Syrien: Al-Kusair – Fazit

QUASYR
Fotos: Libya SOS

erschienen bei chartophylakeion tou polemou

Inzwischen wurden Zahlen zu den Verlusten der Rebellenbanden in Al-Kusair veröffentlicht. Getötet wurden 2.745, verwundet 344 Rebellenkämpfer. Von letzteren sind rund 200 in libanesischen Krankenhäusern in Behandlung. Zirka 1.000 Kämpfer wurden festgenommen. Nicht weniger als 600 ist es gelungen, aus der Einkesselung zu entkommen.

Interessant ist das Verhältnis von Getöteten zu Verwundeten. Es zeugt davon, dass es praktisch keine medizinische Hilfe gibt. Ein guter Teil der Rebellen muss einfach deshalb umgekommen sein, weil ihnen keine medizinische Hilfe geleistet werden konnte. Das Verhältnis scheint überhaupt ziemlich charakteristisch für diesen Krieg. “Normalerweise” wäre das Verhältnis Verwundete zu Getöteten rund 3:1, hier ist es mindestens andersherum. Man bedenke auch das heiße Wetter und was das für unbehandelte Verwundungen bedeuten mag.
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kusairZahlen zu den Verlusten der syrischen Armee werden “traditionell” (seit ungefähr März 2012) nicht veröffentlicht.
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Die Einnahme Al-Kusairs ging mit dem nunmehr offenen Auftreten der Hisbollah in verhältnis großer Mannstärke einher. Die “Weltgemeinschaft” hat es dabei nicht wirklich geschafft, einen Unisono-Protest zu formulieren – die libanesischen Schiiten als ausländische reguläre Einheiten zu bezeichnen hieße, der Hisbollah einen vollkommen anderen Status zuzuerkennen, als das bisher der Fall ist, wenn man von ihr als von einer “Terrororganisation” spricht.
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Das offene und unverhohlene Auftreten der Hisbollah ist, wenn man sich die Sache überlegt, ein doch recht unerwarteter Schritt. Das ist es wohl, was Baschar al-Assad mit “asymmetrischer Antwort” an Israel meinte, nachdem die Luftwaffe der Israelis Syrien angegriffen hat. Die Hisbollah-Kämpfer werden sicher nicht mit leeren Händen in den Libanon zurückkehren.
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6 Gedanken zu „Syrien: Al-Kusair – Fazit

  1. Wenn diese verlorene Schlacht Israels auch den Gewinn des Krieges für Syrien bedeutet, dann ist das ganz wunderbar.

    Im übrigen vermisse ich in letzter Zeit in den prestituierten Medien die monotonen Unkenrufe der westlichen Politiker: Assad muss weg, Assad muss weg.

    Sollte diesen Dummpfbacken und Papageien auch schon ein Lichtlein aufgegangen sein?

    Die lauwarmen Aussagen Westerwelles sprechen zumindest dafür.

  2. Allerdings sollten wir uns nicht einbilden, dass Zion wegen einer verlorenen Schlacht mal eben seine Welteroberungspläne abbricht.

    Die haben schon ganz andere Schwierigkeiten mit der größten Zähigkeit bewältigt!

  3. Ein echter Umschwung zugunsten des Friedens liegt erst dann vor, wenn Indizien sichtbar werden, die beweisen, dass die Zionisten von ihrer grenzenlosen Arroganz (Offensive) in eine ängstliche Verteidigungs- und Fluchthaltung (Defensive) übergehen.

    Sollte jemand solche Indizien beobachtet haben, bitte beschreiben.

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