wie man an Umstürzen verdient

siria invadidaerschienen bei Stimme Russlands – Danke an André

Die Geheimdienste der USA waren nicht nur an der Organisation von Staatsumstürzen in andern Ländern der Welt beteiligt, sie vergaßen auch nicht, zugleich an den Finanzmärkten zu spekulieren, um ihre destruktive Tätigkeit in einen konkreten Gewinn umzumünzen. Das bezeugen die Daten einer Untersuchung, die Fachleute dreier international einflussreicher Hochschulen vornahmen – der University of California in Berkeley, der Harvard University und der Universität Stockholm. Eine vergleichende Analyse führte sie zu der Schlussfolgerung, dass die Agentur für Nationale Sicherheit (NSA), die CIA und andere amerikanische Geheimdienste nicht nur Zugang zur entsprechenden Geheiminformation besaßen, sondern sie auch nutzen, um einen finanziellen Vorteil zu erzielen. Das gilt für die Putsche im Iran und in Guatemala in den 1950er Jahren, für den Sturz des chilenischen Präsidenten Salvador Allende im Jahr 1973, ebenso für die misslungene Operation gegen Kuba im Jahr 1961. Das Thema setzt unser Kommentator Pjotr Iskenderow fort.

Dass der Sturz der den USA „nicht freundschaftlich“ gesinnten Regime in anderen Ländern zu den Hauptaufgaben in der Tätigkeit der US-amerikanischen Geheimdienste gehört, ist längst kein Geheimnis mehr. Doch die CIA und NSA schmähten auch keine Spekulationen an der Börse, um aus ihrer destruktiven Tätigkeit Gewinn zu schlagen. Das geschah nach einem einfachen Schema. Die Geheimdienste ließen Insider-Information über untergrabende Operationen an transnationale Körperschaften und andere Firmen durchsickern, die sie ausnutzten, um gemeinsam maximalen Gewinn zu erzielen. Insbesondere ging es um die Erhöhung des Aktienmarktpreises von Unternehmen, die mit diesem oder jenem Land verbunden und daran interessiert waren, dass dort die Entnationalisierung von strategisch wichtigen Industriezweigen durchgeführt wurde. So geschah es zum Beispiel in Guatemala und in Chile, wo die früher dort an die Macht gelangten antiimperialistischen Regierungen eine Nationalisierung der amerikanischen Aktiva durchgeführt hatten. Die Insider-Information darüber, dass innerhalb kurzer Zeit diese Aktiva nach einem Putsch an die früheren Besitzer zurückkehren würden, erlaubte es den Aktieninhabern, Gewinne in Milliardenhöhe zu machen.

Aber wieso sprechen wir von der Vergangenheit? Die durch eine weite Region Nordafrikas und des Nahen Ostens gerollte Woge politischer Erschütterungen war, was ihren finanzwirtschaftlichen Charakter betrifft, sehr viel umfangreicher als die Operationen der CIA in Guatemala, Chile oder auf Kuba. Umso mehr, wo es die transnationalen Körperschaften gelernt haben, die Globalisierung und die modernsten Methoden im Kampf um ihre Wirtschaftsinteressen aktiv auszunutzen, bemerkte im Gespräch mit der STIMME RUSSLANDS die Expertin für vergleichende Politikwissenschaft an der Moskauer Hochschule für internationale Beziehungen des Außenministerium Russlands, Jelena Ponomarjowa:

„Hier sollte man nicht nur die NATO-Strukturen oder konkret die USA als Hauptakteur in der politischen Arena im Auge haben, sondern gerade die transnationalen Körperschaften. Wir leben unter den Bedingungen der Globalisierung. Es muss zugegeben werden, dass der Kapitalismus das Spiel gegen den historischen Kommunismus gewonnen hat. Der Kapitalismus als Existenzform einer Gemeinschaft muss sich stetig entwickeln und erweitern. Das Zentrum ist quasi ‚vertilgt‘, nun geht es um eine Erweiterung an der Peripherie. Dabei muss diese Peripherie geteilt werden, war sie doch von anderen Strukturen besetzt. Demnach muss man diese vernichten und eigene Arten einer Dominanz herstellen, insbesondere die ökonomische.“

In der heutigen Welt sieht die Situation noch verwirrter aus. Sie wird von den neuen „Kraftzentren“ und der globalen Finanzkrise beeinflusst, die die Beziehungen zwischen den transnationalen Körperschaften und den nationalen Regierungen in eine neue Ebene gebracht haben. Das bemerkte im Gespräch mit der STIMME RUSSLANDS der Direktor des russischen Instituts für Globalisierung und soziale Bewegungen, Boris Kagarlizki. Ferner sagte er Folgendes:

„Nun, wo die Weltwirtschaft in den einen Fällen fällt und in anderen stagniert – in Abhängigkeit von ihrem Segment, da sind es gerade die transnationalen Körperschaften, die sich mit dem Aufruf, etwas zu tun und die Lage irgendwie zu korrigieren, an die nationalen Regierungen wenden. Aber die Regierungen können das nicht tun, da ihnen eben jene transnationalen Körperschaften früher alle Hebel aus der Hand genommen hatten, auf die laufenden Prozesse Einfluss zu nehmen. Letztendlich entsteht die Situation eines ‚nicht steuerbaren Chaos‘, das in einen Krieg aller gegen alle mündet.“

Wir sehen, die US-amerikanischen Geheimdienste und die mit ihnen verbundenen transnationalen Körperschaften haben es gelernt, geopolitische Spiele erfolgreich in einen konkreten Dollar-Gewinn für die eigene Tasche umzumünzen.

Quelle: Stimme Russlands

2 Gedanken zu „wie man an Umstürzen verdient

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