Sparguthaben: Straf-Zinsen für Sparer

"Soll" und "Haben" in Frankfurt - Bild: wikipedia
„Soll“ und „Haben“ in Frankfurt – Bild: wikipedia

erschienen bei DWN

Die Niedrig-Zins-Politik der Zentralbanken ist gescheitert: Nun kursiert eine neue Idee, wie die Bürger gezwungen werden können, ihr Geld in den Konsum zu stecken: Die Zentral-Banken könnten Negativ-Zinsen einführen. Dies funktioniert nur in einer Gesellschaft ohne Bargeld. Der IWF fordert bereits seit Jahren die Abschaffung des Bargelds. Erste Staaten ergreifen Maßnahmen. In den USA hat nun Obama-Berater Larry Summers die neue Strategie angedeutet.

Es geht um unkonventionelle Gedanken.

Im Tagesanzeiger kommt der Blog NMTM zu einem ähnlichen Ergebnis: Wird die Wirtschaft nur noch von den Zentralbanken und ihrer Zinspolitik gesteuert, sind Negativ-Zinsen der logische nächste Schritt.

Der Business Insider hat Summers‘ Gedanken zu Ende gedacht – und kommt damit der Intention auf die Spur.

Das Magazin schreibt:

„Die Notenbank kann die Leitzinsen nicht unter Null bringen, weil die Leute dann das Geld horten würden, anstatt es auf die Bank zu bringen.“

Daher sieht der Business Insider als eine Lösung die Abschaffung des Bargelds:

„Wir könnten uns in Richtung einer bargeldlosen Gesellschaft entwickeln, in der alles Geld nur noch elektronisch existiert. Dadurch würde es unmöglich, das Geld außerhalb einer Bank zu horten. Die Notenbank könnte dann die Zinssätze unter Null drücken, wodurch die Leute angespornt würden, mehr Geld auszugeben.“

Hier wird konkret, wie die aktuelle Finanzkrise gelöst werden könnte: Mit der vollständigen Abschaffung des Bargelds würde praktisch eine Straf-Steuer für alle Sparer eingeführt. Der IWF hat bereits im Jahr 2004 in einem bemerkenswerten Papier die konkreten Folgen durchgespielt: Unter dem Titel „Geldpolitik, geldpolitische Felder und finanzielle Entwicklungen mit elektronischem Geld“ beschäftigt sich der IWF interessanter Weise ausgerechnet mit dem Zusammenhang von „e-money“ und der Rolle der Zentralbanken: Die Zentralbanken würden durch die flächendeckende Abschaffung des Bargelds nicht überflüssig. Das bedeutet: Das Welt-Finanzsystem würde nicht etwa dezentralisiert, sondern die Kontrolle der Geldflüsse würde effizienter.

WEITERLESEN bei DWN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.