besessen von der deutschen Kriegsschuld

kaiser wilhelm IIerschienen bei WELT-online

Mit seinen neuen Thesen zum Kriegsausbruch 1914 provoziert der britische Historiker Christopher Clark heftige Debatten. In Potsdam stellte er sich seinen Kritikern – mit erstaunlichem Ergebnis.

Historiker wetzen keine Messer. Aber sie legen sich geharnischte Argumente bereit, wenn sie gegen ihresgleichen in den Kampf ziehen. So war es auch vor dem Besuch des berühmten Gastes in Potsdam. Im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, in dem ihr Militärgeschichtliches Forschungsamt mittlerweile aufgegangen ist, wurde Christopher Clark erwartet. Sein Buch „Die Schlafwandler“ (DVA) ist der historische Bestseller der Saison, die sechste Auflage ist im Druck, seine Antwort auf die Frage, „wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“, füllt Säle. Auch in Potsdam, der Höhle des Löwen. Denn hier erwarteten den Cambridge-Professor Spezialisten, die ihr Leben einschlägigem Aktenstudium gewidmet haben.

Fünf namhafte Kollegen auf dem Podium versuchten, von der Orthodoxie zu retten, was zu retten ist. Als herrschende Meinung gilt hierzulande, dass Deutschland zwar nicht schuldig, wohl aber hauptverantwortlich für den Ausbruch des Krieges war, von dem eine direkte Linie in den Zweiten Weltkrieg und in den Kalten Krieg führte.

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20 Gedanken zu „besessen von der deutschen Kriegsschuld

  1. Die russische Gesamtmobilmachung am 29.07.1914 war die faktische Kriegserklärung an Österreich / Ungarn und damit nach damaligen Bündnisverständnis auch an das Deutsche Reich.

    Die schriftliche Kriegserklärung Kaiser Wilhelms II., die heute gerne noch als Teil der verlogenen Alleinkriegsschuldthese mißbraucht wird, folgte der faktischen Kriegserklärung Russlands.

    Wer dieses zentrale Faktum zur Auslösung des WK I. ausblendet, ist kein Historiker, sondern ein gekaufter Scharlatan.

    -Das Springer jetzt diesen englischen Scharlatan hochkocht ist alleine der Tatsache geschuldet, dass Putin auf dem Valdai-Forum 2013 die Wahrheit beim Namen genannt hat…

  2. Wir können froh sein, das unsere Geheim-Agenten die Bettelbriefe der Polen hatten, denn Oberschlesien wollte unbedingt im Reich bleiben! Und was da auch der Bismarck den Polen schenkte, das war ein Staat und es war Sklavenfreiheit! Vergessen macht der polonische Adel, was sich in UK abspielte, denn diese waren ja auch mit dem Hause Deutscher Stämme verwandt! Aber Hess ist das beste Beispiel! Und dann erst auch der Horst Mahler, der da noch einsitzt, weil er Wahrheiten der Riege von Lompatanten in deren Gesicht schleuderte! Glück Auf, meine Heimat!

  3. Geschrieben von: Rübezahl am 06-11-2011 23:33

    Seit dem Panslawismuskongress von 1848 in Prag läuft es in Europas Medien immer nach demselben Schema ab: Wenn 1870 in Frankreich die Sonne schien, dann nur zum Wohle der Franzosen und wenn damals in Deutschland die Sonne schien, dann nur zum allergrößten Schaden der Franzosen. Alles, was seit dem Bußgang nach Canossa, nach 1815 im wieder erstandenen Deutschland geliebt, gezeugt, oder beschlossen wurde, diente nur der Vorbereitung zu einem Verbrechen. Und alle Verbrechen, welche nach 1915 von den Alliierten begangen wurden, dienten zunächst immer nur zu großen menschlichen Wohltaten, die dann jedoch leider von Deutschen regelmäßig böswillig vereitelt wurden. Aber nun wieder zu den Menschen, von denen Polskaweb meint, daß es sich hierbei um Polen handele. Die meisten Bewohner östlich der Oder sind nämlich gar keine Polen, sondern sogenannte Beutegermanen. Bei einer historisch vorhandene polnischen Blut- und Bodenkultur würde kein Pole leichtfertig seine Scholle verlassen, sondern die eigenen Ahnen sowie die Geister der Region um Beistand bitten, damit der aktuell magere Ackerertrag dahingehend gesteigert werden kann, daß seine polnische Familie eine Überlebenschance hat. In diesem Sinne jedenfalls würde eine typische Bauernfamilie aus einem der fünf germanischen Stämmen agieren, aus denen Deutschland einst hervorgegangen ist. Gut, es haben auch genügend Deutsche ihre Heimat verlassen, als nach 1815 Hunger und Despotismus aufkamen. Das waren dann später die bösen Kolonialisten, die ganz Rußland, Afrika und auch Amerika ausbeuteten. – Polen gab es ja danach nicht mehr. – Wie man sieht, waren auch die ausgewanderten Deutschen von Natur aus ganz böse. Interessanterweise gibt es aber keine derartige polnische Blut- und Bodenkultur. Statt dessen erfanden die Polen ihre sprichwörtliche „Polnische Wirtschaft“, von der bereits Gustav Freytag in seinem Buch „Die Ahnen“ ausführlich berichtet. Viele Menschen in Polen kamen damals mit den staatlichen Regeln einfach nicht klar, und packten ihre Siebensachen, um dorthin zu gehen, wo ihnen das Überleben leichter erschien. Anscheinend ist es heute wiederum so (Allerdings auch in der BRDDR). Deutsche ziehen nach Görlitz und Krakauer kommen nach Köln. Und beide Gruppen schimpfen wie ein Rohrspatz auf die Behörden in der verlassenen Gemeinde. Erst wenn die Menschen verinnerlicht haben, daß der Lebensstandart in ganz Europa ex kathedra von Niveau von 1930 für ihre Zukunft festgelegt wurde, dann werden sie begreifen, daß ständige Ortswechsel sie wirtschaftlich überhaupt nicht voran bringen. Aber damit gewinnt man keine Wahlen.

  4. Die Frechheit, mit der die längst zerlutschte Kamelle „dt. Kriegsschuld“ immer wieder hochgeholt wird, ist einfach bodenlos.
    Um so mehr diese Art insb. dt. Presse, die das noch völlig schambefreit als „orthodox“ hinstellt, und doch: diese Orthodoxie „gilt hierzulande“. „Nur“, das Wort hätten sie schon hinzufügen dürfen. Jaja. Dt. Presse, die „Angst“ hat, die schlichte Wahrheit könne als dt. Balsam empfunden werden.
    Die ganz einfache Antworten sucht, die der Autor auch nicht liefern kann oder will.
    Andere waren mit „orthodoxen“, hihi, jetzt muss ich aber schon lachen, Antworten schneller zur Hand:
    „Der Wendepunkt der Weltgeschichte kam 1897. In jenem Jahr erklärte Deutschland der Welt den Krieg. “
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41761367.html

    1. @ Wilhelmderzweite
      Danke! Das letzte Kapitel hab ich gestern gelesen, eine Rückschau des Kaisers auf die letzte Regierungszeit. Sehr erhellend! Charakter war damals noch ein Faktor, der auch in der Chefetage noch aufzufinden war…

  5. Haha! Dich schimpfen, weil DU ihm die Brocken nicht aus der Nase ziehen kannst? Du bist ja lustig! 🙂
    Gibt übrigens, von einem amerik. Historiker, ein 2bändiges Werk von, na, ca. Ende der 20er. „Geschichte des Weltkrieges“ oder so. Hab gerad keine näheren Angaben. Ausgezeichnet! Man sieht: Deja vu. Aber alle Historiker können wissen und lehren was sie wollen – ändert alles nichts daran, was hierzulande als orthodox zu gelten hat. Und wenn einer mal mit nem Stückchen der Wahrheit zu Worte kommen darf, ist man allseits „überrascht“. Schirrmacher, im leztten Viertel, bei… einem der Unaussprechlichen.
    http://www.youtube.com/watch?v=3zvhFy_GrXg
    Hat von engl-franz. Geheimverträgen seit Ende der 1890er nichts gewusst. Auch nicht , dass ein „maßgeblciher“ Politiker, und er meint den Außenminister!, das Parlament belogen und die Verträge verschwiegen hat. Hat er nicht gewusst, sagt er. Und zieht daraus den famosen Schluss (angeblich auch des Buches selbst, aber das glaub ich ihnen so nicht), dass „niemand“ den Krieg gewollt habe! Unvorstellbar. Zu solcher Frechheit fällt einem doch nichts mehr ein. Nähm man ihn ernst – käm er in die Lokalredaktion. Vielleicht kann er ja ne spannende Reportage über den Tagesablauf einer Schicht von der Müllabfuhr schreiben. Geistige Unter-Bezirksliga, oder verarscht uns, wo wir für´s Zugucken noch bezahlen.

    Genauso überrascht wie BND und Kanzlerin von der NSA und Echolon, wenn sie´s nicht mehr vom Schreibtisch wischen können, wenn´s in alllzu vielen Zeitungen steht. Erst dann.
    In der Tat (Hans): Es gibt ganz sicher konkrete Gründe, einen Clark oder Foschepoth so öffentlich zu Wort kommen zu lassen.

    Genauso wie sie überhaupt nicht wissen, wer im dt. Luftraum so rumschippert und ob und was die für ne Chemiesuppe auf uns runterkippen. Wissen sie einfach nicht. „Liegen keine Erkenntnisse vor“, haha. Kämen die Tatsachen in die Medien, wären sie „überrascht“.

    Aber über Omas Telefon wissen sie alles. Und sogar wenn´s in nem fremden Land Tote gibt, wissen sie ganz schnell, wer´s war – der übliche Schuldige, und wenn´s der Gärtner ist.

    An meiner Überzeugung, dass weder Clark noch NSA ohne OK durch den wirklich großen Draht an die Öffentlichkeit kommen, ändert das nichts. Allerdings auch nichts dran, dass ich keine Ahnung habe, was dieser europäische Zwergenaufstand, dazu Katar und die Saudis -Der kleine Prinz – zu bedeuten haben. Dass die Ölscheichs an der 73er Öl-Papier(geld)-Regelung rütteln wollen – kaum zu glauben. Vielleicht sind sie in ihren islamischen Frühlingserfolgen größenwahnsinnig geworden. Oder wollen die den gr. Bruder tatsächlich fast im Alleingang absaufen lassen? Lassen etwa die Herren des Geldes das zu, oder wollen sie es sogar, und warum? An ernsthafte Selbständigkeitsbestrebungen (Europa ) glaube ich nicht. Wird man an den US-kanadisch-europäischen Freihandelsabkommen ja ablesen können.
    Also was soll das Theater?
    Alles nicht ganz einfach. Kein Wunder, wenn in fremder INteresse regiert wird, wenn Irrsinn und Täuschung des Bürgers täglich Brot sind. Welch Trost. Wie gut, dass Du Deinen Humor behältst!

  6. Wilhelm: Ja. Natürlich schmiert er sich nichts selbst an den Kittel. Aber stehen interessante Dinge drin.
    Die Herrn SChirrmacher schwer überraschen würden.
    🙂

  7. Die Intrigeninsel läßt berichten:

    Zum 70. Jahrestag der britischen Kriegserklärung an Deutschland: Vielleicht das größte Desaster der Weltgeschichte

    von Sean Gabb

    Ein Brief von einem englischen Libertären an einen deutschen Publizisten

    Lieber André,

    heute ist der 70. Jahrestag unserer Kriegserklärung an Deutschland. Meine eigene Meinung ist, dass dies die größte Einzelkatastrophe in der Geschichte Großbritanniens und vielleicht der Welt war. Schlimmer als die Entscheidung im Jahr 1914, gegen Deutschland in den Krieg zu ziehen. Das war in sich eine Katastrophe, bedeutete aber nicht notwendigerweise die Zerstörung der westlichen Zivilisation. 1945 waren ungefähr 50 Millionen Europäer im Kampf gefallen oder ermordet, ausgehungert oder unter einem Bombenhagel begraben worden, und das bolschewistische Russland beherrschte den halben Kontinent. Der britische Liberalismus und die britische Weltmacht waren zusammengebrochen. Ihr bester Ersatz war der amerikanische Korporatismus mit seinen zunehmend lächerlichen Feigenblättern „Menschenrechte“ und „Demokratie“. Nichts davon wäre passiert, wenn wir uns aus einem weiteren europäischen Krieg herausgehalten hätten.

    Ich sehe, dass die Zeitungen hier wieder einmal den Churchill-Kult forcieren. Der Mann wurde vor einigen Jahren in einer Umfrage der BBC zum größten aller Briten ernannt. Ich schätze, er hatte solidere Eigenschaften als die verstorbene Princess Diana. Aber ich wünsche mir immer mehr, die Wuschelköpfe hätten sich bei Omburman im Sudan etwas mehr angestrengt und ihm einen Speer in den Bauch gestoßen. Ohne seine Dschihad-Predigten gegen Deutschland hätte das 20. Jahrhundert leicht eine Fortsetzung des 19. gewesen sein können, statt einer kopflosen Flucht vor einer liberalen Weltordnung auf dem Fundament des Pax Britannica.

    Vor ungefähr sechs Jahren verfasste ich einen Artikel über Neville Chamberlain und die Appeasement-Politik. Dort schrieb ich:

    Es ist möglich, dass ein Sieg im Osten Hitlers Streben nach Westen verstärkt hätte. Wir können nicht sicher sein, dass dies nicht der Fall gewesen wäre. Aber wir können uns auch nicht sicher sein, dass er bei seiner Invasion Russlands erfolgreicher gewesen wäre als er es nach dem Juni 1941 tatsächlich war. Ohne uns als Gegner hätte er seine Kräfte nicht zwischen Frankreich, Nordafrika und dem Balkan aufteilen müssen. Gleichzeitig hätte er weder in diesen Feldzügen kampferprobten Truppen gehabt, noch den Nimbus der Unbesiegbarkeit, der für eine Weile seine internen Kritiker zum Schweigen brachte. Und die russischen Winter wären nicht weniger vernichtend für Eindringlinge gewesen als zuvor schon. Er hätte wahrscheinlich Moskau und Leningrad erobert. Aber ich weiß nicht, wie weit er noch in die eurasische Landmasse hätte eindringen können. Er hätte dem selben Abnutzungskrieg mit den Partisanen gegenübergestanden, und hätte wahrscheinlich eine gewaltige Besatzungsarmee im Osten halten müssen, bevor er für die Besiedlung durch Deutsche gesichert gewesen wäre. Es ist sehr gut möglich, dass er keinerlei Bedrohung für den Westen dargestellt hätte. Sein Kontakt mit uns hätte sich vielleicht allein auf Bitten um Kredite beschränkt, sowie darauf, sich über unseren Unwillen zu beschweren, uns an seinem Kreuzzug gegen den Bolschewismus zu beteiligen.

    Selbst wenn nicht, hätte er ungefähr den selben Raum beherrscht wie Stalin nach 1945, und zwar verhältnismäßig zu seinem Nachteil. Am offensichtlichsten ist, dass er nicht der anerkannte Kopf einer internationalen Verschwörung zur Verbreitung seiner Macht war. Er hatte keine Banden überzeugter Anhänger, die überall von China bis Peru Unruhe stifteten. Wie der Name schon sagt war der Nationalsozialismus keine Exportideologie. Er war eine Ideologie der Dominanz der Arier. Selbst in anderen arischen Ländern hatte er wenig Anhang. Oswald Mosely machte hierzulande eine Zeit lang etwas Lärm, aber wahltechnisch errang er niemals die geringste Bedeutung. Unter sowjetischer Herrschaft nach 1945 gingen die Slaven Osteuropas in ihre Fabriken und Filmstudios und arbeiteten, eine Zeit lang, mit so etwas wie freiwilliger Dankbarkeit für ihre Herren. Unter Hitler hätten sie von Anfang an gezwungen werden müssen.

    Es stimmt, dass seine Wirtschaftspolitik nicht ganz so verrückt zerstörerisch war. Gleichzeitig waren die Erwartungen seines Volkes höher und es hatte weniger Angst vor seiner Tyrannei, sie zum Ausdruck zu bringen. Und er war ein Sozialist. Er hatte zwar während der Erholung von der Weltwirtschaftskrise die Führung inne, doch diese Erholung geriet nach 1938 in Schwierigkeiten. Die Inflation konnte nur mittels Lohn- und Preiskontrollen versteckt werden und war statt dessen am Mangel an Konsumgütern zu erkennen – man siehe, zum Beispiel, wie die deutschen Truppen, die im März 1939 ins Land der Tschechen geschickt wurden, Dinge wie Rasierklingen und Übermäntel aus den Läden Prags plünderten. Die rasende Rhetorik der ganzen Welt hätte nicht verhindern können, dass Hitlers Revolution nach 1940 an Schwung verloren hätte. Nur aufgrund des Krieges konnte bis zur Mitte des Jahrzehnts ein Anschein an Wohlstand aufrecht gehalten werden.

    Eine deutsche Vorherrschaft im Osten hätte uns vielleicht allmählich in einen kalten Krieg hineingezogen. Aber unser Großbritannien und unser britisches Empire wäre unverbraucht, zahlungsfähig und eben nicht gedemütigt gewesen. Es hätte keine amerikanische Unterstützung gegeben. Es hätte aber auch keinen Bedarf dafür gegeben.

    Zwei weitere Argumente könnten gegen mich erhoben werden. Das erste wurde mir letzte Woche von einem Freund vorgetragen, als wir zusammensaßen und über das stritten, was ich soeben geschrieben habe.Angenommen, fragte er, Hitler wäre nicht nur bei der Eroberung Russlands gescheitert, sondern hätte ganz verloren. Angenommen, Stalin hätte Hitler ganz alleine besiegt und Deutschland ganz erobert. Wäre das nicht schlimmer für uns gewesen? Das Ansehen des Kommunismus wäre grenzenlos gewesen, und jeder Komintern-Agitator in der ganzen Welt hätte eine herrliche Zeit gegen die liberale Zivilisation gehabt. Im realen Krieg wurde der Sieg wenigstens zwischen uns und ihnen geteilt.

    Ich habe im Moment keine Antwort darauf. Dafür ist eine gründlichere Kenntnis der relativen Kräfte in hypothetischen Umständen zwischen Russland und Deutschland nötig, als ich sie habe. Aber während es mir vernünftig erscheint zu sagen, dass Hitler nicht mit Leichtigkeit gewonnen hätte, finde ich schwer zu glauben, dass er gegen Stalin verloren hätte.

    Das zweite Argument sind die von den Deutschen begangen Greueltaten. Diese werden oft als Rechtfertigung für die Kriegserklärung herangezogen. Sind sie mir gleichgültig? Meine Antwort ist, dass sie an und für sich kein Grund für einen Krieg waren. Ein Individuum hat eine Reihe von verschiedenen moralischen Verantwortungen, und sie zu beachten wird nicht immer in seinem eigenen Interesse sein. Eine Regierung hingegen ist ein Treuhänder der Nation, der gegenüber ihr verantwortlich ist. Die Regierung darf nur die Interessen dieser Nation beachten. Es wäre falsch von unserer Regierung, Ausländern böses zuzufügen. Es wäre richtig von der Regierung, zu ihren Gunsten Handlungen durchzuführen, die uns nicht viel kosten. Aber sie hat weder die Pflicht noch das Recht, wie ein fahrender Ritter in der Weltgeschichte herumzukutschieren, der die Bösen niederschlägt und die Guten fördert. Wenn wir über die britische Regierung sprechen, ist das Adjektiv so wichtig wie das Substantiv.

    Es muss auch gesagt werden, dass die schlimmsten Greueltaten gegen Ende des allgemeinen Krieges stattfanden und nicht lange im Voraus geplant gewesen zu sein scheinen. Sie fanden zu einer Zeit statt, als Angst vor der Niederlage und der Wunsch nach Rache das normale moralische Empfinden ausgelöscht hatten, und an Orten, die weit entfernt von den Schlachtfeldern waren, für die sich der Westen am meisten interessierte. Ich zweifle nicht daran, dass ein Überfall auf Russland ungefähr nach 1943 schlimme Greueltaten bedeutet hätte. Aber ich bezweifle, dass ihr Blutzoll so groß gewesen wäre wie jener, der tatsächlich stattgefundenen hat.

    Dr. Sean Gabb ist Direktor der britischen Libertarian Alliance

    Übersetzung: Robert Grözinger

    Quelle: http://www.ef-magazin.de/2009/09/03/145 … geschichte

  8. Waffenstudent,
    das ist interessant, im Moment aber müßig. Sogar, ob der Autor sich um Objektivität bemüht oder im Nebel schwafelt.
    Die Frage des Kriegsausbruchs bleibt ganz außen vor. Dabei stellt sich ja gerade beim 2. WK die Frage schon, wann er überhaupt angefangen hat. 1. September? 3. September? Selbst dann war´s doch noch kein Weltkrieg. Lange nicht. Dann: wodurch. Dann: Wer hat ihn denn nun gewollt, wer nicht?
    Der Rest ist Beiwerk. natürlich kann man den Kriegsbeginn nicht mit dem begründen, was sich dann in seinem Verlauf abgespielt haben mag. Versteht sich unter vernünftigen Menschen von selbst. Ob „Hitler“ … du meine Güte. Wer will sich in hypothetischen Erwägungen ergehen, was geschehen wäre, wenn.. Na, tun wir ihnen den Gefallen. Ein bisschen. Fakt ist, die Engländer, bzw. der perfide Churchill, statt des nicht genug perfiden Chamberlain, was wohl gemeint ist, haben Stalin als etablierten Totengräber engagiert. Den sie ansonsten vorhatten, selbst als Schurken zu bombardieren, übrigens. Aber ganz sicher nicht, weil er sich die 2. Hälfte von Polen etwa mit dem definitiven Primärfeind Deutschland geteilt hätte. Für Stalins Russen als Kampfhund haben sie Europa geopfert, Polen verraten, dem sie Beistand gegen den Feind versprochen hatten, es aber Onkel Joe überließen. Sagte ich geopfert? Sie haben ganze Länder verschenkt, die ihnen nicht gehörten. Nein, verkauft. Dafür, dass andere Deutschland niederringen sollten. Viel schlimmer noch als Palästina, das sie, sagen wir, aus seltsamen Gründen, veruntreut haben könnten. Also lassen wir den hypothetischen, technokratischen Kram. Wenn die Wehrmacht Moskau zügig eingenommen hätte? Wäre Russland intern ziemlich im … gewesen. Und auch das hätte nichts an der amerikanischen Unterstützung geändert. Der gute Onkel Joe, Stalin, war nämlich auch zumindest „our bastard“, wenn nicht gar Genosse des guten Onkel Rosevelt, oder seiner Berater. Denen gemein war, dass sie die Deutschen nicht mochten. „Germany first“. Und das nach Pearl Harbour! Selbst das noch unbenommen: Selbst nach Kriegseintritt der Alliierten hat Stalin den Deutschen nur standhalten können, weil ? weil die sibirischen Ostdivisionen gefahrlos im Westen eingesetzt werden konnten. Weil Japan, der famose Alliierte, definitiv die SU nicht angreifen würde (statt dessen kurz vor Hiroshima die Russen noch um Vermittlung gebeten, statt dessen deren Kriegserklärung erhalten haben). Obwohl Japan USA angegriffen hatte, D. quasi solidarisch den Krieg erklärt hatte, den die USA gg D. schon längst unterstützte, wenn nicht führte – und D. nun – warum trotzdem? – primäres Ziel der Westalliierten war. Das sind, lieber Waffenstudent, Fragen über Fragen, Intrigen über Intrigen. Während die Verdummschwätzer im FS sitzen und uns ne neue Lüge erzählen als Ersatz für Lügen, die schon vor 100 Jahren aufgeflogen sind.
    Aber wem sag ich das.

  9. Ich zweifle nicht daran, dass ein Überfall auf Russland ungefähr nach 1943 schlimme Greueltaten bedeutet hätte.

    Hat der Mann nie was von ‚Suworov‘ gehört/gelesen? Oder den russischen Historikern, die, angeregt durch seine Arbeit, ihn doch bestätigen. Je länger desto mehr.

  10. Also nur noch als erläuternden Nachtrag: Ich lese da was von ‚Überfall‘ und ‚1943‘. Hitler hat die UdSSR nicht ‚überfallen‘, sondern angegriffen – und zwar präventiv, d.h. er ist Stalin um einige Wochen zuvorgekommen. Stalin hatte nämlich nicht vor bis 1943 zu warten. Mein Gott, ich faß es nicht … was ist denn das für ein Idiot …?

  11. http://www.sezession.de/41470/der-dritte-streich-des-christopher-clark.html
    Ich habe das Buch nicht gelesen, aber:
    Man stelle mal das Fazit im letzten Absatz der Rezension dem Buchtitel, und dem von Presse und FS (s. oben) gegenüber:
    -Daß die Entente politische Ziele hatte, die sie nur mit einem Krieg erreichen konnte, auf den sie spätestens in der Julikrise zielstrebig hinarbeitete.-
    DIE Schlafwandler? Und WELCHE politischen Ziele konnten nur mit Krieg erreicht werden? Entstanden sind die wohl nicht erst 1914.

    „Überraschtes“ Buch-Fazit der Presse: „Niemand“ habe den Krieg gewollt. Die dt. Alleinschuld werde in Frage gestellt, die Mitverantwortlichkeit bleibe.

    Man kann gar nicht so viel …, wie man lesen kann.

  12. Gern.

    Da des Kaisers Memoiren solchen Anklang finden, 1 Artikel – 2x, wegen der vielen Hinweise in den Kommentaren.
    http://morbusignorantia.wordpress.com/2013/05/16/vorenthaltenes-geschichtswissen-uber-ein-buch-das-in-einem-freien-deutschland-pflichtlekture-in-den-schulen-ware/
    http://schwertasblog.wordpress.com/2011/09/18/vorenthaltenes-geschichtswissen/

    wer abends genug gelesen hat und den Tatort nicht mag:
    http://fresh-seed.de/2013/der-zweite-30-jahrige-krieg-1914-1945-in-drei-teilen/
    Hoffe, die Videos laufen noch.

    Im übrigen: Wenn ich mir die Geschehnisse 1897 und zuvor ansehe, und was der Vansittart dazu äußert, frag ich mich, ob das nicht langsam ne Doku über den 120-jährigen Krieg verdient hat.

  13. Der Artikel auf Schwertas Blog zu Kaiser Wilhelm ist ausgezeichnet. Die psychololische Feindpropaganda und Versuch der Zersetzung begann im 1.Weltkrieg mit Versailles als Tiefpunkt, wenn sie nicht schon um 1900 begonnen hatte.
    „Der wahrscheinlich größte und folgenreichste Schaden, der dem deutschen Volk durch den Ersten Weltkrieg entstand, ist 99% der Deutschen heutzutage gar nicht bewusst, ja er kann von kaum jemandem überhaupt noch begriffen werden: Den Siegern dieser Auseinandersetzung gelang es, der deutschen Volksseele Schaden zuzufügen und Selbstvertrauen und Selbstachtung der Deutschen zu unterminieren.“

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