wenn Frauen Frauen diskriminieren

schweizerschienen bei william-tell – Danke an Christoph

von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»

Man muss in der heutigen Schweiz offenbar Finanzministerin werden, bis man – ohne jede Gegenfrage seitens der sich als «Vierte Gewalt» gebärdenden Medien – geradezu bombastische Verdrehungen zu einer abstimmungsreifen Volksinitiative kühl lächelnd als «Position des Bundesrats» der Öffentlichkeit präsentieren kann.

Am 24. November dieses Jahres stimmen Volk und Stände über die Familieninitiative ab.

gegen jede Diskriminierung

Diese Familieninitiative fordert weder einen einzigen Franken an zusätzlichen Subventionen noch irgend einen neuen Steuerabzug. Sie verankert einzig ein Nichtdiskriminierungs-Prinzip in der Bundesverfassung: Familien, die ihre Kinder unter Verzicht auf ein zweites Einkommen selber erziehen und betreuen, dürfen gegenüber jenen andern Familien nicht diskriminiert werden, die ihre Kinder zwecks Erzielung eines zweiten Einkommens zumeist in staatlichen Institutionen fremdbetreuen lassen. Wo immer Steuer-Erleichterungen für die Kinderbetreuung gewährt werden, müssen diese Erleichterungen ausnahmslos allen Eltern in gleicher Art gewährt werden. Eine – von Bundesbern seit langem anvisierte, teilweise auch umgesetzte – materielle Begünstigung allein jener Eltern, die zwecks Erzielung eines zweiten Einkommens ihre Kinder fremdbetreuen lassen, wird von der Initiative als unzulässig erklärt.

krasse Beleidigung

Die schlicht beleidigende Begründung, wonach Eltern mit zwei Einkommen mehr für den Staat täten als solche Eltern, die zugunsten der Selbstbetreuung ihrer Kinder auf ein Zweiteinkommen verzichten, ist nichts anderes als eine verletzende, ja «gschämige» Diskriminierung der selbsterziehenden Eltern.

Ausschaltung von Diskriminierung ist also das Ziel der Familieninitiative – keine Spur von Subventionsforderung, wie das selbst die sonst auf ihre Korrektheit bedachte «alte Dame von der Zürcher Falkenstrasse» fälschlicherweise behauptet.

Einige linksorientierte Frauen lassen sich – abgelichtet im SonntagsBlick – von dieser Nicht-Diskriminierungs-Initiative zu einer in Auftritt und Tonart im wahren Sinn des Wortes blindwütig entwickelten Kampagne motivieren: Mit dieser – allein zu Solidarität zwischen allen Frauen aufrufenden – Initiative sollten «die Frauen wieder zurück an den Herd» befohlen werden, unterstellen sie eifernd – und verleugnen mit solch ideologisch motivierter Behauptung eigentlich nur die als selbstverständlich vorausgesetzte Solidarität zu Frauen, denen die eigenen Kinder wichtiger sind als ein zweites Einkommen.

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