Iran: Fatae Morganae

Irans neuer Präsident Hassan Rouhani - Foto: wikipedia
Irans neuer Präsident Hassan Rouhani – Foto: wikipedia

erschienen bei chartophylakeion tou polemou

Was bei den Wahlen im Iran passiert ist, sieht aus wie alles, was einem dazu so einfallen mag: gewiefte Technologien, lupenreine Demokratie, oder eiskalter Betrug. Alles gleichzeitig.

Hassan Rohani galt in der Zeit vor der Wahl nicht nur als kein Favorit, sondern auch als chancenlos, einen ersten Wahlgang zu überstehen. Iranische Meinungsumfragen hatten noch kurz vor den Wahlen eine recht niedrige Wahlbeteiligung prognostiziert. Im Zentrum der Medienaufmerksamkeit stand ein Kopf-an-Kopf-Rennen Ghalibaf vs. Dschalili; unterstrichen wurde das durch die benevolente Position Chameneis gegenüber beiden, während er es  gleichzeitig vermied, eine Wahlempfehlung abzugeben. Das interpretierte man als unerschütterliche Sicherheit des Rahbar, dass “sein” Kandidat, welcher auch immer das sei, das Rennen macht.
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Bild: atlasshrugs2000.typepad.com
Bild: atlasshrugs2000.typepad.com

Alles änderte sich schlagartig, am vergangenen Mittwoch – nur einen halben Tag vor dem “Tag der Stille”. Ali Akbar Haschemi Rafsandschani rief seine Anhänger auf, ihre Stimmen Rohani zu geben. Und urplötzlich änderte sich die Lage. Nicht, dass es unglaubwürdig wurde: sehr viele vor allem unter den jungen Städtern sind durch die Nichtzulassung Rafsandschanis sehr enttäuscht gewesen; unter diesen Wählern gab es Verdruss und Mutlosigkeit, die sich vor allem durch Nichtwählen äußern würde. Der Aufruf Rafsandschanis war also durchaus geeignet, diese Leute zu mobilisieren und motivieren. Die Glaubwürdigkeit des Endergebnisses ist also nicht das Problem. Das Problem liegt anderswo.

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