an die Aufgeweckten

schafevon Hans Igel

Immer gerne und wider kursiert in den Leserbriefabteilungen der Internetblogs der Begriff: Schlafschaf. Dieser Begriff nun ist auf jene Mitmenschen gemünzt, die noch nicht begriffen haben, wollen oder können, wie der Hase politisch in Deutschland und anderswo läuft. 

Den Benutzern, welche diesen Begriff im anklagenden oder mitleidigen Ton gebrauchen, sei folgende Sichtweise mitgeteilt:

Ein guter Hirte fügt seiner Schafherde immer einige Ziegen bei. Das Verhältnis beträgt ungefähr auf zehn Schafe eine Ziege. Denn die Ziege ist nicht nur intelligenter als das Schaf, sondern auch aggressiver und hat durch diese Kombination an Fähigkeiten Führungsqualitäten.

Und so ist es vom Naturell auch bei den Völkern geregelt. Auch bei den Deutschen. Auf zehn zweibeinige Schafe kommt ungefähr eine aggressive Ziege.

Heute gehen in Deutschland aber dreißig Prozent der zweibeinigen Schafe auf das Gymnasium und hinterher sogar noch auf die Universität. Und die Führungsqualitäten dieser Schafe liegt nach all den Jahren bei null.

Und das kann auch gar nicht anders sein. Weil ein Schaf nämlich keine Ziege ist. Und weil Intelligenz ohne Aggressionspotential wie eine Führungskraft ohne Eier ist.

Insofern ist die Kritik der aufgewachten Schafe an den schlafenden Schafen sinnlos. Denn selbst, wenn alle Schafe aufwachen, wird keine kritische Masse für einen Volksaufstand in Deutschland oder anderswo erreicht sein. Weil auch aufgewachte Schafe bleiben: Schafe.

Und die aufgeweckten Ziegen werden doch einen Teufel tun, die schlafenden Schafe wach zu machen. Es sei denn, die Ziegen haben Langeweile. Ansonsten aber kann eine Führungskraft sehr gut mit sich und seinesgleichen auskommen. Sonst wäre sie keine Führungskraft. Zum anderen ist dieses Dasein nicht nur erholsam, sondern auch lehrreich.

Und wer blöken kann, kann noch lange nicht meckern.

4 Gedanken zu „an die Aufgeweckten

  1. Was ist mit aufgewachten Ziegen, die irgendwie immer nur Schafe treffen? Egal ob schlafend oder wach, immer Schafe.
    Und woran erkennt ein Wachschlafschaf, daß es
    a) wach ist
    b) ein Schlafschaf ist?

    Sehr schöner Artikel, schön geschrieben, fabelhaft. 🙂

  2. Ja ok. …und wenn man dann einmal über die Hügelkette schaut, dann scheint es mir, als ob dort riesige Wolfsrudel unterwegs sind. Diese Rudel sind schon ganz begierig darauf, Schafe, Ziegen und die Hirten gleich mit zu fressen.

  3. Irgend eine Ziege muß zum Schlafschaf Merkel gesagt haben; mach mal weiter ich bin da mal kurz weg.
    Die Ziege kam wieder und konnte das Schlafschaf Merkel nicht erkennen, um es abzulösen, weil alle Schafe um das Tier standen und gleich aussahen.
    Die Ziegen gingen zum Wolf, der kannte jedes Schaf, aber Sie fanden Ihm nicht. Er war als Wolf im Schafspelz bei den Schlafschafen und lies es sich gut gehen. Er hatte schon einmal mit Ziegen und Wackersteinen schlechte Erfahrung gemacht.

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