Damaskus: menschliche Schutzschilde

resiste siriaerschienen bei chartophylakeion tou polemou

Ein kleines Stimmungsbild aus Damaskus. Quelle: KP.ru. Sogar Reuters hat vom Berg Qasyun berichtet: eine Aktion von “Assad-Anhängern” natürlich. Bestimmt alles „Alawiten“.
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Der Berg Qasyun gilt als eines der Symbole von Damaskus, als eine Kultstätte und als lauschiger Ort für Rendezvous. Keiner von den Einwohnern der Stadt hat je daran gedacht, dass die auf diesem Berg befindlichen Luftabwehrstellungen ihn zu einem der Hauptziele für Bombenangriffe machen könnten. Die dort befindliche Basis „verschließt“ faktisch den Himmel über der syrischen Hauptstadt.
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Nicht von ungefähr haben die bewaffneten Banden es im vergangenen Frühjahr versucht, diesen kargen, verwitternden und von Furchen durchzogenen Berg zu besetzen. Fast drei Tage lang musste die Luftwaffe die Banditen angreifen, die sich auf einer benachbarten Höhe verschanzt hatten. Der Großteil wurde liquidiert, die übrigen haben sich in den weitläufigen, fast nur aus Eigenbau bestehenden Stadtvierteln verkrochen, welche die Hänge dieses Damaszener Symbols besetzen. Auch heute noch ist es hier nicht gerade ruhig. Um zu einem der Aussichtspunkte zu gelangen, muss man wohl ein Dutzend Checkpoints passieren. Allerdings öffnet einem der Titel „russische Journalisten“ in Syrien immer noch Tür und Tor. An einem der Checkpoints zeigt man uns sogar ein Porträt Putins, das jemand mit einem Farbdrucker ausgedruckt hat.

Am Aussichtspunkt ist es noch still, allein der Wind fährt geräuschvoll durch die Vorhänge aus alten Armeezelten. Allzu viele Freiwillige sind es noch nicht: der Organisator sagt uns, die übrigen kommen später – „Die Leute haben noch in ihren Familien, auf Arbeit und beim Studium zu tun“.

Es weht eine Brise, es ist kühl, obwohl am Fuß des Bergs eine geradezu afrikanische Hitze und eine schwere, an eine Saune erinnernde Atmosphäre herrscht. Mitunter hört man vom gegenüberliegenden Hang des Berges schwere Artillerie hämmern, wir sitzen derweil in einem der letzten Cafés, das noch nicht durch den Mangel an Touristen und Kunden pleite gegangen ist, und schauen voller Schrecken auf die Karte der Kampfhandlungen, die sich zu unseren Füßen bis zum Horizont erstreckt. Rauchsäulen steigen aus Richtung Daraya auf; offenbar hat man beschlossen, diesen Vorort endgültig dem Erdboden gleichzumachen. Dann und wann wirft die Artillerie ein paar Flammen nach Ghouta. Doch die gewaltigsten Einschläge treffen Dschobar.

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Anmerkung: wir kennen das Szenario vom Tripolis, Bab-al-Azizia. Es ist ihnen egal, wieviel tausend Leiber sie zerfetzen müssen, um zu ihrem Ziel zu gelangen!

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