Putin vs. Chodorkowski, Runde 3

Bild: © RIA Novosti Alexey Nikolskiy
Bild: © RIA Novosti Alexey Nikolskiy

erschienen bei chartophyleikon tou polemou

Wladimir Putin scheint seine insgesamt 18 Jahre Amtszeit dazu zu nutzen, sich am Ufer eines Flusses niederzulassen und dabei die Leichen der vorübertreibenden Oligarchen zu zählen.

 

Die folgende Meldung wird interessant, falls wir in naher Zukunft einmal wieder Buzzwords wie “Kreml-Kritiker” und dergleichen hören und lesen müssen. Interfax hat da etwas verlauten lassen, das den Anschein erweckt, als wolle man Chodorkowski einen dritten Prozess machen:

Berichte: Im Zuge des neuen Chodorkowski-Prozesses werden Fachleute geprüft, die das Gutachten zur “Akte Yukos” erstellt haben

Moskau, 11. Dezember. INTERFAX.RU – Im Zuge des sogenannten dritten Chodorkowski-Prozesses werden rund 15 Fachleute durchleuchtet, die ein unabhängiges Fachgutachten zum Urteil im “zweiten Chodorkowski-Prozess” erstellt haben – das erfuhr “Interfax” aus Quellen, die im Bilde über den Stand der Dinge sind.

“Es handelt sich dabei um Juristen, Rechtswissenschaftler, Anwälte und Wirtschaftsexperten, die an einem gemeinschaftlichen Gutachten zum “zweiten Chodorkowski-Prozess” beteiligt waren”, teilte der Gesprächspartner der Agentur mit.

In ihren Wohnungen seien Durchsuchungen und Beschlagnahmungen durchgeführt worden, darunter auch von Finanzdokumenten.

“Die Durchsuchungen brachten Dokumente ans Licht, die davon zeugen, dass die Arbeit dieser Fachleute aus veruntreuten Geldern finanziert worden ist, die durch ehemalige YUKOS-Führungskräfte im Ausland legalisiert wurden”, sagt die Quelle.

Zur Erinnerung: im Rahmen des neuen Strafprozesses, der aus dem YUKOS-Gesamtprozess herausgenommen wurde, geht es um Geldwäsche im Ausland im Umfang von mehr als 10 Milliarden US-Dollar, die vom ehemaligen YUKOS-Chef Michail Chodorkowski und anderen Personen veruntreut wurden.

Nach Meinung der Ermittler wurde ein Teil der veruntreuten Gelder zur Finanzierung von Veränderungsversuchen der Gesetzgebung der Russischen Föderation verwandt, die diese “liberaler” gestalten sollten.

Dabei sind die angesprochenen 10 Milliarden Dollar sicher nur die Spitze des Eisbergs in der Sache, die man sich zum Ende der Haftzeit Chodorkowskis zurechtlegt. Ginge es hier nur um Geldwäsche, so wäre die Sache entweder schon verjährt oder würde demnächst verjährt sein. Doch es sieht um einiges schwerwiegender aus.

Noch einmal ein Zitat von Interfax: “Nach Meinung der Ermittler wurde ein Teil der veruntreuten Gelder zur Finanzierung von Veränderungsversuchen der Gesetzgebung der Russischen Föderation verwandt, die diese “liberaler” gestalten sollten.”

Dass Chodorkowski gegen Ende seines Lebens in Freiheit de facto eine Machtübernahme im russischen Staat plante, wurde eigentlich nie sonderlich verheimlicht – weder damals, noch heute. Die dahinter stehenden Gedanken leuchten auch ein – die Duma ändert die Verfassung dahingehend, dass Russland zu einer parlamentarischen Republik wird und eine neue Regierung zusammentritt, die alle erdenklichen Kompetenzen hat, wonach Putin hätte in eine beliebige seiner Residenzen fahren und den Rest seines Lebens mit Angeln und Bären pflücken verbringen können. Eben, wie wir Bundesdeutschen das kennen. All das wurde mit offenen Karten gespielt – kurz vor seiner Verhaftung hat Chodorkowski das politische Programm seiner Homemade-Partei veröffentlicht, die er in die Duma zu bringen gedachte. Es wurden damals sogar geplante Prozentanteile bei kommenden Wahlen genannt – das Erreichen des geplanten Wahlergebnisses hätte Chodorkowski ohne mit der Wimper zu zucken auch bezahlen können.

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7 Gedanken zu „Putin vs. Chodorkowski, Runde 3

  1. Der Mittlere Osten:

    Beweist der denn nicht, das ja doch die Amis die „Bösen“ sind, und das sich die Russen ganz sozial verhalten?

    Ja, das könnte man denken. Oder besser gesagt, das sollte man denken. Denn der Mittlere Osten ist strategisch sehr wichtig. Denn er bildet die Russische Südflanke. Man muss ja seine Flanken gesichert haben bevor man losmarschiert.

    Und das ist genau das, was sich schon seit über 25 Jahren dort abspielt:

    Russland baut eine super Asphalt Strasse (die teuerste der Welt pro qm, glaube ich) nach Afghanistan rein, schaut sich dort um und lernt das Land kennen (man schaue sich Afghanistan an und schaue wie wichtig es strategisch für einen eventuellen Marsch gen Westen liegt). Darauf ziehen sich die Russen zurück.

    Dann schicken die Ein-Weltler die Amis in den Mittleren Osten um ihn über die Jahre total zu destabilisieren. Die Länder müssen total ausgetrocknet werden, die Menschen gegeneinander gerichtet werden und die Armeen vernichtet. Und dabei stellt man die Amis am besten noch als Barbaren hin. Denn das Ziel ist, dass die Russen hier eines Tages als „Befreier“ einlaufen und übernehmen. Dazu muss der Mittlere Osten schon so angeschlagen sein, dass keines der Länder dort da irgendwie in der Lage ist Widerstand zu leisten. Gleichzeitig schlägt der Ami dabei noch seine eigenen Streitkräfte in den Wind und verteilt sie überall auf der Welt, sodass sie am Ende überall sind, nur nicht da wo sie gebraucht werden: nämlich zu Hause und in Europa.

    Und als nächstes wird der Russe mit einer Million Mann über seine eigens dafür gebaute Asphalt Autobahn wieder nach Afghanistan einlaufen und dann den ganzen Mittleren Osten bis hin in die Türkei und Griechenland in einem Zug besetzen.

    Und da man so was natürlich nicht offen eingestehen kann – das Böse kommt immer in Verkleidung des Guten, wenn es Erfolg haben will – wurden über die Jahre alle möglichen Geschichten erfunden um da im Mittleren Osten auf irgend eine Weise operieren zu müssen. Ich weiß, das klingt alles total verrückt, aber gerade dieser Teil wird sich ja schon sehr bald bestätigen.

    Quelle:
    http://www.ausmeinersicht.com/Fahrplan%20in%20die%20Ein-Welt-Regierung.html

  2. Hinter Chodorkowski und den anderen Oligarchen standen auch und vor allem die politischen Manager aus der City of London. Ohne diese ewigen „Vampire des Festlandes“ von Schell und BP wären ein Chodorkowski, Abramowitsch, Beresowsky etc. nicht so groß geworden.

    Nach der Verhaftung des Chodorkowski platzten dann auch zufällig die Gasgeschäfte von Schell und BP mit Gasprom, weil die Verträge zum Nachteil Russlands formuliert waren.

  3. @garlic

    Interessanter Text:
    http://www.ausmeinersicht.com/Fahrplan%20in%20die%20Ein-Welt-Regierung.html

    Die Frage ist, wie wir damit umgehen – mit all diesen Armageddon-Variationen.
    Weiter wie das Kaninchen auf die Schlange starren, bis wir gefressen sind?

    Unsere Handlungsunfähigkeit ist wesentlicher Bestandteil der Ein-Welt-Strategen. Doch daß der Zeitplan in Deinem Artikel nicht eingehalten wurde, beweist, daß das Kaninchen vielleicht doch ein Fuchs ist und die Schlange sich gefälligst von dem Gras nähren möge, in das sie gerne beißen darf.

    Überwinden wir also die Angst als unserern inneren Feind, anstatt der Schlange zu erlauben, sie gegen uns aufzublähen!

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