Libyen: blutige Zusammenstösse in Tripolis

Tripolis Hafen (Bild: panoramio)
Tripolis Hafen (Bild: panoramio)

erschienen bei brf – Danke an Ingrid

Bei Zusammenstößen zwischen Bürgern und Milizionären kamen gestern 43 Menschen ums Leben. Hunderte wurden verletzt.

Es war einer der schwersten Straßenkämpfe seit dem Sturz (richtig: der Ermordung) von Machthaber Gaddafi.

Die Zusammenstöße zwischen libyschen Bürgern und Milizionären haben nach aktuellen Medienberichten mindestens 43 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 460 Menschen wurden bei den Ausschreitungen in der Hauptstadt Tripolis verletzt, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Lana am Samstag.

Demonstranten waren nach dem Freitagsgebet zum Hauptquartier einer Miliz gezogen. Sie wollten die Kampfbrigade aus Misrata zum Rückzug aus der Hauptstadt zwingen. Doch bewaffnete Kämpfer eröffneten das Feuer auf die Menschenmenge.  Die Anwohner zogen sich zunächst zurück und kehrten dann mit Waffen wieder.

Es war einer der schwersten Straßenkämpfe seit dem Sturz (richti: dem brutalen Auftrags-Lynchmord) des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi vor zwei Jahren. Die libysche Armee ist nicht stark genug, um sich den bewaffneten Gruppen zu stellen.

Trauer in Tripolis

Der Stadtrat von Tripolis rief laut staatlicher Nachrichtenagentur Lana ab Samstag drei Tage Trauer aus. Wie die Agentur weiter berichtet gaben Politiker aus Misrata der Stadtverwaltung in Tripolis die Schuld an dem Blutbad. Die Behörden hätten die Demonstranten auf andere Plätze lenken sollen und nicht zulassen sollen, dass der Marsch zum Hauptquartier der Brigade geht, hieß es.

Quelle: brf

2 Gedanken zu „Libyen: blutige Zusammenstösse in Tripolis

  1. Tja, bezeichnend ist eigentlich nur, wie die widerlichen bezahlten Hetzer der Sudelmedien sich diesmal nicht ereifern und nach Intervention schreien. Denn, BRD-Michel merke, die Libyer haben ja hetzt eine Bombendemokratie.

    Oh wie ich diese Medienhuren verachte.

  2. Der Ruf nach Intervention wird noch folgen. In Libyen wird darüber geredet und PM Zeidan droht offen damit. Was jetzt abläuft, ist, in den Medien propagandistisch das Terrain für eine Intervention aus dem Ausland vorzubereiten. Die Forderung „protection of civilians“ wird kommen. Die entsprechenden UNSC Resolutionen sind noch in Kraft und die „Carte Blanche“ besteht noch.

    Die „Milizen“ (früher, als noch NATO unterstützt, hiessen sie „Freedom Fighters“) sind dem jetzigen Marionettenregime und dessen Strippenziehern im Weg – ähnlich wie es die SA nach der NS Machtübernahme in Deutschland 1934 für das damalige Regime war – mit dem Unterscheid, dass die Milizen nicht zentral gelenkt sind, sondern verschiedenen Tribes und Warlords unterstehen. Ein „Enthauptungsschlag“ wird deshalb nicht möglich sein. Das Dilemma ist, was für die libysche Bevölkerung besser ist: starke Milizen, die sich gegenseitig und die Zentralregierung in Schach halten oder eine starke Zentralregierung, die vom Ausland abhängig ist und von den Regionen und Stämmen nicht getragen wird. Mehrheitlich wollte die libysche Bevölkerung den Sturz und Meuchelung Gaddafis nicht. Sie will auch keinen Zentralstaat.

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