Überreste des legendären Panzerkommandanten Knispel entdeckt

Tiger IV - Bild: panzer-archiv.de
Tiger IV – Bild: panzer-archiv.de

erschienen bei Berliner Umschau

Danke an Armeeverkauf

von Heiko Wenzel

In Tschechien sind offenbar die sterblichen Überreste eines der erfolgreichsten Panzerkommandanten des Zweiten Weltkrieges, Kurt Knispel, gefunden worden. Wie Radio Prag unter Berufung auf eine Sprecherin des Mährischen Landesmuseums meldet, fanden Historiker die Gebeine in einem bislang anonymen Massengrab der Gemeinde Urbau im südlichen Mähren. Knispel sei anhand seiner Erkennungsmarke identifiziert worden. Daß der 1921 geborene Panzerkommandant in Urbau beigesetzt wurde, galt auch bislang als gesichert.

Knispel war 1940 eingezogen worden und diente auf verschiedenen Panzertypen, zuletzt bei der mit schweren Tigerpanzern ausgerüsteten schweren Panzerabteilung 503. Ihm werden 168 Panzerabschüsse zugerechnet, davon 126 als Richtschütze, die übrigen als Kommandant. Zudem sind 30 weitere Abschüsse nicht zweifelsfrei geklärt. Er soll gegnerische Panzer aus einer Entfernung von 3.000 Metern außer Gefecht gesetzt haben.

Trotz der hohen Abschußquote – Knispel gilt als der vielleicht erfolgreichste Panzerjäger aller Zeiten – blieb Knispel im Vergleich zu anderen Kommandanten gering dekoriert. Knispel soll sich wiederholt in Konflikte mit Nazi-Behörden begeben haben. So habe er ein Mitglied einer Einsatzgruppe angegriffen, die sowjetische Kriegsgefangene mißhandelte. Lediglich seine hohe Erfolgsquote als Panzerfahrer soll ihn vor Konsequenzen bewahrt haben. Zudem wird dem Panzerfahrer eine betont unmilitärische Haltung nachgesagt.

Knispel – der in Anlehnung an den legendären Jagdflieger des ersten Weltkriegs, Manfred von Richthofen, auch als „Schwarzer Baron“ bezeichnet wurde – kam am 28. April 1945 im südmährischen Wostiz ums Leben. Die genaue Todesursache ist unklar. Teilweise wird angegeben, er sei durch Schüsse eines Maschinengewehres getroffen worden. In anderen Berichten ist von einer Granatenexplosion die Rede, als sein Tiger-Panzer im Kampf mit sowjetischen Panzern stand. Radio Prag gibt jetzt den tschechischen Historiker Vlastimil Schildberger wieder, dem zu Folge in der Schädeldecke des Toten Splitter von Minen gefunden worden. Die Überreste Knispels sollen nun im Mährischen Landesmuseum untersucht werden.

Quelle: Berliner Umschau

Anmerkung Armeeverkauf: Es gibt ein hervorragendes Buch über diesen großen Mann und Kamerad. Flechsig Verlag, Feldwebel Kurt Knispel ISBN 978-3-88189-734-1

Nachtrag: der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist informiert und hat die Knochen. Feldwebel Knispel soll mit 20 weiteren Soldaten, offenbar auch einige von der 503 Anfang nächsten Jahres in Brno beigesetzt werden. Wir werden informiert.
Alles i.O. so weit.


3 Gedanken zu „Überreste des legendären Panzerkommandanten Knispel entdeckt

  1. Habe schon ne Menge über den 2.WK gelesen-aber von Knispel höre ich heute das erste Mal.Dachte immer M.Wittmann wäre der erfolgreichste Panzerjäger der Wehrmacht
    Ruhm und Ehre unseren Helden

  2. Guten Tag ,

    darf ich empfehlen die neueste und überarbeitete Version des Buches , die wohl am 24 . 07 . 2017 erscheint zu lesen .
    Es soll Fehler in der der / den vorherigen Auflagen geben .

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