12 Gedanken zu „Italien: Proteste inTurin – Video

  1. So etwas kann man sich im obrigkeitshörigen Restdeutschland garnicht vorstellen. Es war Lenin der sagte: `Mit Deutschen kann man keine Revolutioin machen. Befiehlt man ihnen einen Bahnhof zu stürmen, kaufen sie sich erstmal `ne Eintrittskarte. Traurig, was? Gerry Frederics

  2. @ Gerry Frederics

    „Es ist mehr dran als mensch glaubt!“

    ___„…wer, wie, was, wieso, weshalb warum, wer nicht fragt bleibt dumm.“

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    Populismus-Baustein: Antiamerikanismus, Unterkategorie: Bush-Bashing »

    Deutsche Korporationen in Freikorps-Tradition
    17. Januar 2009
    in Allgemein, Braunzone, Lokal – Tübingen und Zeitgeschichte

    Arbeitermörder
    Ti­tel­blatt des USPD-​Ma­ga­zins „Freie Welt“

    Tra­di­ti­on ist Tra­di­ti­on
    Das kor­po­rier­te Ge­schichts(zerr)bild fin­det bei Ver­bin­dungs­kri­ti­kern lei­der häu­fig nicht ge­nü­gend Auf­merk­sam­keit. Denn nicht nur Se­xis­mus, rech­te Um­trie­be oder eli­tä­res Ge­ha­be dis­kre­di­tie­ren Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen, son­dern auch ihr ver­fälsch­tes Ge­schichts­bild und -​ver­ständ­nis.
    Ge­schichts­ver­fäl­schung wird von Kor­po­rier­ten nicht nur im Bezug auf ihre Be­tei­li­gung im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­trie­ben. Hier wird gerne be­haup­tet Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen wären ver­bo­ten wor­den (1). Auch die vor­aus­ge­gan­ge­ne Ge­schich­te wird von Kor­po­ra­tio­nen häu­fig ver­zerrt dar­ge­stellt.

    DB-Gefallenenliste
    aus dem Ver­bands­or­gan der „Deut­schen Bur­schen­schaft“, den „Bur­schen­schaft­li­che Blät­ter“

    Die „große Men­sur“ im Ers­ten Welt­krieg, der „Op­fer­gang“ im Zwei­ten Welt­krieg oder der Frei­korps-​Ein­satz sind seit Jahr­zehn­ten po­si­ti­ve Be­zugs­punk­te nicht nur der, oh­ne­hin sehr weit Rechts­au­ßen an­zu­sie­deln­den, Bur­schen­schaf­ten, son­dern auch der an­de­ren, teil­wei­se eher li­be­ra­len und mo­der­ni­sier­ten Kor­po­ra­tio­nen („Par­ty­ver­bin­dun­gen“). Die­ses Ge­schichts­bild wird schein­bar kei­ner­lei kri­ti­schen Re­vi­si­on un­ter­wor­fen, son­dern nur tra­diert und re­pro­du­ziert. Wis­sen­schaft­li­che Lek­tü­re wird nur an den Stel­len zi­tiert, an denen sie dem ei­ge­nen Ge­schichts­bild dien­lich.

    My­thos: Frei­korps als Re­pu­blik-​Ver­tei­di­ger
    Die Be­tei­li­gung von Stu­den­ten, ins­be­son­de­re aber von Ver­bin­dungs­stu­den­ten, an den rechts­ra­di­ka­len Frei­korps war enorm. An­fang der 1920er Jahre sol­len 33% der deut­schen Stu­den­ten Frei­korps-​Mit­glie­der ge­we­sen sein. Nicht we­ni­ge Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen glie­der­ten sich ge­schlos­sen in Frei­korps-​Ver­bän­de ein.
    Diese Frei­korps waren, wie unten aus­ge­führt, fast durch­weg re­pu­blik­feind­lich, an­ti­de­mo­kra­tisch und teil­wei­se noch kai­ser­treu. Mit der Zeit wur­den sie zu­sätz­lich auch noch ra­di­kal-​an­ti­se­mi­tisch. Der Kampf gegen die Wei­ma­rer Re­pu­blik wurde damit zum Kampf gegen „die Ju­den­re­pu­blik“.

    Die Frei­korps ent­stan­den in Re­ak­ti­on (im wahrs­ten Sinne des Wor­tes) rech­ter Krei­se auf die Kriegs­nie­der­la­ge. In ihnen sam­mel­ten sich ra­di­ka­li­sier­te Mi­li­tärs, Ex-​Sol­da­ten und pa­ra­mi­li­tä­risch ge­schul­te An­ge­hö­ri­ge der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on, die am Welt­krieg nicht mehr teil­neh­men konn­te, aber die Kriegs­pro­pa­gan­da zur Gänze auf­ge­so­gen hatte („Ge­ne­ra­ti­on des Un­be­ding­ten“). Ziel war es auf nied­ri­ger Ebene den Krieg gegen in­ne­re und äu­ße­re Fein­de fort­zu­set­zen. Dafür stell­ten sich 250-​400.​000 Frei­korps-​An­ge­hö­ri­ge nach dem Prin­zip „der Feind mei­nes Fein­des ist mein Freund“ auch der ge­mä­ßig­ten SPD-​Re­gie­rung zur Ver­fü­gung, die ver­such­te einen Wei­ter­gang der No­vem­ber-​Re­vo­lu­ti­on und so­zia­le Un­ru­hen zu un­ter­drü­cken. Als „Blut­hun­de“, so der SPD-​In­nen­mi­nis­ter Gus­tav Noske („Mei­net­we­gen! Einer muss der Blut­hund wer­den“), wur­den Frei­korps gegen auf­stän­di­sche Ar­bei­ter im Ruhr­ge­biet, in Thü­rin­gen oder gegen die bay­ri­sche Rä­te­re­pu­blik los­ge­las­sen. Zu­sam­men mit der Reichs­wehr prak­ti­zier­ten die Frei­korps eine blu­tig-​ef­fek­ti­ve Auf­stands­be­kämp­fung, die über 5.​000 Tote for­der­te. Die Auf­stän­di­schen, dar­un­ter nur zum Teil Par­tei­kom­mu­nis­ten, kämpf­ten da­mals für eine ge­sell­schaft­li­che Um­ver­tei­lung und die Bei­be­hal­tung bzw. Ein­füh­rung des ba­sis­de­mo­kra­ti­schen Rä­te­sys­tems. Wir spre­chen hier oh­ne­hin von einer KPD vor ihrer Bol­sche­wi­sie­rung, die erst Mitte der 1920er ein­setz­te.

    Der große My­thos, der nach 1945 von den Kor­po­ra­tio­nen sorg­sam ge­pflegt wird, ist die Be­haup­tung, dass es sich bei den Frei­korps um eine Art von Re­pu­blik-​Ver­tei­di­gern ge­han­delt hätte. Das sahen die Frei­korps selbst aber zu ihrer Zeit an­ders. Wäh­rend vor 1933 bei den Frei­korps die an­ti­bol­sche­wis­ti­sche Stoß­rich­tung be­tont wurde, wer­den den Frei­korps erst post­hum viel hehre Mo­ti­ve un­ter­stellt.
    Dabei han­del­te es sich in Wahr­heit le­dig­lich um ein zeit­wei­li­ges Zweck­bünd­nis­ge­gen zwi­schen Frei­korps und der MSPD-​Re­gie­rung gegen einen ge­mein­sa­men Feind. Die Mo­ti­ve der Frei­korps lagen nicht in der Ver­tei­di­gung der Wei­ma­rer De­mo­kra­tie, son­dern in der Be­kämp­fung der „Roten“, „Spar­ta­kis­ten“ und „Bol­sche­wis­ten“. Die Er­mor­dung von Karl Lieb­knecht und Rosa Lu­xem­burg in Ber­lin durch Frei­korps-​Mit­glie­der war kein zu­fäl­li­ger Ex­zess (Die Lei­che Lu­xem­burgs wies 30 Trit­te ge­na­gel­ter Schuh­soh­len und 120 Kol­ben­hie­be auf.), son­dern Aus­druck einer hass­er­füll­ten Feind­bild-​Ideo­lo­gie.
    Das Bünd­nis zwi­schen Frei­korps und Re­gie­rung war dabei sehr brü­chig wie der Kapp-​Lütt­witz-​Putsch zeig­te. Beim rech­ten und an­ti­de­mo­kra­ti­schen Kapp-​Putsch im Früh­jahr 1920 waren Frei­korps maß­geb­lich be­tei­ligt.
    Auch die an­de­ren „Ein­satz­ge­bie­te“ der Frei­korps spre­chen nicht für deren de­mo­kra­ti­sches Selbst­ver­ständ­nis. Gegen die Aus­wir­kun­gen des „Ver­sail­ler Ver­tra­ges“ bzw. die all­ge­mei­ne Nach­kriegs­ord­nung kämpf­ten Frei­korps in Ober­schle­si­en (1919-​21) oder im Bal­ti­kum, wo 40.​000 Frei­korps-​Mit­glie­der („Bal­ti­ku­mer“) 1919 eine Art „Pri­vat-​Feld­zug“ gegen die „Roten“ führ­ten. Im Bal­ti­kum wur­den die Frei­korps aus Deutsch­land bei ihrem an­ti­bol­sche­wis­ti­schen Feld­zug, unter dem auch die ein­hei­mi­sche Be­völ­ke­rung der Let­ten und Esten litt, sogar von einem Frei­korps un­ter­stützt, dass sich aus Mit­glie­dern der deutsch­spra­chi­gen Min­der­heit ge­bil­det hatte. Die­ses Frei­korps nann­te sich „Bal­ten­re­gi­ment“ (1918-​1920) und war eine in Est­land aus Deutsch-​Bal­ten und Sol­da­ten der sich auf­lö­sen­den deut­schen Trup­pen ge­bil­de­te Frei­wil­li­gen­ein­heit. Sie re­kru­tier­te sich laut dem ent­spre­chen­den Wi­ki­pe­dia-​Ein­trag zu einem gro­ßen Teil aus Corps­stu­den­ten der Uni­ver­si­tät Tartu und des Ri­ga­er Po­ly­tech­ni­kum.

    Nach der im Kapp-​Lütt­witz-​Putsch 1920 of­fen­bar ge­wor­de­nen Un­treue der Frei­korps zur jun­gen Re­pu­blik wur­den viele Ver­bän­de von der Re­gie­rung of­fi­zi­ell auf­ge­löst. Meist grup­pier­ten sich diese „auf­ge­lös­ten“ Ver­bän­de aber le­dig­lich um und exis­tier­ten im Un­ter­grund wei­ter. Nicht we­ni­ge schlos­sen sich der so ge­nann­ten „Schwar­zen Reichs­wehr“ oder spä­ter der NS­DAP-​Schlä­ger­trup­pe SA an. Die En­tente hatte ja im Ver­trag von Ver­sail­les die Mit­glie­der­zahl der deut­schen Armee auf 100.​000 Mann be­grenzt. Um diese Be­stim­mung zu un­ter­lau­fen wurde eine so ge­nann­te „Schwar­ze Reichs­wehr“ eta­bliert, die sich aus Wehr­bün­den, Frei­korps und Ve­te­ra­nen­ver­bän­den zu­sam­men­setz­te. Mit die­ser Schat­ten­ar­mee war der Grund­stein zu einer grö­ße­ren Armee, einer An­griffs­ar­mee, ge­legt. Denn deut­sche Mi­li­tärs plan­ten be­reits vor 1933 eine Re­van­che für den ver­lo­re­nen Welt­krieg.

    Zum Bei­spiel: Tü­bin­gen
    Die Tü­bin­ger Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen „Guest­pha­lia“, „Liech­ten­stein“, „Ghi­bel­li­nia“, „Ger­ma­nia Tü­bin­gen“ und „Stutt­gar­dia“ be­tei­lig­ten sich nach­weis­lich an zwei Frei­korps-​Ein­hei­ten („Tü­bin­ger Stu­den­ten Com­pa­nie“). Ins­ge­samt kam ein Ba­tail­lon mit 800 Mann zu­sam­men, dass in eine „Schloss­berg“- und in eine „Ös­ter­berg“-​Kom­pa­nie auf­ge­teilt wurde.

    Stuttgardia Tübingen
    die Tü­bin­ger Ver­bin­dung Stutt­gar­dia beim Frei­korps-​Ein­satz

    Diese bei­den Stu­den­ten-​Kom­pa­ni­en waren zum Ein­satz in Ober­schle­si­en, in Stutt­gart (April 1919), Augs­burg, Mün­chen (Mai 1919) und im Ruhr­ge­biet (März 1920). Min­des­tens bei dem „Ein­satz“ in Mün­chen pflas­ter­ten Lei­chen den Weg der Frei­korps. Vom 30. April bis 4. Mai 1919 sind in Mün­chen und Um­ge­bung von den Re­gie­rungs­trup­pen, dar­un­ter auch die Frei­korps, etwa 500 Per­so­nen er­schos­sen wor­den („auf der Flucht“ oder „in Not­wehr“), unter ihnen auch 21 ka­tho­li­schen Ge­sel­len. Amt­lich re­gis­triert wur­den nur 181, und zwar als „töd­lich ver­un­glückt“. Am 02.​05.​1919 er­mor­den Frei­korps­mit­glie­der, dar­un­ter ver­mut­lich auch Tü­bin­ger Ver­bin­dungs­stu­den­ten, in Grä­fel­fing (Bay­ern) 53 rus­si­sche Kriegs­ge­fan­ge­ne.

    Der Frei­korps-​Ein­satz wird noch heute in den Ver­bands­blät­tern an­er­ken­nend er­wähnt:

    Die Ge­ne­ra­ti­on 1920 – 1940 war von einem un­bän­di­gen Le­bens­wil­len be­stimmt. Er war her­aus­ge­wach­sen aus ge­kränk­tem Stolz eines ver­lo­re­nen Krie­ges und aus dem Trotz einer zu­dik­tier­ten al­lei­ni­gen Kriegs­schuld. Die­ser Le­bens­wil­le – in der Not­zeit der In­fla­ti­on und Ar­beits­lo­sig­keit als Über­le­bens­wil­le ge­stei­gert – war ge­tra­gen vom Geist der Frei­korps und der Ju­gend­be­we­gung. Er ent­ar­te­te im na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Stolz und Über­mut, der schließ­lich zu­tiefst stürz­te.

    Tü­bin­ger Blät­ter 49 – De­zember 2003, Organ des Win­golf Tü­bin­gen, Seite 11

    Auch das Lied, das die Kriegs­ge­ne­ra­ti­on im Win­golf (die Lei­fa­mi­lie „Sieg­fried“) , näm­lich Volkers Nacht­ge­sang (E. Gei­bel) an­stimm­te, war längst ver­klun­gen: „Die lich­ten Ster­ne fun­keln kalt und stumm – wohl fins­ter ist die Stun­de, doch hell ist Mut und Schwert …“ Man­cher Win­gol­fit reih­te sich da­mals ein in die Tü­bin­ger Stu­den­ten­re­gi­men­ter, die die junge Re­pu­blik gegen den chao­ti­schen Mob (Mün­chen) si­cher­ten (1919).

    Tü­bin­ger Blät­ter 49 – De­zember 2003, Organ des Win­golf Tü­bin­gen, Seite 55

    Trotz­dem die Kor­po­ra­ti­ons-​Stu­den­ten das beste Men­schen­ma­te­ri­al für den SA-​Dienst stel­len und mit Be­geis­te­rung dabei sind, scheint man immer noch auf Miß­trau­en zu sto­ßen. […] Die Kri­tik ver­gaß die Leis­tun­gen der Stu­den­ten-​Ba­tail­lo­nen von Lan­gen­marck und der Kom­pa­gni­en, die sich nach dem Krieg in den Frei­korps her­vor­ta­ten, ver­gaß fer­ner, dass Horst Wes­sel Korps-​Stu­dent und Wal­ter Flex ein Bur­schen­schaf­ter war, ver­gaß end­lich auch die Ähn­lich­keit mit dem heu­ti­gen Ge­dan­ken­gut.

    Dr. Fritz Veiel, Bun­des­lei­ter der Bur­schen­schaft Ger­ma­nia zu Tü­bin­gen, in: „Son­der­be­richt an alle Phi­lis­ter, In­ak­ti­ven und Ak­ti­ven“, Fe­bru­ar 1934 (nach: Joa­chim Lang: acht­zehn-​acht­und­vier­zig – ran, ran, ran!, in: Schwä­bi­sches Tag­blatt vom 10.​09.​1998)

    Landsmannschaft Ghibellinia
    Screen­shot vom 03.​05.​2005

    Zum Bei­spiel: Mar­burg
    Auch in der Uni­ver­si­täts­stadt Mar­burg schlos­sen sich Stu­den­ten, dar­un­ter wie­der be­son­ders Kor­po­rier­te, als so ge­nann­te „Zeit­frei­wil­li­ge“ der Reichs­wehr und den Frei­korps an. Die Reichs­wehr hatte am 19. März 1920 dazu auf­ge­ru­fen. In Tei­len Deutsch­lands war näm­lich der Ge­ne­ral­streik gegen den an­ti­de­mo­kra­ti­schen Kapp-​Lütt­witz-​Putsch in wei­ter­ge­hen­de po­li­ti­sche For­de­run­gen (z.B. nach einer Um­ver­tei­lung) um­ge­schla­gen. Die MSPD-​Re­gie­rung hatte Pro­ble­me die so­zia­len Pro­tes­te mit der Reichs­wehr ge­walt­sam ein­zu­däm­men. Die her­bei­ge­ru­fe­ne Reichs­wehr ver­such­te mit Auf­ru­fen Frei­wil­li­ge zu mo­bi­li­sie­ren, um ihre Rei­hen zu stär­ken.
    In Mar­burg sol­len 1.​800 Stu­den­ten von ins­ge­samt 4.​000 dem Reichs­wehr-​Auf­ruf ge­folgt sein.
    Bei dem Vor­marsch die­ser Ein­hei­ten in Thü­rin­gen kam es auch zu einem Kriegs­ver­bre­chen. In Mech­t­er­städt, einem Dorf bei Gotha in Thü­rin­gen, wur­den am 23. März 1920 15 Ar­bei­ter durch das Mar­bur­ger Stu­den­ten­korps „Has­so-​Nas­so­via“ als „Rä­dels­füh­rer“ ver­haf­tet und am 25. März „auf der Flucht er­schos­sen“. Als Folge wur­den 14 an dem Mas­sa­ker be­tei­lig­te Mar­bur­ger Zeit­frei­wil­li­ge an­ge­klagt und in drei un­ter­schied­li­chen Ver­fah­ren frei­ge­spro­chen. In den Rich­ter-​Ses­seln saßen noch die die­sel­ben Rich­ter wie zu Kai­sers Zei­ten und damit Per­so­nen, die fast durch­weg auf dem rech­ten Auge blind waren.

    Die­ses Mas­sa­ker wird noch heute in dem Ver­bands­or­gan der „Deut­schen Bur­schen­schaft“, den „Bur­schen­schaft­li­chen Blät­tern“ apo­lo­ge­tisch dar­ge­stellt. Der Autor Man­fred Rud­loff schreibt in der Aus­ga­be 3/1998: „Dabei kam es zu einer wil­den Schie­ße­rei, bei der alle Ge­fan­ge­nen er­schos­sen wur­den.“ Alle 15 Ge­fan­ge­ne sol­len also bei einer „Schie­ße­rei“ er­schos­sen wor­den sein. Nie­mand wurde nur ver­letzt, alle ge­tö­tet. Mehr als un­wahr­schein­lich. Alles deu­tet viel­mehr auf eine ge­ziel­te Hin­rich­tung hin.

    Fazit
    Freikorps gestern
    Ges­tern

    Freikorps heute
    Heute (Screen­shot von der Home­page der Bur­schen­schaft Ger­ma­nia Ham­burg)

    Wer so sehr auf seine Tra­di­tio­nen pocht, muss sich auch an sei­ner Ge­schich­te und sei­nem Ge­schichts­bild mes­sen las­sen.
    Der nicht sel­ten zu fin­den­de po­si­ti­ve Bezug auf die rechts­ra­di­ka­len Frei­korps und ihre mör­de­ri­schen Ak­ti­vi­tä­ten stellt ein ei­gen­stän­di­ges Ideo­lo­gie-​Frag­ment kor­po­rier­ter Iden­ti­tät dar. Um die­sen po­si­ti­ven Bezug auf ihre Frei­korps-​Ge­schich­te zu le­gi­ti­mie­ren wer­den Frei­korps ent­ge­gen den his­to­ri­schen Tat­sa­chen als Re­pu­blik-​Ver­tei­di­ger dar­ge­stellt. Dabei waren die Frei­korps nicht die Ver­tei­di­ger der Wei­ma­rer De­mo­kra­tie, son­dern ihre To­ten­grä­ber. Dass zeigt sich an ihrem Ver­hal­ten wäh­rend des Kapp-​Lütt­witz-​Put­sches, wäh­rend des No­vem­ber-​Put­sches in Mün­chen oder auch in den Bio­gra­fi­en vie­ler Frei­korps­mit­glie­der, die nicht sel­ten bei der SA en­de­ten.

    In ge­wis­sem Sinne ehr­li­cher, ist es, wenn sich die bur­schen­schaft­li­chen Hard­li­ner von der Da­nu­bia Mün­chen lie­ber auf die na­tio­na­lis­ti­sche Tra­di­ti­on der Frei­korps be­zie­hen. Da­nu­ben tauch­ten näm­lich re­gel­mä­ßig bei den „An­na­berg-​Ge­denk­fei­ern“ (2) der „Ka­me­rad­schaft Frei­korps und Bund Ober­land“ auf dem Wein­berg bei Schlier­see auf. Das „Frei­korps Ober­land“ war gegen die bay­ri­sche Rä­te­re­pu­blik zu Felde ge­zo­gen, hatte in Ober­schle­si­en ge­wü­tet und hatte sich am Münch­ner Putsch­ver­such der NSDAP 1923 be­tei­ligt. Bei den „An­na­berg-​Ge­denk­fei­ern“ am Schlier­see käme wohl nie­mand auf die Idee sich auf Frei­korps als Re­pu­blik-​Ver­tei­di­ger zu be­ru­fen.

    By R. Schwar­zen­berg

    An­mer­kun­gen
    (1) Die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten an den Hoch­schu­len schlos­sen vor 1933 häu­fig Bünd­nis­se mit den Kor­po­rier­ten und be­dank­ten sich 1933 dann erst ein­mal mit der Auf­he­bung des Men­sur-​Ver­bo­tes. Spä­ter wur­den die Kor­po­ra­tio­nen als „Ka­me­rad­schaf­ten“ in den „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Deut­schen Stu­den­ten­bund“ ein­ge­glie­dert und das nur teil­wei­se unter Zwang.
    (2) Auf dem ober­schle­si­schen An­na­berg hat­ten deut­sche Na­tio­na­lis­ten gegen na­tio­na­lis­ti­sche pol­ni­sche Auf­stän­di­sche ge­kämpft. Die Auf­tei­lung Ober­schle­si­ens an Polen und Deutsch­land stand bevor und jede Seite woll­te für sich einen größt­mög­li­chen Vor­teil bei die­ser Tei­lung er­rei­chen.

    Ver­wen­de­te Li­te­ra­tur (Aus­wahl)
    Man­fred Rud­loff (Ger­ma­nia Mar­burg): Mar­bur­ger Zeit­frei­wil­li­ge der Reichs­wehr 1920 im mi­li­tä­ri­schen Ein­satz in Tü­bin­gen, in: „Bur­schen­schaft­li­che Blät­ter“ 3/1998, Seite 159

    Bern­hard Schro­eter (Ger­ma­nia Jena): Le­ser­brief „Noch ein­mal Mech­t­er­städt“, in: „Bur­schen­schaft­li­che Blät­ter“ 4/1999, Seite 228-​229

    Klaus-​Die­t­er Ste­fan: Blind wie zu Kai­sers Zei­ten, Ost­ber­lin 1985, Seite 89-91

    Ute Wied­höft: Kon­ti­nui­tä­ten kor­po­rier­ter Men­ta­li­tä­ten im ers­ten Welt­krieg, in: Hirsch­feld, Ger­hard / Kru­meich, Gerd / Lan­ge­wie­sche, Die­t­er / Ull­mann, Hans-​Pe­ter (Hg): Kriegs­er­fah­run­gen. Stu­di­en zur Men­ta­li­täts­ge­schich­te des Ers­ten Welt­kriegs, Essen, 1997

    Son­der­heft „Met­zel­sup­pe“ des AK Club­hau­sia zum Ein­satz des Tü­bin­ger Stu­den­ten­ba­tail­lons in Mün­chen 1919, http://​clubhausia.​fsrvv.​de/?​download=sonderheft_​metzelsuppe.​pdf

    Dr. Bern­hard Sauer: Frei­korps und Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, in: „An­ti­fa­schis­ti­sches Info-​Blatt“ Nr. 81 – Jan/Fe­br-​2009, Seite 39-43

    Quelle: http://eisberg.blogsport.de/2009/01/17/deutsche-korporationen-in-freikorps-tradition/

  3. Da ist was dran, Gerry Frederics. Auch an der Einschätzung Napoleons, dass sich die Deutschen blind aufeinanderhetzen lassen. Die Obrigkeitshörigkeit stammt aus dem guten Glauben, der in ihren Knochen steckt, vermute ich. Zu gut für diese Welt, sozusagen. Immmer schön unterscheiden zwischen gut und schlecht, dumm und klug, stark und schwach. Und: viele Hunde sind des Hasen, Tod, und sogar einen Wolf, der es mit dreien von ihnen aufnähme, können sie zur Strecke bringen.
    Zu gut für diese Welt, das fanden auch andere. Nun, sie haben ihre Mittel gefunden. Vorläufig. Bis heute, und bis auf weiteres…
    Im übrigen wurde der menschliche Verstand systematisch ausgerottet, und dafür können die Deutschen nichts. Das war die sog. Kirche, mit Feuer, Schwert und Flüchen der Verdammnis. Die hat allen, nicht nur den Deutschen, ihre Könige genommen. Mehr als 1000 Jahre ist das her, seitdem gibt´s nicht mehr Könige der Franken oder Sachsen oder sonstwas – und der „König der …“, das war genau so und genau so gemeint – , sondern Könige, von fremden Gnaden, ü b e r die Menschen. („Könige“, die nichts dabei fanden, den Zehnten einzutreiben. Den Obulus, den Tribut des Menschen, um glauben – und sogar überhaupt leben! – zu dürfen.) Meine ich ernst, übrigens…
    Dass unter solchen Umständen die Schlange nicht nur am Baum des Lebens nagt, wie die Edda sagt, sondern ihn inzwischen hohl- und aufgefressen hat, noch dazu ohne dass es noch einer gemerkt hat, braucht dann nicht mehr zu wundern…
    Wir fressen inzwischen ja auch alles. Sogar sonntags den Leib Jesu, stückchenweise. Man könnte auch sagen: Sie stopfen wirklich ALLES in uns rein. Wen wundert da der Zustand von Körper, Geist und Welt.
    hach, genug der Pfffilosophiererei. Wünsche einen guten Tag!

  4. Ich kann nur vor so einer Revolution warnen. Auch die Italiener müssen ihr Land wieder balkanisieren (nicht nur wir Deutschen müssen das) und nach dem Subsidiaritätsprinziep vorgehen. Das wollen sie aber nicht hören, weil das hieße Verantwortung zu übernehmen. So rennen sie desorganisiert und intrumentalisiert herum wie irregewordene Schwärme.
    http://staatschuldenluege.wordpress.com/2013/12/12/italien-wirklich-ein-positives-zeichen/

  5. Stimmt Kint! `Von Gottes Gnaden´(& wer bestimmte das? welcher Gott?) `Gott mit Uns´(ein Unglücksspruch wenn es jemals einen gegeben hat, & dann die Jesuiten, die verräterische Bekennende Kirche, die Jehowa´s Zeugen & all der Dreck. Das ausrotten dieser grauenhaften Banden ist zwar nicht möglich, aber eine ununterbrochene Aufklärung nicht! Gerry Frederics

  6. „My­thos: Frei­korps als Re­pu­blik-​Ver­tei­di­ger
    Die Be­tei­li­gung von Stu­den­ten, ins­be­son­de­re aber von Ver­bin­dungs­stu­den­ten, an den rechts­ra­di­ka­len Frei­korps war enorm. An­fang der 1920er Jahre sol­len 33% der deut­schen Stu­den­ten Frei­korps-​Mit­glie­der ge­we­sen sein. Nicht we­ni­ge Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen glie­der­ten sich ge­schlos­sen in Frei­korps-​Ver­bän­de ein.
    Diese Frei­korps waren, wie unten aus­ge­führt, fast durch­weg re­pu­blik­feind­lich, an­ti­de­mo­kra­tisch und teil­wei­se noch kai­ser­treu. Mit der Zeit wur­den sie zu­sätz­lich auch noch ra­di­kal-​an­ti­se­mi­tisch. Der Kampf gegen die Wei­ma­rer Re­pu­blik wurde damit zum Kampf gegen „die Ju­den­re­pu­blik“.“

    Du hast echt den Knall nicht gehört Waffenstudi…die Ideologie Republik = Volksherrschaft ist schon durch die Griechen als gescheitert bewiesen.

    Wie dumm muß man sein den Völkerbund der Deutschen Völker abschaffen zu wollen, in dem jeder einzelne ein Souverän war und durch eine zentralverwaltete Republik zu ersetzen.

    Das können wirklich nur hirngewaschene Irre wollen.

  7. Es stimmt schlicht und einfach, was Waffenstudent geschrieben oder zitiert hat. Ob er sich das zu eigen macht, bleibt übrigens offen.
    Wer wollte leugnen, dass die Freikorps Arbeiter / Revolutionäre massenhaft, und jahrelang, ermordet und massakriert hätten? Republikfeindlich waren und zunehmend antisemitisch? War nun mal so.
    Wie Du das findest, bleibt Dir überlassen. Wie W.St. das findet, hat er m E. gar nicht kommentiert.

    Was für irre Vorwürfe. Nichts für ungut, aber das Echo ist Deins.

  8. Das Video von Waffenstudent habe ich heute auch auf Terraherz gesehen. Auch interessant im Zusammenhang mit R.Dutschke ist dieses Video hier:

    Zu Protokoll: Günter Gaus im Gespräch mit Rudi Dutschke

  9. @ garlic

    Ist es nicht entsetzlich, wenn man sieht, daß wir alle der von Rudi Dutschke angesprochenen BRDDR-Probleme auch nach zwei Generationen sogenannter Demokratie, ungelöst vor uns her schieben? In der Tat, ich war für einen Augenblick entsetzt, als ich durch das Video an die Rudi-Dutschke-Zeit erinnert wurde. Gegen das historische Vergessen: Auch in konservativen, deutsch Nationalen Kreisen wurden Dutschkes Forderungen damals als Legitim und notwendig angesehen. Vor vierzig Jahren gab es noch einen Konsens zwischen den von der Geschichte geformten Deutschen. Auf der anderen Seite standen die von den Medien geformten Deutschen. Vielleicht sollte man diese Begriffe, a) „Mediengeformter Deutscher“ und a) „Geschichtsgeformter Deutscher“ in die Argumentatition einbringen.

    DIE BRDR-GESCHÄFTSIDEE:

    Die alte reichsdeutsche Geschäftsidee bestand darin, die weltbesten Wirtschaftsgüter herzustellen. Und weil diese jeder gerne kaufen wollte, nahm das Reich dankend Rohstoffe und lieferte im Gegenzug Deutsche Wertarbeit. Dieser einfache Taschhandel funktionierte vorzüglich bis 1914. Gut, selbst zwischen der Ostzone und den Westzonen wurde noch bis zum Mauerfall hauptsächlich Tauschhandel betrieben.

    Die deutsche Geschäftsidee nach 1945 bestand darin, tilgungsfreie deutsche Kredite herzustellen. Und weil jeder Auslandskunde diese gerne haben wollte, exportierte die deutsche Regierung Kredite über Kredite. Mit solchen tilgungsfreien Krediten kaufte das Ausland dann im Gegenzug deutsche Waren, ohne jedoch dafür ordnungsgemäß bezahlen zu müssen. Mit eine kleinen Anzahlung und dem großen Rest in prolongierbarern Wechseln mußte sich die deutsche Wirtschaft bei derartigen Exportgeschäften zufrieden geben. Den Fehlbetrag stellte man einfach dem deutschen Steuerzahler in Rechnung. Seit dem Mauerfall reicht der BRDDR sogar eine symbolische Anzahlung; denn sie möchte den Titel des Exportweltmeisters auf gar keinen Fall verlieren.

  10. @ Gerry Frederics

    Deinem Beitrag zu den Freikorps ist ist nichts Wichtiges hinzu zu fügen, außer der Angst, welche Kollaborateure vor ihrem eigenen Blutsvolk haben müssen!

    SBZ- Kadettenanstalt Naumburg 1956 bis 1960

    PROLOG:

    Die Kadettenanstalt in der SBZ wurde schon kurz nach ihrer Gründung auf Druck der Besatzungsmächte wieder geschlossen, weil hier angeblich altes preußisches Gedankengut aufkeimte. Tatsächlich nahmen sich die SBZ-Kadetten Wehrmacht und Waffen-SS zum Vorbild:

    SBZ-KADETTENANSTALT NAUMBURG

    Die Kadettenschule Naumburg der NVA existierte von 1956 bis 1960.Der vorletzte Jahrgang wurde zweckmäßigerweise bis zum Abitur 1961 weitergeführt. Ziel der Schule war es, Jungen ab dem 12. Lebensjahr auf den Dienst als Offiziere der NVA vorzubereiten. Grundlage der Ausbildung war das Programm der Volksbildung der DDR für die Erzielung des Abiturs, erweitert und differenziert auf die zukünftige Verwendung in der NVA. Vorbild für die Einrichtung waren die Suworow-Schulen der UdSSR, die Kinder- und Jugendsportschulen und andere Spezialschulen der DDR und natürlich auch ähnliche Einrichtungen in Deutschland . Das Objekt selbst wurde als Kadettenschule des kaiserlichen Heeres errichtet und bot natürlich viele Möglichkeiten für die kasernierte Unterbringung von Kindern und Jugendlichen. Im 1. Ausbildungsjahr begannen 211 Kadetten in den Klassen 6 bis 9, die in Zügen und Kompanien gegliedert waren. Es gab sechs Schultage mit den jahrgangsbedingten Stundenzahlen und Schulfächern. Dazu kamen je Woche zwei Stunden vormilitärische Ausbildung und zwei Stunden polytechnische Ausbildung in den Sparten Holz- und Metallbearbeitung und für die ältesten KfZ-Technik mit Abschluß Fahrerlaubnis Klasse I+ V ( Krad bis LKW).Der Dienst war militärisch exakt geplant und organisiert und begann mit Frühsport, Waschen und Bettenbau, Frühstück, Unterricht, Mittagessen , ca 1 Stunde Freizeit, organisiertes Studium,organisierte Freizeitgestaltung (Montag bis Freitag)in verschiedenen Arbeits- und Interessentsgemeinschaften von Chor über Sport, Modellbau, Tanzunterricht bishin zu den vormilitärischen Interessantsgemeinschaften orientiert an den Teilstreikräften der NVA Land-, Luft- und Seestreitkräften . Sport spielte ein große Rolle und so war gesichert, das täglich mindestens eine Doppelstunde Sport in Form von Turnunterricht oder Sektionssport ermöglicht wurde. Das zahlte sich natürlich aus in der Öffentlichkeit bestimmte doch die Kadettenschule Naumburg unter den Namen ASG Naumburg startend das Leistungsniveau im Bezirk Halle und Umgebung wesentlich.Regelmäßig stattfindende Lager und Praktika vermittelten den Kadetten weitere Kenntisse und Einblicke und sollten die Verbindung mit dem Leben in der Gesellschaft vertiefen: Zu nennen sind jährliche Sommerlager in Prora Geländeausbildung, Sport, Kulturarbeit, Erholung, jährliche Winterlager in Bärenstein (ähnlich Sommerlager plus Skilaufen), im Herbst Produktionspraktika (mehrere Wochen) in LPG’s oder VEB (z.B: LPG Wischroda bei Laucha RFT-Funkwerk in Leipzig, Sachsenring Zwickau u.a.).Dazu kam für die älteren Klassen zeitweilig wöchentlich 1 Tag in der Produktion ( KfZ-Instandsetzungswerk Weimar, Waggonbau Gotha bzw. im Braunkohlenwerk Pfännerhall im Geiseltal). Die Uniformen der Kadetten ähnelten den Uniformen ? der NVA. Auf den Schulterstücken, ähnlich den Unteroffiziersschulterstücken, befand sich ein goldfarbenes „K“ offen für die jüngeren, geschlossen für die älteren. Die Dienst- und Ausgangsuniformen waren im Winter aus dem Stoff der NVA- Soldaten und Unteroffiziere, die Sommeruniformen aus Offiziersstoff. Im Sommer durften die Kadetten Kniehose und ein kurzärmeliges Uniformhemd tragen.

    1959 stellte die Parteikontrollkommission der SED ? (PKK) fest, daß unter den Kadetten kaum „Arbeiterkinder“ waren, obwohl diese laut Statut „bevorzugt auszuwählen“ waren. Die Mehrzahl der Kadetten waren Generals-, Offiziers- und Funktionärssöhne. Darüberhinaus wurde der „Stand der Erziehungsarbeit“ der Kadetten als ungenügend eingeschätzt: Viele Kadetten strebten nach Abschluß der Kadettenschule ein ziviles Studium an.

    Das [[Politbüro]des ZK der SED ] beschloß am 17. Mai 1960 die Auflösung der Kadettenanstalt Naumburg, da der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stand, eine gewisse „Inzucht“ vermieden werden sollte und auch die Zielstellung, die Kadetten an einer Offiziersschule der NVA zum Offizier auszubilden, nicht erreicht wurde.Entscheidend war aber sicherlich, das mit der Einführung der Polytechnischen Oberschule in der DDR genügend allseitig gebildete männliche Absolventen vorhanden ware, die wesentlich billiger für den Offiziersberuf geworben werden konnten. Im Juni 1961 legten die letzten Kadetten ihr Abitur ab.Abschließend die Wertung, es war sich kein Zuckerschlecken Kadettenschüler zu sein, es gab aber zur damaligen Zeit keine andere Ausbildungstätte der DDR, die dieses hohe Niveau der Ausbildung bis zum Abitur sicherstellen konnte.

    Daten:

    * 01. September 1956: Eröffnung durch Generaloberst Willi Stoph
    * Kommandeur: Generalmajor Paul Blechschmidt
    * ab Januar 1959 Kommandeur: Oberst Kittelmann
    * 1956: 211 Kadetten
    * 1959: 342 Kadetten

    Siehe auch:

    * http://www.bundessprachenamt.de/_ge/pag … text1.html

    Quelle: http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Ka … t_Naumburg

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