Zypern: russische Flotte willkommen

Bild: weltkarte.com
Bild: weltkarte.com

erschienen bei Stimme Russlands – Danke an Ludwig

von Afanassi Avgerinos

24 Stunden nach dem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Sankt Petersburg im Rahmen des 17. Internationalen Wirtschaftsforums versicherte der zypriotische Außenminister Ioannis Kasoulides in einem Gespräch mit der STIMME RUSSLANDS, dass sich die dunklen Wolken in den Beziehungen zwischen Zypern und Russland „verstreut“ haben und dass beide Seiten intensiv mehrere Abkommen vorbereiten, unter welche die Präsidenten beider Länder Wladimir Putin und Nikos Anastasiades ihre Unterschriften setzen sollen.

Das genaue Datum des Moskau-Besuchs von Herrn Anastasiades wird über diplomatische Kanäle bestimmt. Das Thema der zweiseitigen Verhandlungen ist die Gewährung von Dienstleistungen bei der militärischen Bedienung. Moskau spricht Nikosia zu diesem Thema schon zum zweiten Mal binnen eines Monats an. Zum erstenmal brachte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu diese Bitte bei einem Treffen mit seinem zypriotischen Amtskollegen Fotis Fotiou zum Ausdruck. Das geschah im Rahmen der Internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau. Dazu Kasoulides:

„Das war mein erstes Treffen mit Herrn Lawrow nach dem Beginn der Arbeit der neuen Regierung und nach den Problemen, die mit dem Beschluss der Eurogruppe über das ‚Scheren‘ der Anlagen in zypriotischen Banken entstanden. Das Treffen zeigte klar, dass in den Beziehungen zwischen Zypern und Russland keine ’sich verdichtenden‘ Gewitterwolken bestehen, im Gegenteil, zwischen den Ländern werden die traditionellen, historisch zustande gekommenen, gutherzigen Beziehungen aufrechterhalten. Wir erörterten die Zypern-Frage, die Versuche, die Verhandlungen wiederaufzunehmen, und die Rolle, die Russland als Ständiges Mitglied des Sichrheitsrates spielen wird. Über diese Fragen besteht volles gegenseitiges Verständnis.

Wir erörterten die bilateralen Beziehungen zwischen Zypern und Russland auf der Basis der Freundschaft und Zusammenarbeit in vielen Zweigen. Zur Zeit werden mehrere Abkommen vorbereitet, die zu einer noch größeren Erweiterung der Zusammenarbeit beitragen werden. Außerdem besprachen wir internationale Fragen von gegenseitigem Interesse; zu allen davon erläuterte die jeweilige Seite ihre Einstellung.“

In einem Kommentar zur Benutzung der Flotten- und der militärischen Infrastruktur, worum Russland Zypern bittet, bestätigte Herr Kasoulides: Es werde erwartet, dass sie den Rahmen der Unterbringung der Schiffe im Hafen von Limasol sprengen werde. Folglich werde, wie auch die zypriotische Presse schreibt, zu ihr auch ein Fliegerstützpunkt „Andreas Papandreou“ in Paphos hinzukommen. Die entsprechenden technischen Details sollen von einem bevollmächtigten Ausschuss beider Länder bearbeitet werden, dessen Mitglieder bald an die Zusammenarbeit gehen werden:

„Solche Dienste gewährt Zypern befreundeten Ländern. Wie Sie wissen, können andere Länder, die USA und die EU-Mitglieder, ihre Schiffe zum Nachtanken unterbringen. Ebenso ist die russische Flotte ein gern gesehener Gast. Diese Frage soll im weiteren im Rahmen eines Abkommens präzisiert werden, das der Ausschuss beider Länder vorbereiten wird.“

Wir fragten, ob es möglich sei, dass auch dieses Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung und die Nutzung der militärischen Infrastruktur eines jener sei, die während des in den nächsten Monaten erwarteten Moskau-Besuchs von Zypern Präsident Nikos Anastasiades bereits zur Unterzeichnung vorliegen werden. Dieser Besuch sei, so Herr Kasoulides, schon seit langem bekannt gegeben und befinde sich im Prozess der Regulierung über diplomatische Kanäle:

„Wir unsererseits möchten, dass gleichzeitig mit diesem Abkommen auch Abkommen vorbereitet werden, die Fragen des Kampfes gegen den Terrorismus, die organisierte Kriminalität und den gesetzwidrigen Drogenumsatz betreffen. Sie stehen in einem reifen Stadium der Ausarbeitung in den Justizministerien beider Länder, ebenso wurde das Aktionsprogramm von 2010 – 2013 wiederaufgenommen, denn es läuft 2013 ab. Dieses ganze Paket kann morgen während des Treffens von Nikos Anastasiades mit Wladimir Putin zum Erörterungsgegenstand werden.“

Genaue Daten der russisch-zypriotischen Treffen stehen vorläufig nicht fest. Aber diplomatische Quellen teilen mit: Es sei anzunehmen, dass Herr Lawrow einen Besuch nach Zypern im Laufe des Jahres abstatten wird. Wie Herr Kasoulides erklärte, bestätigte das Treffen beider Amtskollegen: Es sei nie vorgekommen, dass Russlands Führung mit Zypern und seiner Regierung unzufrieden gewesen wäre, im Gegenteil, Russlands Außenminister habe sich wie immer freundlich und herzlich gezeigt. Wie Herr Kasoulides wiederholte, befinden sich die traditionellen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Zypern auf einer sehr guten Ebene und werden sich erweitern:

„Herr Lawrow wurde nach Zypern eingeladen und nahm mit Freude die Einladung zu diesem Besuch an. Wahrscheinlich wird das Treffen von Herrn Lawrow mit Zyperns Präsident Herrn Anastasiades in New York bei der Tagung der UN-Generalversammlung stattfinden. Für den Moment kann ich das genaue Datum nicht mitteilen, da noch nicht alles festgelegt ist und, wie Sie wissen, über diplomatische Kanäle vereinbart werden soll.“

Laut Angaben diplomatischer Quellen hat die zypriotische Seite beim Treffen der zwei Minister neben der allgemeinen Information über die Zypernfrage ihren Vorschlag zur Rückgabe der Stadt Famagusta an ihre Einwohner vorgelegt, was den Prozess der Verhandlungen zwischen den Gemeinden erleichtern könnte:

„Erwartet wird, dass die Verhandlungen im Herbst dieses Jahres beginnen. Sie werden unter der Ägide des UN-Generalsekretärs in Übereinstimmung mit dem Mandat des Sicherheitsrates verlaufen. Wir erarbeiteten einige Meinungen über Methoden, sie auf die Ebene der Verhandlungsseiten zu bringen, ohne ein immerhin nötiges Treffen der Führer beider Gemeinden in den Zwischenzeiten auszuschließen, und wir hoffen, dass Ankara bei diesen Treffen eine aktive Rolle spielen wird.“

4 Gedanken zu „Zypern: russische Flotte willkommen

  1. Wieso denn pikant. Schliesslich nützt dem fettgefressenen zypriotischen Regierungsapperat all sein Reichtum nichts, wenn man selbst tot ist. Syrien ist um die Ecke. Das Konfilktpotential dort ist klar. Also ich wäre auch lieber freundlich. Wenn sich die Großen in die Wolle kriegen und nur EIN Schlag gegen Zypern geführt würde, dann kann die Insel aus der Landkarte gebucht werden.

  2. *off-tpic*, weiß im Moment nicht wo ich es posten soll, habe hier Hoffnung…:
    Habe gerade ein Gespräch (Chat) mit einer befreundeten türkischen Mibürgerin geführt, natürlich fragte ich zu den Ereignissen am Taksim-Platz, sie sagte mir, es geht um die allgemeine Unterdrückung, um Menschenrechte usw. …
    Ich fragte, wie ich (wir) unterstützen können…
    Ihre Antwort: „im Moment warten wir alle, in der Türkei, in Brasilien und überall auf der Welt auf unsere deutschen Brüder und Schwestern“ !!!!!!!!!!!!

    WIR(!) sind das Zünglein auf der Waage-
    Wer noch nicht ganz verblödet ist, möge nachdenken… nur nicht zu lange..!!!

    Liebe Grüße,
    Titus

  3. So lange man nicht über die zypriotischen Gas- und Ölvorkommen spricht, ist doch alles im satanischen Bereich! Ein paar Kriegsschiffe hier und da hat noch keine Rendite geschmälert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.