Hensel´s Sonntagsmatinée: sag`s mit Blumen!

von H.-P. Schröder

Der Erfinder von Heinz von Förster

war so frei

und hat die Freiheit sich genommen

bekommen,

Förster eine Geschichte erzählen zu lassen,

die davon handelt, daß die beste Geschichte

gewinnt.

Wir ergänzen – daß es Geschichte,

aber keine

Wirklichkeit ergibt, wenn Wankelmütigkeit

den jeweils am

gefälligsten verkleideten Fabulierer,

zu unserem Vorbildner

bestimmt.

 

(Anregung aus „Das Netz“)

Wer er (2)

Man spricht über Sie. Falls es Ihnen nicht langweilig wird, hören Sie bitte zu. Hören Sie`s? Nein? Sind Sie am Thema nicht interessiert? Die reden gerade über Sie, darüber, wer Sie gemacht hat. Wie unhöflich, über Sie zu reden, ohne Sie zu fragen, so als ob Sie nicht mit im Raum wären. Dabei können Sie jedes Wort mithören. Unerhört sowas. Was geht das die an, wer Sie gemacht hat. Die sollen sich zuerst Gedanken darüber machen, wer sie gemacht hat. Und dann könnten sie damit beginnen, auf andere zu schießen. Anstatt dessen fangen sie mit anderen an, um vielleicht, falls das Ergebnis zusagt, irgendwann danach, auf sich zu schießen, pardon zu schließen.

Zur Zeit streitet ein Blindwühlprogramm mit einem Intelligentfühlprogramm so lautstark darüber, wer der Hauptverantwortliche für das All-Es ist, daß die Religionen vor Schreck entweder verstummt sind oder in Panikschlucksruntermodus verfielen. Um die Problematik zu erklären beginnt man am Besten mit einer primitiven Zelle und wird sofort unterbrochen. „Einspruch“, schreien die 7 Tage Kreativisten, „Zelle ist akzeptiert, aber „primitiv“, wird gestrichen. 250 Proteine für das Grundmodell, macht das mal nach ihr Primitivlinge, von wegen primitiv. Vom zündenden Funken ganz zu schweigen. Da hapert´s dann nochmal, alles was wir bei euch sehen, sind zündelnde Unken. Nochmal anfangen.“

Juni IV (2)

„Ha, ja, diese fixe Idee vom Anfang“, mokieren sich die Radikalausleser. Wir sagen nur: Un-end-lichkeit ! Die Guten in`s Köpfchen, die Schlechten… „

„Ja genau dorthin mit ihnen“, schallt es sofort von den 7 Tage Kreativisten aus den Designerbekenntnisanstalten, „Wieso überhaupt einen Umweg über die Schlechten nehmen, die Natur ist nicht so blöd, wie ihr sie denkt, die schöpft Gutes aus dem Vollen, jedes Modell erscheint in sich fertig und perfekt auf der Bühne, mitsamt seiner eigenen „Produktionsstrasse“ im Gepäck. In der Natur ist nichts von Evolution aus einer Art in eine völlig andere Art zu erkennen.

Produktionsstrasse, der Ausdruck freut euch ihr Halunken, was? Das ist ein Begriff nach eurem Mechanikergeschmack. Unserer Meinung nach gefällt er euch, weil ihr eine Ausnahme darstellt, die einzige Spezies, die unvollkommen zur Welt kommt. Demnächst werdet ihr noch artenübergreifend öffentlich zwangsmetamorphisieren, nur um eueren Übervater Darwin zu halten. Das soll keineswegs eine religiöse Anspielung sein…. . „

Juni VI (2)

„Ruhe jetzt ihr, ihr,… Schriftgeleerten und hört auf zu grinsen, wir hassen es unterbrochen zu werden, bei Ouroboros und Einsteins Hinterkopf, ihr habt ja überhaupt niemanden vorzuweisen, ihr besteht ja selbst nur aus Querverweisen auf das Imaginäre. Wir haben Zebrafinken und Ellenbogen – ihr habt Probleme mit komplexen Formen. Das liegt an euerem fühlungsbedürftigen Horizont. Probiert es endlich mal` mit Geradeausdenken, dann werdet ihr, bei Gott, feststellen, wie die Gedanken zu sich selbst zurückkommen…….“

Zwischenruf: „Ihr meint, nachdem Sie die Schöpfung umrundet haben?“ Ungerührt weiter „ … und sich selbst bestätigen. Mehr kann man nicht erreichen, in der Unendlichkeit.

Zwischenruf: „Bei Gott und wie sieht es mit der Ausrüstung aus, ihr Heimwerker.“

„Gebt uns einfach genug Platz, genug Würfel und genug Zeit und dann geht alles von alleine. Seit Jahrhunderten benutzen die Menschen Erdöl und jetzt auch zunehmend Erdgas. Unvorstellbare Mengen, die alleine die Kriegsmaschinen tagtäglich verbrennen, Flugzeuge, Heizungen, Züge, und Autos, die chemische Industrie. Und diese unvorstellbare Menge an Öl und Gas, – ein Zwischenruf: „Unvorstellbar!“ – ist wahrscheinlich aus noch unvorstellbareren Mengen von Leichen entstanden. Das hat Zeit gebraucht und die Naturgesetze der Chemie haben es vollbracht……“

Juni II a (2)

“Unwahrscheinlich!“, schallt es von drüben herüber, „ihr wollt doch jetzt nicht auch noch darauf hinaus, daß sich die unauffindbaren Links, – die Beweise für eure Wahnvorstellung der Entstehung einer Art aus einer anderen Art durch Übergang, daß sich alle Zwischenglieder, transzendiert, verflüssigt und vergast haben, oder? Wollt ihr uns verkohlen?“ …… .

Der Beobachter stellt fest, das kann noch stundenlang so weitergehen, das wird jahrelang so weitergehen. Ein kindliches Spiel ohne ernstgemeinten Hintergrund. Wie bei einem Sängerwettstreit. Mit Wahrheit hat das nichts zu tun, was die Janusköpfe der Kreationisten und der Darwinisten miteinander aufführen. Beide sind Zöglinge einer materialistischen Schule, auf der das Biegen und Brechen gelehrt wird, beide werfen sich Fundstücke vor, die einem einstmals lebenden Organismus entstammen, der ihnen in die Hände fiel, worauf sie ihn tölpelhaft auseinander nahmen. Der eine von oben, der andere von unten.

Und sind doch nur Jäger auf der Jagd nach einer guten Geschichte, die mit Schaufelchen und Eimerchen auf Sandhaufen stehend brüllen, daß sie jetzt Bescheid wüssten, denn dies oder jenes wäre der Beweis. Dabei schrumpfen ihre präsentierten Trophäen, je weiter sie sich vom All-Es entfernen, auf kleiner, einsamer und bedürftiger.

Juni III (2)

Unnötig zu sagen, daß die Funde, die sie verbuddeln müssen, weil sie die Kragenweite ihres Fassungvermögens überdehnen, das heißt, die die Pointe der gerade führenden Geschichte gefährden, im gleichen Maße in`s Riesenhafte wachsen. Das führt dann eines Tages geradezu zwangsläufig zur Einstellung der Wühlarbeit und ebenso zwangsläufig zu einem besseren Überblick beider Fraktionen, weil beide den Aushub aus dem Massengrab der verbuddelten Beweise als ihre Feldherrenhügel benutzen.

Juni 5 (2)

Wir bewundern, die großen Maler aller Epochen. Ob sie eine Pflanze in ihrer Gestalt in Umrissen wiedergaben, ihr Bild flächig in Holz schnitten, oder schattiert in eine Kupferplatte ritzten, ob sie sie zu einem Strauß emailleleuchtender Formen vereinigten, oder in natürlicher Gesellschaft als Rasenstück aquarellierten, keines dieser großen Genies, hat es geschafft, die Schattierungen der Düfte, das sanfte Wiegen im Wind, die Bewegung der inneren Säfte, geschweige den ihre täglichen Verwandlungen wiederzugeben, alles Tatsachen, die hier und jetzt für jeden, über unsere Sinne erfahrbar, geschehen und die wir uns weigern zu erfassen. Ja, wir verweigern uns, wir flüchten in theoretische Spinnereien, wir spinnen vor uns hin und träumen von einer Bedeutung und einer Größe, die wir gar nicht besitzen, die wir aber erwerben können, sobald wir uns von den Geschichten freimachen, die uns festlegen wollen, wie Vögel, die sich auf Leimruten niedergelassen haben, um einen Moment lang auszuruhen und die dann nicht mehr loskommen.

Das Geäder im Inneren der Blüte einer Glockenblume auf einer Leinwand abzubilden, dazu bedarf es eines guten Auges, der Beherrschung des Handwerks, der Geduld und des Fleißes und es muß oft geübt worden sein. Das Ergebnis lässt, vielleicht, den Betrachter erstaunen, erfreut ihn, lässt ihn sich verwundern und den Meister loben, der das Meisterstück geschaffen hat.

Juni (2)

Den „Meister“, der jeden Tag aus einem lebendigen Geist, ohne Anstrengung, Millionen von lebendigen Blüten jeweils mit einem anderen Muster versieht, den darf man nicht schwärmerisch stilisieren, um ihn, Schande!, in die Unnahbarkeit zu erheben, damit man sich ungestört den „wichtigen“ Dingen des Lebens widmen kann. Andererseits sollte niemand den Meister zu einem Fließbandarbeiter herabwürdigen, nur weil man ihn sich als eine Art begabten Tütenkleber vorstellen möchte, dessen Handwerk leicht erlernbar wäre. Dann enden wir als Ressourcen auf dem Tisch eines anderen. Nur weil die Kopistenlehrlinge aus den Ingenieur- und den Eingebildetbiowisenschaften tote Gegenstände, die summen, blinken und tutut machen, im Saal herumgehen lassen, und damit die Wundergläubigkeit künstlich am Leben erhalten, bedeutet das noch lange nicht, daß sie Wesentliches begriffen haben. Das alles sind einfältige Geschichten von Zwiespältigen.

Wer wahrnimmt ist weder auf Meinung noch auf Interpretation angewiesen. Daraus erwächst Sicherheit im Denken, Fühlen und Handeln.

Wahrnehmung ist ein universelles Heilmittel, der Universalschlüssel, die Universaltinktur gegen das Vergessen. Wahrnehmung schaltet den Zwischenhandel aus. Sie benötigt weder Vermittler noch Dechiffrierer. Sie nimmt wahr. Mit Wahrnehmung beginnt die wahre Geschichte.

Bibliographische Fußnoten:

Expelled: No Intelligence Allowed, http://www.youtube.com/watch?v=V5EPymcWp-g

Das Netz: http://www.youtube.com/watch?v=vX4n-LFJE60

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.