt,
    wo er den rechten Standort hat!
    Wo diese Flächen sind zu finden,
    das soll euch jetzt die Fibel künden!

    Seite 11

    Boden und Standort

    Hanf wächst – das stehe hier zuvor –
    Am besten auf dem N i e d r u n g s m o o r ,
    das ihm, da humusreich und feucht,
    als i d e a l s t e r S t a n d o r t deucht.
    Es braucht der Hanf, der böse Prasser,
    in seinem Leben recht viel Wasser,

    das mit der tiefen Wurzel Mund
    er saugt aus Moores frischem Grund.

    Jedoch, so sehr er Wasser liebt,
    z u v i e l an Wasser ihn betrübt,
    denn, ist der Boden stauend naß,
    dann bleibt der Hanf recht klein und blaß.

    Seite 12

    Wer Hanf baut auf der Moore Flur,
    treibt ferner echte M o o r k u l t u r ,
    denn eng begrenzt ist hier die Wahl
    in unsrer Nutzgewächse Zahl:
    der Moorwirt baut Kartoffeln, Kohl,
    zuweilen auch Getreide wohl,
    auch etwas Mais und Futterknollen –
    Viel mehr ist nicht im Moor zu wollen!

    Und ist der Saatauflauf geglückt,
    wird er vom Unkraut arg bedrückt,
    man hackt und hackt, ohn´ Rast und Stocken,
    das Moor wird dadurch dürr und trocken.
    Die Feuchtigkeit gar schnell verfliegt,
    das Moor wird mullig und verfliegt.
    Auch wird des Moorwirts Müh´ und Walten
    Stets durch das Unkraut aufgehalten.

    Seite 13

    Texte der Sprechblasen: „Hilfe“ und „Wir ersticken!“

    Hier springt der starke H a n f allein
    als R e t t e r f ü r d a s M o o r l a n d ein.
    Er wächst sehr schnell und groß heran
    weist der Kultur die rechte Bahn,
    denn jede Frucht sich froh gestaltet,
    wenn Hanf im Wechsel eingeschaltet,
    er gibt dem Acker Schirm und Schatten,
    bringt schnell das Unkraut zum Ermatten,
    er hält des Moores Spätfrostgefahr,
    die krümmt dem Hanf kein einzig Haar.

    Seite 14

    Auch Grünland in dem Moorgebiet
    Ist im Ertrag oft karg und müd´,
    hier wird, sofern es gut entwässert,
    durch Hanf die Leistung schnell verbessert.
    K u r z u m , d i e M o o r k u l t u r e r h ö h t ,
    w e r a u f d e m M o o r m e h r H a n f a u s s ä t !

    Und auch auf manchen andren Flächen
    beseitigt Hanf des Bodens Schwächen,
    sofern zuvor, ob Tal, ob Hügel,
    man gut gesenkt den Wasserspiegel.*

    Wo das Getreide häufig lagert,
    durch Frost, Rost oder Unkraut magert,
    wo frischgebrochner Wiesenboden,
    wo man den dichten Wald tat roden,
    wo Wiesentäler gut drainiert,
    wo einst ein Flußarm hergeführt,
    wo Land man schuf aus Seen und Teichen –
    da ist mit Hanf was zu erreichen!

    * Der Grundwasserspiegel soll vor der Saat auf etwa 50 bis 80 cm
    tief gesenkt sein.

    Seite 15

    Fruchtfolge und Vorfruchtwert

    Das Vorgesagte lässt ersehen,
    auf welchen Böden Hanf soll stehen,
    und an die Vorfrucht auf dem Feld
    er nur geringen Anspruch stellt.
    Er steht nach Hackfrucht, Korn, Gemüse,
    auch gern nach Weide oder Wiese.

    Der schatt´ge Hanf, und das ist klar,
    stellt selbst die beste Vorfrucht dar,
    denn sein Bestand, groß, breit und dicht,
    erwürgt des Unkrauts schlimm Gezücht.
    er lässt, wenn er vom Acker weicht,
    zurück ihn sauber, gar und feucht.

    Seite 16

    Nach Hanf fühlt, frei von allen Sorgen,
    Getreide sich recht wohl geborgen.

    Auch Hackfrucht, die dem Hanf folgt nach,
    bringt hohe Ernten allgemach,
    und auch die Grassaat, zart und fein,
    legt gern sich in sein Bett hinein.

    K u r z , j e d e S a a t i n H a n f e s F e l d
    b r i n g t r e i c h e E r n t e n , r e i c h e s G e l d !

    Und eines noch, was nicht alltäglich:
    Hanf ist auch mit sich selbst verträglich;
    Wenn man auf gleichen Feld ihn bringt,
    sein Anbau dennoch gut gelingt.

    Seite 17

    Bodenbearbeitung

    Der Hanf, der ist kein Krumenhocker,
    er liebt ein S a a t f e l d tief und locker,
    aus dem mit seiner Wurzel Schaft,
    er kräftig sich die Nahrung rafft,
    um dann in jugendlichem Walten
    sein üppig Wachstum zu entfalten.
    Um diesem Anspruch zu genügen,
    soll tief im Herbst das Feld man p f l ü g e n .

    Soll unser Hanf auf G r ü n l a n d stehen,
    musst du im Herbst zum Umbruch gehen,
    damit der Frost füllt jede Lücke
    und sprengt den Boden mürb in Stücke.

    Im Frühjahr sollst du dich beeilen,
    die alte Narbe zu zerteilen,
    hier ist, um gut es zu vollenden,
    die S c h e i b e n e g g e zu verwenden.

    Seite 18

    Je feiner Egg´ und Scheibenmesser
    Die Klumpen schneiden, um so besser!
    Sind klein die dicht verfilzten Narben,
    dann braucht die Hanfsaat nicht zu darben.

    Will man den Boden gut bereiten,
    nehm´ man die W a l z e auch beizeiten.
    Mit ihrem schwersten Exemplar
    macht sie den Acker mürb und klar.
    Man nehm´ zuerst die Walze vor
    besonders auf dem Niedrungsmooor,
    weil dessen lockeres Gefüge
    gefestigt wird dann zur Genüge.
    Die Walze gibt dem Boden Schluß,
    das ist dem Hanf ein Hochgenuß;
    er möchte mit der Zunge schnalzen –
    so dankbar ist er für das Walzen!

    Seite 19

    Die Düngung

    Wer schnelle wächst vom Kind zum Knaben,
    muß gut und reich zu essen haben,
    daß Säfte sammeln Blut und Bauch –
    so ist es mit dem Hanfe auch!
    Es muß, soll er recht schnell gedeihn,
    viel Nahrung ihm verfügbar sein,
    und, da sein Appetit enorm,
    auch in leicht aufnehmbarer Form.

    Will man ihm gute Nahrung bringen,
    muß man ihn stark mit S t i c k s t o f f düngen,
    wofür er sich recht dankbar zeigt
    und niemals auch zum Lagern neigt.
    Auch K a l k , in mancher Forum gegeben,
    befördert schnell und stark sein Leben,
    desgleichen will hinreichend haben
    er K a l i – und auch P h o s p h o r g a b e n ,*
    die seinen hohen Stengelteilen
    verhelfen zu reicht starken Seilen.

    * Man gebe etwa 3 bis 4 dz Phosphorsäure und 40 %iges Kali je ha.

    Seite 20

    Auf eines aber habe acht,
    daß früh der Dünger ausgebracht!
    Die beste Zeit ist vor der Saat,
    damit der Dünger Muße hat
    sich noch vor den Bestellungszeiten
    reicht fein im Boden auszubreiten.

    Den Dünger auf den Kopf zu streuen,
    das kann den Hanf nur selten freuen,
    weil dieser ihm nur wenig frommt,
    da er zu spät zur Wirkung kommt.
    Ist schlecht sein Wuchs an Blatt und Stengeln,
    dann liegt das meist an andren Mängeln;
    zum Beispiel, dass die Nässe staut,
    daß ward der Boden arg versaut,
    daß fehlt dem Acker guter Schluß,
    wodurch der Hanf nicht kommt zum Schuß.
    Kopfdüngung aber hilft hier nie
    und bleibt verlor´ ne Liebesmüh´!

    Seite 21

    Auch S t a l l m i s t kann, im Herbst gegeben,
    des Hanfes Wachstum kräftig heben,
    weil der Bakterien große Schar
    ihm bietet reiche Nahrung dar.

    Doch, welcher D ü n g e r auch genommen –
    er muß f r ü h i n d e n B o d e n kommen,
    denn was hilft allen Düngers Pracht,
    wenn´ s Wasser ihn nicht löslich macht!

    Drum streue früh die Düngergabe,
    das ist dem Hanf die liebste Gabe,
    dann wächst er in recht kurzer Zeit
    zu ausgedehnter Üppigkeit!

    Seite 22

    Sorte und Saat

    Soll Hanf genügen im Ertrage,
    beacht´ man auch die Sortenfrage:
    der späte Hanf wird selten trocken,
    trotz noch so schön gebauter Hocken.

    Die d e u t s c h e n S o r t e n , durchgezüchtet,
    sind alle f r ü h r e i f ausgerichtet,
    sie sind vor jeder Auslandssaat
    drei Wochen früher reif zur Mahd.
    Auch sollst zu solcher Sort´ du greifen,
    bei der die Samen sicher reifen,
    und die nebst guten Fasersträngen
    auch bringen reiche Samenmengen.

    Seite 23

    Daß finde unser Hanf im Moor
    zur Keimung reichlich Wasser vor,
    sä´ mit der Drillmaschin´ ein jeder
    auf Tiefe von f ü n f Z e n t i m e t e r ,
    dann kann dich auch kein Vogel narren
    und ihn frech aus dem Boden scharren!
    Ist so die Saat sorgsam bestellt,
    führ noch die Egge übers Feld,
    und dann zum Schluß ein Walzenstrich –
    so ist der Saat gedeckt der Tisch!

    Zur A u s s a a t gehe mit Frohlocken,
    sobald der Boden warm und trocken.
    Hält Auslanssaat man nur bereit,
    ist´s End´ April so an der Zeit,
    doch Mitte Mai ist´s nicht zu spät
    wenn man nur deutsche Sorten sät.

    Seite 24

    Von Wichtigkeit beim Säenswerke
    Ist auch die rechte A u s s a a t s t ä r k e.
    Die d i c h t e S a a t bringt Ackerreinheit
    Und ganz besondre Stengelfeinheit.
    Wenn Stengel hoch und dünn gelingen,
    sie auch die beste Faser bringen.

    Doch schieße man nicht übers Ziel,
    denn ungesund ist allzu viel,
    bei wahllos draufgesäten Mengen
    die Pflanzen alle sich bedrängen.
    Drum drille man, sonst wird es pleite,
    auf etwa z w a n z i g R e i h e n w e i t e
    und bring an Saat dem Boden dar
    s o a c h t z i g K i l o je Hektar!

    Seite 25

    Texte in den Sprechblasen: „Pflege nicht nötig!“ „Mach du Feierabend.“
    „Unkraut erledigen wir selbst.“

    Die Pflege

    Kaum sind drei Wochen erst verflossen,
    ist schon der Acker dicht geschlossen,
    und was das Feld an Unkraut birgt,
    wird durch den Hanf schnell abgewürgt.
    Drum ist auch auf des Moores Land
    die Pflegearbeit kaum gekannt.

    Baut man den Hanf auf bind´gem Boden,
    soll hacken man und Unkraut roden,
    doch rühre man hier schnell die Hände,
    sonst sind zu groß schon die Bestände!

    Seite 26

    Die Ernte

    Schon geht der Sommer durch das Land,
    schnell reift des Hanfes Samenstand,
    dann mählich sanft von unten her
    die Körner werden reifeschwer.
    Willst taubes Korn du hier vermeiden,
    darfst du den Hanf jetzt noch nicht schneiden,
    erst wenn der halbe Samenstand
    erhält ein reif-graubraun Gewand,
    und wenn die Körner prall sich füllen
    und schaun aus ihren Blütenhüllen,
    und wenn der Same bräunt sich fein –
    d a n n will der Hanf geerntet sein!
    Willst du die Ernte schnell vollführen,
    musst du sie wohl mechanisieren;
    es eignet sich auf manchem Schlage
    die Mähmaschin´ mit H a n d a b l a g e ,
    selbst bei dem Hanf mit großer Länge
    kommt man dabei nicht ins Gedränge.

    Seite 27

    Der Nachteil doch bei dem Geschäfte:
    Man braucht noch viele Arbeitskräfte,
    die binden müssen und sich regen,
    den Hanf schnell aus der Bahn zu legen.

    Es spart viel Arbeit, Zeit und Kraft,
    wer mit dem B i n d e m ä h e r schafft,
    er ist jedoch nur zu verwenden
    bei kleingewachsenen Hanfbeständen,
    drum schufen unsere Erfinder
    in Deutschland einen H a n f m ä h b i n d e r ,
    der sauber, schön und unentwegt
    den größten Hanf zu Boden legt,
    mit dem sich nebenher aufs best´
    auch das Getreide mähen lässt.

    Damit die Ernte schnell wird trocken,
    stellt sorgsam man den Hanf auf H o c k e n ,
    auf daß der Haufe schön sich runde,
    mach´ man an sechzehn Garbenbunde,
    wenn fest sie aufgerichtet sind,
    dann trotzen sie dem stärksten Wind.

    Seite 28

    Lagerung und Drusch

    Die Faserteile schnell zergehen,
    lässt man zu lang´ die Hocken stehen,
    sie können äußerst schlecht vertragen
    den Regen in des Herbstes Tagen:
    die Fasern schrumpfen und verleimen,
    die Körner fangen an zu keimen,
    auch picken sie die Vögel aus –
    drum fahr den Hanf recht bald nach Haus!
    Doch mangelt hierzu Raum und Zeit,
    mach eine Miete dann bereit *
    mit hoch und steil gestellten Traufen,
    dann wird der Regen abwärts laufen!

    Der Hanf in Mieten oder Scheunen
    Muß nun im S c h w i tz p r o z e ß sich bräunen,
    dies Stadium in seiner Bahn
    hält fast sechs ganze Wochen an,
    doch heilsam ist ihm diese Kur,
    weil auch das Korn, das halbreif nur,
    jetzt erst des Daseins Zweck begreift
    und schön zu vollem Samen reift.

    So ward vollbracht sein kurzes Leben –
    Erwünscht ist, jetzt abzugeben
    den Hanf mit Samen und mit Stengel,
    das spart viel Arbeit und Gedrängel.
    Doch wo man nicht gleich liefern kann,
    fang man den Hanf zu d r e s c h e n an.

    * Grundfläche 30 X 12 m, Höhe 10 m. Mietensohle ist nach innen
    eingezogen, um Fäulnis durch Traufwasser zu vermeiden.

    Seite 29

    Jedoch mit dem normalen Drescher
    Da gäb es Splitter, Scherben, Brecher,
    weil der Maschine Hals und Magen
    das Hanfgebund nicht kann vertragen.
    Dem Drusch des Hanfes heute dienen
    die Hanfdresch-Spezialmaschinen.

    Und blieb der Samen auf der Strecke,
    füll´ man ihn keineswegs in Säcke,
    er würde furchtbar sich erhitzen
    und jetzo sich zu Tode schwitzen,
    du musst vielmehr nach alter Sitten
    ihn sorgsam auf den Boden schütten *
    und durch der Hände fleißig Walten
    ihn schaufeln und lebendig halten,
    was anfangs er in seiner Lage
    verlangt an jedem zweiten Tage.
    Um das Zertreten zu vermeiden,
    soll man die Schuh mit Filz bekleiden.
    Derselbe Zweck wird auch erfüllt,
    wenn sie mit altem Sack umhüllt.

    Hanfsamen ist erst l a g e r f e s t ,
    wenn ihn die Feuchtigkeit verlässt,
    das heißt, wenn sank zum guten End´
    die Feuchtigkeit auf acht Prozent!

    * In etwa 25 cm Höhe.

    Seite 30

    Ablieferung und Preis

    Des Hanfes weiteres Geschick
    vollzieht sich in der Hanffabrik,
    mit ihr, zwecks Absatz und Verkauf,
    nimm zeitig die Verbindung auf!

    Ist die Fabrik in nahen Lagen,
    dann lad den Hanf auf deinen Wagen
    und fahre selber, gut gebunden,
    das Hanfstroh hin in ein paar Stunden,
    nur Hanf, von ferne hergebracht,
    erhält vergütet seine Fracht. *

    * Die Bahnfracht wird gewöhnlich erst bei einer Entfernung von
    10 km vergütet.

    Seite 31

    Ein jeder, der heut Hanfbau treibt,
    nie auf den Stengeln sitzen bleibt,
    weil Hanf zu aller Nutz und Frommen
    wird einem jeden abgenommen.

    Wie´s nach der Ordnung sich gebührt,
    ist auch ein Festpreis garantiert,
    wobei die gute Qualität
    auch höher noch im Preise steht.
    Drum soll ein jeder danach sinnen,
    nur beste Faser zu gewinnen!

    So bringt der Hanf, der groß und stark,
    viel Rohstoff uns und manche Mark!

    W e r H a n f h e u t b a u t m i t f l e i ß ´g e r H a n d ,
    h i l f t s e l b s t s i c h u n d d e m V a t e r l a n d !

    Rückseite der Broschüre

    Wie man an der lustigen Hanffibel sieht, war uns das dritte Reich in Sachen nachwachsender Rohstoffe um Lichtjahre voraus. Klar, waren es damals Not- und Krisenzeiten, aber wenn ich mir heute das Geschwätz über den Treibhauseffekt anhören muss, kann ich eigentlich nur mit dem Kopf schütteln.

    Wenn man sich allein den Sektor Papier anschaut, wäre Hanf die Lösung um nicht mehr Telefonnummern in kanadischen Wäldern nachschlagen zu müssen, da aus einem Hektar Hanf die vier- bis fünffache Menge an Papier gewonnen werden kann. Dabei werden nur etwa ein Viertel an Chemikalien und Wasser benötigt und Hanfpapier lässt sich bis zu 7 Mal wiederverwerten, alles deutliche Vorteile gegenüber Papier aus Holzzellstoff. Darüber hinaus lassen sich über 50.000 Produkte umweltfreundlich aus Hanf produzieren, gewissermaßen ist Hanf damit eine „Eierlegende Wollmilchsau“.

    Über Jahrtausende hinweg war Hanf Begleiter der Menschen, nur weil ein paar durchgeknallte Amerikaner mit der Aufhebung der Alkoholprohibition, vor der Arbeitslosigkeit standen, musste schnell ein neues Tätigkeitsfeld für die 10.000 Agenten der DEA (Drug Enforcement Agency) gefunden werden. So wurde der Hanf dämonisiert, dazu griff man zu dem Trick ihn nicht unter seinem eigentlichen Namen zu verbieten, er wurde umbenannt in Marihuana und schon begriff keiner was da eigentlich verboten wurde. Ähnlich wurde auch in Deutschland verfahren. Mit den Begriffen Haschisch und Marihuana konnte hier 1971 kaum jemand etwas anfangen, denn bis in die späten 40er Jahre hieß es hier Knaster, der als Tabakersatz geraucht wurde und womit niemand Probleme hatte.

    Auch als Heilmittel hat Hanf sehr viel zu bieten, nur leider können Pharmakonzerne kein Geld damit verdienen, da sich Pflanzen nun einmal nicht patentieren lassen. Deshalb wurde einer von über 400 Wirkstoffen isoliert und chemisch hergestellt als Tabletten auf den Markt gebracht, dabei wurde vollkommen außer Acht gelassen, dass häufig erst das Zusammenspiel verschiedener Wirkstoffe den erwünschten Heilerfolg bringt. Diese Pillen brachten nicht den gewünschten Erfolg und somit auch kaum Gewinn, das Naturheilmittel wirkt halt besser.

    Statt all die Dinge zu nutzen, die uns der Hanf beschert, wird er als „Droge“ dämonisiert. Da kann ich nur raten einmal unter dem Begriff Droge im Duden nachzuschlagen. Dort steht in etwa: Pflanzliche Bestandteile zur Heilung und Linderung von Krankheiten und Beschwerden.

    Soviel als kurzer Anriss rund um Hanf…

    Gruß
    Nordfrau

    http://archive.org/stream/DieLustigeHan … 0/mode/2up

    http://archive.org/stream/deutschlandsf … 4/mode/2up

    http://archive.org/stream/ansichtenberd … 5/mode/2up

    http://hanf-aktivisten.de/?tag=die-lustige-hanf-fibel

    http://archive.org/details/DieLustigeHanffibel

    1. @ Waffenstudent
      Du bist ein irre guter Typ, „Schatz“ will ich wegen der Mißverständlichkeit nicht sagen – aber es trifft es!
      DANKE!

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