Auf der Kunstakademie oder Die Schleichwege der Intoleranz

von H.- P. Schröder

Pillenkönig-1 (2)

wie man das Tier herauslockt, um ihm den Kopf abzuschlagen

 

Heute hatte ich ein nettes Erlebnis. Heute hat sich mir die Distanz gezeigt, und was zu tun ist. Wir sitzen uns Donnerstagmorgens gegenüber, zwei, drei Frauen, zwei Männer. Die Männer belegen die Plätze gegenüber der hohen Fensterfront, wo das Licht besser ist. Die Chauvis… . Stop, keine Chauvis, – zuerst war es Zufall, dann Gewohnheit.

Wir sitzen zusammen und zeichnen und plaudern und ab und zu kommt der Lehrer vorbei und korrigiert unmerklich oder er sagt: „Gut, gut“ oder „Schön, hier noch etwas mehr Schatten.“

Heute war es zuerst wie immer, man spricht über dies und das, die Dame gegenüber erzählt von den Schulerlebnissen ihrer Tochter, daß ein Pflichtkontingent an Stunden vereinbart ist, also abgehalten werden muß, was dazu führt, daß die Schüler bei Stundenausfall im Klassenzimmer sitzen bleiben, unter Aufsicht selbstverständlich und daß diese Leerstunde dann, als Schulstunde abgerechnet, die Zahlen schönt, obwohl kein Unterricht stattfindet.

Da entfährt mir der Hinweis, daß die Handschrift der Frau Schavan in Baden-Württemberg, ungeachtet ihres Privatlebens, im Bildungssystem einige Flecken und Krakel hinterlassen hat, was meine Nachbarin schräg zur Rechten zu der Bemerkung veranlasst, daß ihr die Behandlung von Frau Schavan in Bezug auf deren „Doktorarbeit“ doch etwas kleinlich erschiene.

Einwände wie „abgeschrieben ist abgeschrieben“, „so jemand darf nicht die Bildung der Jugend übernehmen, lügend bis zum Schluß“, unabhängig von ihren sonstigen Vorlieben und ein Hinweis, daß Frau Schavan aus dem Gemeinschaftstopf, sprich Etat des Ministeriums, fleißig, die ihr bei ihrem Aufstieg behilfliche oder sonstwie behilfliche Klientel versorgte und wir diese Frau Schavan bis an deren Lebensende trotz ihrer Charakterinkontinenz aus dem bereits erwähnten Gemeinschaftstopf durchfüttern müssen, lässt meine Nachbarin nicht gelten.

Sie wiederholt mehrmals, ohne aufzusehen, „Unrecht geschehen“, „nicht richtig behandelt“. Mein Nachbar zur Linken, wirft ein, daß dies „die“ anderen auch machen würden und kommt auf den Stammvater der BRD-Korruption, den Franz-Josef–ichbindannmalweg-Strauß zu sprechen. „Das bischen Schavan…. „ , setzt er nach. Mein Nachbar ist ein gemütlicher Typ mit Sitzkissen. Was er spontan nicht bedenkt: Möglicherweise käme Strauss heute gar nicht mehr so ungeschoren davon, wie damals und ausserdem, soll es Leute geben, die ihm seit Jahrzehnten zu hohen weltlichen und kirchlichen Feiertagen auf`s Grab pinkeln. Wem so etwas gefällt… Ich würde sagen: Nein danke, bitte nicht auf mich.

„Aber“, fahre ich fort, das ist ja noch gar nichts gegen die Doktorarbeit vom Rößler, von unserem vietnamesischen Findelkind, „oh“ ertönt es lautmalerisch reihum, und „Rassismus“. Eindeutig ein votierender Reflex.

Hoppla Wespennest, plötzlich wird es spaßig, das Programm taucht auf, verleugnet die Person die es besetzt hält wie ein Succubus und plötzlich sind die armen Menschen, die soeben noch mit mir am Tisch saßen und freundlich taten, verschwunden und weggesperrt und eine fremdartige Entität, windet sich aus ihrem Loch und sucht nach Opfern. Plötzlich bricht die Gewalt aus drei Personen und versucht sich menschlich zu geben. Menschenähnlich.

Das wird ja immer besser, denke ich und fahre fort: „Knapp über 50 Seiten Schmalbrüstiges, die Interpretation der Auswertung einer Pharmastudie, eine nicht preiswürdige Lobbyarbeit und dafür ein Titelchen, das gehört ihm ebenfalls abradiert.“

„Ach“, tönt es von gegenüber, „es ist ja so schwer, noch etwas Neues zu finden“. „Alleine unter Parteigenossen?“, fährt es durch meinen Kopf. „Manche sind privilegiert und andere kämpfen. Die Krieger freuen sich über kleinste Siege. Wenn es gelingt, die Position zu halten, das ist bereits ein Sieg!

Abräumern genügt nichts, sie wollen und können nicht leisten, aber sie wollen nebenbei noch einen Titel mitnehmen, denn der schmückt. Der jetzt im USamerikanischen Asyl seiner Wiedergeburt entgegenfiebernde 300 Millionen Euro Baron und ehemalige Doktor Vonundzuidowoodoohowdoyoudo? ist ein gutes Beispiel für einen gewieften Gewohnheitslügner, der kein einziges Wörtlein selbst geschrieben hat, – kein einziges Wort selbst- und deshalb war er so überrascht, – er hätte nie gedacht, daß ihn sein Ghostwriter derart blamieren würde. But my dear Mr. Guttenberg, do not blame the Ghost of your Ghostwriter, please blame your own Ghost:

„Knaus-´rigkeit zahlt sich nicht aus, sie zieht dir sonst den Titel `raus!“

Der zur Zeit amtierende befehlsausführende Obergnom Kasnermerkelsauer unterhält ein Spitzelsystem bis in die Kreisebene hinein. Das hat er unterschätzt.

Der Guttenbergtyp, diese häufig von noch abgefeimteren Betrüger benutzte Sorte, betrachtet die eigenen Betrügereien als eine Art Naturvorrecht und wenn sie erwischt werden sollen, kommt das Tier aus ihren besessenen Opfern zu Hilfe, nimmt sie in Schutz und ermöglicht ihnen die Flucht .“

Und dann platzt mein Kragen: „Kennst du den Rössler persönlich, ist er dein Nachbar, der Schulfreund deiner Tochter oder was?“, – die arme Frau schaut verdutzt, – „daß du ihn so verteidigst? Du kennst ihn doch gar nicht, und das was ich eben gesagt habe, hast du ebenfalls nicht gekannt, und trotzdem hast du ihn verteidigt“, den Lumpen, hätte ich am Liebsten hinterhergeworfen, aber das wäre der immer noch netten Stimmung noch abträglicher gewesen.

„Bitte nicht diese rassistischen Ausdrücke“, schaltet sich mein Freund H. ein, da wird es mir zu bunt, „Herrschaftssprache“, – mit herzlichem Dank an Dr. Schramm, der immer dann am Besten ist, wenn er Uniform trägt -, „ihr habt die Herrschaftssprache verinnerlicht, das erpart denen eine Menge Arbeit.“.

Wer weiß, wohin uns die Episode gebracht hätte, wenn sich unser gütiger Lehrer, der unbemerkt im Hintergrund zugehört und einiges mitbekommen hatte, nicht nähergetreten wäre. Danke, an dieser Stelle! – „Na über was unterhaltet ihr euch?“ „Schule“, sagt meine Nachbarin von gegenüber, „Politik“, sage ich. „Politik lassen wir draussen“, rückt er die Dinge gerade. „Und Weltanschauung?“ „Ebenfalls.“ Damit war der Fall gelöst.

Alle Beteiligten hatten aus dem Bauch heraus reagiert, reagiert, nicht agiert, mich selbst nicht ausgenommen, aber ausser dem Lehrer und mir hätte keiner der Übrigen seine Äusserungen tragfähig argumentativ begründen können.

Ich greife nach einem Buntstift in sattem Gelb und versuche mir vorzustellen, ob sie den Rössler selbst dann verteidigen würden, wenn sie über die Hintergründe des Falles Rößler informiert wären oder zumindest, ob sie zu dem Fall Rößler schweigen würden, wenn ihre Tochter durch einen verabreichten Betablocker der Marke „Von Bundeswehraugenarzt Dr. Rößler empfohlen“, geschädigt würde, der durch die wohlwollende Dr. Rösslerzertifizierung auf 56 Seiten, seine Zulassung erschlichen hat.

Würdet ihr ihn dann immer noch verteidigen? Oder noch schlimmer, schweigen und den Schaden hinnehmen, wie eine Naturkatastrophe? Und wenn es nicht euer eigenes Kind, eueren Mann, Opa, Schwiegervater träfe, sondern den Nachbarn am Ende der Strasse, oder den 48-jährigen Internisten mit Herzproblemen, aus der großen Stadt, den niemand von uns kennt? Wäre das dann kein Dr. Rößlermord? Begangen von einem halbverrückten Blender, Jasager und Karrieristenpharmalobbyisten, der seine Seele für einen Titel und einen Ministerposten verkauft hat?

Zwei Beifügungen, die den Komplex aus Verrat und Verbrechen am menschlichen Geist verdeutlichen: 1. Der Rektor der Universität Bayreuth ist tot. Er wurde mit einer Straßenbahn überfahren. 2. Kasnermerkelsauer.

Rößler, der mittlerweile samt Partei von seinem Succubus abserviert worden ist….. .

Rößler ist ein vietnamesisches Findelkind, großgezogen und funktional präpariert i. A. von seinem Ziehvater, einem Bundeswehroffizier. Gesponsort wurde er vom großzügigsten Volk der Welt, einem Volk dessen rassistischer Bodensatz ohne Mainstreamhetzer nur auf homöopathischer Ebene messbar wäre. So „ausgewogen“ wurde Rössler von diesem „rassistischen“ deutschen Volk gesponsort, daß der ihm zugebilligte Exotenbonus die Dürftigleit einer 56-seitigen Pharmalobbyarbeit großzügigst mit einem Doktortitelleichentuch bedeckt, das sich bisher, zumindest meines Wissens nach, nicht dem brutalstmöglichen Verlangen nach Aufdeckung ausgesetzt sieht.

Rassisten würden jetzt anfügen, daß dies ein Zeichen zu großer Nachsicht ist, einer Nachsicht, die deswegen Nachsicht heißt, weil sie benachteiligt, weil sie dem nichtgesponsorten Nichtexoten das Nachsehen lässt. Würden Rassisten anfügen.

Das würden Rassisten sagen? Wer behauptet das? Woher weiß der das? Was für ein Mensch ist der überhaupt, der behauptet, daß Rassisten so etwas sagen würden?

Bestimmt ist er ein Rassist. Rassist! Rassist! Rassist! Ach wie trefflich lässt sich mit dem Begriff Rassist das Mundtotschlagen üben, – wenn man sich der Herrschaftssprache beugt.

Über all das muß man ja nicht reden, aber darüber nachzudenken, das wäre ein guter Anfang… .

Meine Nachbarin von rechts gegenüber, diejenige, die mit dem Schavan „mitlitt“ – ich bezweif`le übrigens, daß Frau Schavan sensibel ist – dieselbe, mit der fast alles anfing, habe ich anschließend, mit Vergnügen, an den Bahnhof gefahren.

In der Kunst und wenn die Verkehrsbetriebe streiken, müssen weltanschauliche und politische Frager schweigen.

Sonst bleiben wir auf der Stelle stehen.

Donnerstag, 25. April 2013

Nachtrag am 30. September 2013

4 Gedanken zu „Auf der Kunstakademie oder Die Schleichwege der Intoleranz

  1. Diese Erzählung gefällt mir gut. Hätte man genug Zeit um mit diesen Leuten zu diskutieren, dann würden die auch erwachen – jetzt hab ich schon wieder an das Schlafschaf gedacht, der Igel möge Gnade walten lassen.

  2. gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens, weis man ja und ich habe meinerseits mit einem Bundesdeutschen schon eine ähnliche Situation erlebt die für mich nicht einmal ungefährlich war. Ich diskutierte mit einem Freund einer deutschen „Behörde“ über israelische Freunde die wir haben oder hatten, denn ich habe zuletzt ein wenig den Kontakt verloren. Das Gespräch war nicht politisch es wurde nur der unterschied zwischen westlichen sehr europäischen Israelis und orthodoxen sehr uneuropäischen Israelis hervorgehoben ein privaten Gespräch bei einer Party. Chef des Herren tritt auf, mir als Österreicher konnte er nichts sagen und verbietet lautstark so dass es alle hören können das Gespräch der Antisemitismus Vorwurf schwag deutlich in der Luft , eine Schreckstarre erfasst die ganze Party , die Stimmung wird sich von diesem Auftritt nicht mehr erholen. Wenige Wochen später ist mein Gesprächspartner versetzt, für mich Gott sei Dank gibt es keine Konsequenzen.

    Für was wurde er nun bestraft dafür dass er israelische Freunde hat ?!

  3. Die stillschweigende Akzeptanz der `kleinen Lüge` und des `kleinen Betruges` zwecks Karrierebeförderung ist ja in diesen Kreisen Konsens.

    Diese Leute surfen als Scharlatane auf der gigantischen Welle der großen Lüge mit, dass Geld und Materialismus eben alles sei und huldigen damit dem Weltbild des Mordechai Marx Levy; auf dessen Grab in London ich vor Verzweiflung einmal…

    Die Heraufkunft dieses zweibeinigen Abschaumes hat Julius Evola in seinem Werk: Revolte gegen die moderne Welt, sehr schön beschrieben.

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