Hensel´s Sonntagsmatinée: von wem wird unsere Intelligenz ermordet?

von H.-P. Schröder

 

der Fall Boris F. und die abhörsichere Kommunikation

Spitzel I (2)

kein Einzelfall: der Fall „TRON“

 

Wissen Sie, daß ein Trojaner alles mögliche auf ihrem Rechner deponieren kann, wenn wer will? Zum Beispiel Beweise für Ihre geistige Unzurechnungsfähigkeit oder für Ihre Beteiligung an illegaler Atommülllagerung, oder Ihre Abrechnungszettel von den europäischen Triaden. Oder unflätige Schimpfworte, die an unsere weise Führung adressiert sind. Jede Simulation ist möglich, dem der keine Hemmungen hat und die Technik besitzt.

Wer von uns weiß, daß ein Stimmenanalysator, wie er seit Jahrzehnten vom Bundeskriminalamt zur Stimmenanalyse genutzt wird, umgepolt zum Stimmensynthetisizer, fähig ist, eine Stimme derart zu synthetisieren, daß ein zweiter Analysator, diese als „echt“ identifizieren würde? Wenn bei Ihnen das Telefon klingelt, können sie seit einigen Jahrzehnten nicht mehr sicher sein, wer am anderen Ende ist. Derselbe „Trick“ soll mittlerweile auch im Bildbereich möglich sein. In Nullzeit. Künstliche Intelligenz am anderen Ende der Leitung, die mit der Stimme ihrer Mutter spricht und ihre Mutter „darstellt“. In der Dokumentation „Das Netz“ tritt der Programmierer und Multimillionär David Gelernter auf, der bei einem Bombenanschlag eine Hand und ein Auge verloren hat. Herr Gelernter möchte die Welt mit allen ihren Abläufen und Interaktionen als Software verfügbar machen. Zwecks Lebenserleichterung, sagt er. Er nennt es das Spiegelwelten-Prinzip. Wer von uns weiß, daß Gelernters Papa, in den Fünfzigern, einer der Pioniere der Künstlichen Intelligenz (KI) war ? Wer von uns hat schon einmal davon gehört, daß in Israel eine Biotechfirma existieren soll, die in der Lage ist DNA-Spuren nachzubauen? Angesichts der erwähnten Punkte, wird jeder Anwalt demnächst in der Lage sein, nahezu jeden „Beweis“, der sich auf Telefonanrufe, Telefonüberwachung, Internetkommunikation, Festplatteninhalte und DNA-Spuren stützt, sofort anzufechten.

Das Schlüsselwort heißt Kontrolle: Ihr Haus wird fotographiert und das Foto ohne ihre Erlaubnis in das Internet gestellt. Google verkauft Sie. Machen Sie dasselbe mit Ihrem Nachbarn, kann der Sie verklagen. Wer fotographiert Ihr Haus ohne Ihre Erlaubnis? Wer vermummt sich und versucht gleichzeitig Sie „nackt zu machen“? Technik soll uns bespitzeln und die sogenannte Biowissenschaft, die es gar nicht gibt, denn es handelt sich um Bio-Kybernetik ohne Bio, setzt alles daran, Sie als Individuum zuerst zu identifizieren, dann zu lokalisieren, um sie schlußendlich  zu entpersonalisieren. Wer erzwingt „Toleranz“ mit den Mitteln absoluter Intoleranz? Der Ungeist ist losgebrochen und tobt gegen schöpferische Freiheit, gegen vorurteilsfreie Forschung, gegen das kindliche Staunen und gegen die Experimentier- und die Lebensfreude. Zuerst kommt das Ausspionieren, dann kommt die Diktatur. Planen die Möchtegerndiktatoren.

Ich bin davon überzeugt, sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

cryptofon (2)

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1998 entwickelt der geniale Student Boris F. ein Verschlüsselungssystem zum Gebrauch in Echtzeit, durch das es möglich wird unabhörbare Telefongespräche per ISDN zu führen. Die Verschlüsselung erfolgt nicht mittels eines Softwarecodes, sondern durch eine speziell konstruierte Hardware. In einem nächsten Schritt plant er die Systemvoraussetzungen zu entwerfen, die eine abhörsichere Kommunikation, z. B. im Internet, für alle und nicht nur für einige wenige zur Verfügung stellen wird. In seiner Diplomarbeit an der Technischen Hochschule Berlin beschreibt er Funktion und Wirkungsweise seines Cryptofon genannten Gerätes und des damit verbundenen Prozesses. Boris F. nennt sich TRON. Er sieht die Gefahren, die auf die Menscheit zukommen, wenn sich eine gewissenlose Clique in den Besitz, der zur Überwachung und Manipulation der Menscheit erforderlichen Technik, setzt und er beschließt, dagegen etwas zu tun.

TRON erkennt, daß die Schwachstellen jeder Verschlüsselung nicht in den Codes, sondern in den Unwägbarkeiten des Gesamtfeldes liegen und beschließt die ewige Jagd zwischen Chiffrierung und Dechiffrierung durch eine spezielle Systemarchitektur zu beenden und gleichzeitig das Problem des Hinterherhinkens während einer laufenden Kommunikation zu lösen. Ein erfolgreiches System abhörsicherer Kommunikation muss auch das Einschleusen von „Hintertüren“ unmöglich machen, ohne die  Funktion zu verändern. Das gelingt TRON. Er baut erfolgreich den Prototypen und demonstriert dessen Wirkungsweise. Das Cryptofon erfüllt die Erwartungen. Die Materialkosten betragen um die 200 DM.
TRON verlässt die Wohnung seiner Eltern, die Computer laufen. Er wird Tage später erhängt aufgefunden. Mit einem fremden Gürtel und einem Mageninhalt, der vom letzten Mittagessen im Elternhaus stammt und fast unverdaut ist. Die Staatsanwaltschaft beschließt Selbstmord. Das Verfahren wird eingestellt. Ein fast perfektes Verbrechen.

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Details: Todeszeitpunkt und Kuehlung

Als Boris am 17.10.98 verschwand gingen alle von einer Entfuehrung aus. So auch in der Anzeige bei der Polizei, Verdacht auf Geiselnahme. Als die Leiche am 22.10. gefunden wurde glaubte man er waere nach mehreren Tagen Entfuehrung von den Taetern umgebracht worden.

Als die Eltern den Obduktionsbericht lasen fiel auf, dass der Mageninhalt in etwa dem entsprach was er am 17.10. mittags gegessen hatte. Der einzige Unterschied war, dass es nicht Salat sondern Basilikum haette sein muessen. In diesem Obduktionsbericht war kein Todeszeitpunkt angegeben. Nur vom LKA wurde gesagt der Tod muesse am 20. oder 21. eingetreten sein.

Um diese Sache zu klaeren wurde vom damaligen Rechtsanwalt der Eltern, Johannes Eisenberg, am 30.03.99 angeregt den Todeszeitpunkt von den Gerichtsmedizinern genauer bestimmen zu lassen. Ebenso sollte eine Untersuchung des Mageninhalts die Frage klaeren ob es, wie von der Mutter vermutet, ihr Basilikum Nudelgericht sein koennte. Beide Gutachten wurden daraufhin von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegen.

Am 7.04.99 verfassten die Obduzenten eine ergaenzende gerichtsaerztliche Stellungnahme, wonach der Todeszeitpunkt wahrscheinlich am 21.10. war, auf keinen Fall aber vor dem 20.10.98.

(Rechtsmedizin zum Todeszeitpunkt)

Die Identifizierung der Basilikum Blaetter erfolgte durch das Institut fuer Pharmazie der FU Berlin am 28.04.99 auch ohne Raum fuer Zweifel zu lassen. Beide Ergebnisse zusammen genommen waren eine Ueberraschung. Wie es RA Eisenberg in einer Zusammenfassung am 18.08.99 schrieb, laesst es sich nur mit einer zwischenzeitlichen Kuehlung der Leiche vom 17. bis zum 21.10. erklaeren.

Dies war eine derart befremdliche Vorstellung, dass auf Eisenbergs Anregung hierzu ein erneutes Gerichtsmedizinisches Gutachten eingeholt wurde. Sollte die Staatsanwaltschaft Zweifel an der Identifizierung der Mahlzeit haben, wurde, unter anderem, das kochen einer Vergleichsmahlzeit durch die Mutter angeboten. Am 28.01.00 lieferten die Obduzenten eine erneute ergaenzende gerichtsaerztliche Stellungnahme zu der von Eisenberg vorgebrachten Kuehlhaus Theorie.

Darin wurde bestaetigt, dass eine „Todeserlangung an einem anderen Ort als dem Fundort mit anschliessendem Transport zum Fundort nach zwischenzeitlicher Kuehlung technisch moeglich ist bzw. sich mit den Untersuchungsergebnissen in Einklang bringen laesst. Dies kann ohne weiteres bejaht werden, wobei wir abgesehen von den typischen Befunden einer vitalen Erhaengung keine andersartigen Einwirkungshinweise fanden.“…… „

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Zitat aus dem Widerspruch gegen die Verfahrenseinstellung durch die Staatsanwaltschaft Berlin:

Staatsanwaltschaft Berlin
Turmstr. 91
10559 Berlin

In der Strafsache gegen
Unbekannt (Todessache Boris F—-)
1 Kap Js 1995/98
begründe ich nachfolgend die mit Schreiben vom 06.06.2001 eingelegte Beschwerde gegen den Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft vom 18.05.2001

Es mag richtig sein, dass nach den Erfahrungen der Staatsanwaltschaft „mit ähnlich gelagerten Todesermittlungsverfahren“ es nichts außergewöhnliches ist, wenn am Ende der Ermittlungen kein konkretes Motiv für einen Suizid erbracht werden konnte. Die Aussagekraft dieses Argumentes ist jedoch begrenzt. Zum einen wird nicht erklärt, wie es zu diesem, sicherlich für alle Beteiligten, recht unbefriedigenden Ergebnis kommt. Letztlich wird aus dieser Aussage nur deutlich, dass die mit einer Vielzahl von ähnlich gelagerten Todesermittlungsverfahren befassten Ermittlungsbeamten und Staatsanwälte gelernt haben, mit Geschichten mit offenen Enden umgehen zu können. Zum andern wird in der Einstellungsverfügung unterschlagen, dass es sich bei dem Toten um eine Person mit herausragenden technischen Fähigkeiten in einem sehr speziellen Gebiet, nämlich kryptographischen Systemen, handelte. Der Zeuge Adams, Vertreter der in diesem Bereich international tätigen Firma NDS berichtete der Mordkommission in seiner Vernehmung am 26.10.1998 (Bd. 1, Bl. 177), dass man „ihn als einen der besten Piraten der ganzen Welt ansehen würde“. Entgegen einigen Darstellungen in der Akte war Boris F—- auch kein Student mehr, sondern bereits seit April 1998 Diplom-Ingenieur. Seine Diplomarbeit bestand aus einem Konzept zur Verschlüsselung von Telefongesprächen. Seine Qualifikation wurde von seinem Professor an der Technischen Fachhochschule, dem Zeugen K—– in der Vernehmung vom 21.10.1998 mit den Worten beschrieben: ist Boris der beste Student gewesen, den er seit Jahren gehabt hat“ (Bd. 1, Bl. 18).

Anlass für die Diplomarbeit von Boris F—– waren unter anderem Berichte der Fachpresse (C’t 6/97, Artikel wird als Anlage beigefügt), dass die Bundesregierung ein Verbot sicherer Verschlüsselung plane. Die Diskussion war 1998 auf ihrem Höhepunkt. So schrieb die Süddeutsche Zeitung am 07.12.1999: „Mit diplomatischem Druck versuchte 1998 US- Sonderbotschafter David Aaron*, die Europäer zu einer restriktiven Verschlüsselungspolitik zu bewegen. Insbesondere frei erhältliche Programme von Universitäten sind den Amerikanern ein Dorn im Auge, denn diese weisen keine NSA-Hintertürchen auf‘. Der Artikel wird ebenfalls als Anlage beigefügt.

NSA meint die National Security Agency, ein US-Geheimdienst, der spezialisiert ist auf das schwächen und brechen von Verschlüsselungssystemen. Das vom Verstorbenen erfundene Gerät setzte Algorithmen dieser „frei erhältlichen Programme von Universitäten“ in eine feste Form um, dass man sie nachträglich nicht mehr mit „Hintertürchen“ versehen konnte.

Es ist wahrscheinlich nur eine sehr unglückliche Koinzidenz, dass Sonderbotschafter Aaron gerade Mitte Oktober 1998, kurz vor dem Verschwinden von Boris F—–, Deutschland besuchte. Diese Umstände und die noch Ende 1998 sehr intensive politische Diskussion über ein mögliches Verbot sicherer Verschlüsselungssysteme geben dem plötzlichen Tod dieses Erfinders eine besondere Aufmerksamkeit der Medien. Die Artikel und Erwähnungen von Boris F—– in der Tagespresse, aber auch in der Fachpresse hören auch drei Jahre nach seinem Tod nicht auf. So wurde in einem Artikel über Fälschungen von Telefonkarten im großen Stil im Spiegel 28/2001 (wird als Kopie beigefügt) der Verstorbene folgendermaßen gewürdigt: „Die Simulatorentechnik stammt noch aus der Frühzeit der Kartentrickserei. Hackerkoryphäen war es zu Beginn der 90iger Jahre gelungen, die Sicherheitsbarrieren der Telefonzellen zu durchbrechen. Zur Legende der Szene stieg ein junger Berliner auf, dem Professor bescheinigte, anderen im Studium um Zehnerpotenzen überlegen zu sein: Boris F. Im Oktober 1998 wurde der Hacker, der sich nach einer Figur aus dem gleichnamigen Walt Disney- Film „Tron“ nannte, unter dubiosen Umständen erhängt in einem Berliner Park aufgefunden; bis heute bleibt offen, ob er den falschen Leuten in die Quere gekommen war. Dabei ging es Tron nicht einmal um kriminellen Profit – er wollte nur zeigen, wie leicht Software-Codes geknackt werden können.

Auch das Interesse von Geheimdiensten an Boris F—– ist in den Akten durch Zeugenaussagen dokumentiert. Der Zeuge D—- S—- bekundete am 24.10.1998 einen Anwerbungsversuch des Bundesnachrichtendienstes (Bd. 1, Bl. 127). Unstrittig war F—- in einem Spannungsfeld tätig, indem sich auch Geheimdienste und organisierte Kriminalität engagieren. Es mutet erstaunlich an, dass vor diesem Hintergrund, vor dem Erscheinen eines Buches über den Fall, dem Erscheinen von Berichten selbst in Ostasien, die Ermittlungsbehörden diesen Vorgängen zumindestens im Einstellungsbescheid nicht mit einem Satz würdigen.

Die Angehörigen und Freunde eines Verstorbenen mögen – wie der vorliegende Fall eindrücklich zeigt – ein solches Ergebnis jedoch nicht ohne weiteres akzeptieren und verlangen daher zurecht, dass alle Möglichkeiten der Ermittlungsbehörden ausgeschöpft werden, um wenigstens einen Teil der offen gebliebenen Fragen zu beantworten und einen Teil der offenen Möglichkeiten auszuschließen. Das Ärgerliche an den hiesigen Ermittlungen und zugleich der Grund für die Beschwerde ist, dass sie zu viele Fragen offen lassen. ….“

* David Aaron ist Mitglied in der American Ditchley Foundation, dem Atlantic Council, dem Council on Foreign Relations, der International League of Human Rights, dem National Democratic Institute und dem Pacific Council on International Policy. (nach wikipedia)

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Nachwort zum endgültigen Ende der Ermittlungen

Staatsanwalt Bauer hat den Eltern mündlich mitgeteilt, dass er Untersuchungen die er nicht angeordnet hat auch nicht anerkennen muss. Das wurde vom Anwalt bestätigt. Das Vorhaben, die vom LKA 1998 gewünschten Spurenuntersuchungen auf eigene Rechnung machen zu lassen, hat nun keinen Sinn mehr. Mit der Ablehnung der Justizsenatorin als letzter Instanz bleiben die Ermittlungen nun endgültig eingestellt. Es ist daher nun möglich, etwas unverständliche Details des Falles zu erklären. Wir sehen in etwa folgendes Szenario:

Boris wurde am 17.10.98 an einen Ort zu einem Gespräch gelockt, um ihn zur Aufgabe des Cryptofon-Projekts zu bringen. Das Gespräch, eher kurz und einseitig, brachte keinen Erfolg. Man hatte damit auch nicht wirklich gerechnet und bereits einen detailierten Plan zur Tötung vorbereitet. Er wurde sitzend mit einem Gürtel von hinten stranguliert, eher er noch irgendwie reagieren konnte. Danach wurde der Körper sofort in einen vorbereiteten Kühlbehälter verbracht. Diese ungewöhnliche und aufwendige Prozedur sollte zwei Ziele erreichen: Sie sollte den am Mord Beteiligten ein Alibi geben und einer anderen Person das Alibi nehmen. Nämlich dem Besitzer des Gürtels, dem man diesen zuvor entwendet hatte.

Die Leiche wurde am frühen Morgen des 22.10. im Park an einen Baum gehängt und Nachmittags von Passanten gefunden. Die Spuren am Fundort wurden mit Bedacht plaziert: Das Problem mit den Drahtstücken am Boden und es fehlte der eigene Gürtel, obwohl die daran getragenen Gegenstände am Boden lagen. Wahrscheinlich hätten auch die vom LKA damals angeordneten Spurenuntersuchungen weitere Hinweise auf einen schlecht gestellten Selbstmord geliefert. Auch das war ein Ziel der Täter. Sie wollten, dass für informierte Kreise der Mord ein deutlich abschreckendes Beispiel wird. Es sollte dort keine Diskussion geben ob es vieleicht doch Selbstmord war.

Wären die Ermittlungen 1998 weitergelaufen, hätten sie zum Besitzer des Gürtels geführt. Das war ein weiteres Ziel. Vieleicht hat dies jemand bei den Ermittlungen erkannt und wollte nicht einen Unschuldigen anklagen. Vieleicht war auch der Besitzer des Gürtels einflussreich genug, um die Ermittlungen zu stoppen. Dies ist mit der Hintergrund, warum die Eltern nur die juristische Feststellung des Mordes forderten, aber nicht die Ermittlung eines bestimmten Täters.

Wer waren die Täter? Das oben skizzierte Szenario setzt mehrere Täter und erhebliches Wissen vorraus: rechtsmedizinisches Fachwissen als auch Kenntnisse über das Umfeld des Opfers. Geheimdienste kommen da am ehesten in Frage. Von Anfang an wurde die Firma NDS mit ihren Beziehungen zum israelischen Geheimdienst genannt. NDS baut Dekoder füer Pay-TV, besser konstruierte Geräte als die der meisten Konkurrenzfirmen. Von denen hackte Boris welche in 98, zum Hack von NDS Dekodern blieb keine Zeit mehr. Dass NDS ihm mehrere Abokarten schenkte mag noch zur Demotivation beigetragen haben. Ausserdem war NDS über das Cryptofon und die Pläne zum Cryptron informiert. Man war sehr interessiert, später mal eine der Lizenzen zur Serienfertigung zu bekommen. Ein Geschäft, das noch grösser geworden wäre als der Pay-TV Bereich. Boris Tod muss auch NDS geschockt haben.

Nach bekannt werden des Mordes dachten manche aus Boris Umfeld sofort an das Cryptofon als Ursache. Jedoch gab es im Sommer 98 Zeichen, dass das Projekt aktzeptiert sei. Da war es zunächst schwer zu glauben, dass dies ein tödliches Missverständnis oder gar eine Falle gewesen sein sollte. Inzwischen ist aber selbst für Aussenstehende das Cryptofon als Schicksalsgerät erkennbar. Ein Gerät, das es offenbar niemals in grosser Zahl geben darf.

Noch 98 hat sich Wau Holland vorgenommen, das Cryptofon zur Produktionsreife zu bringen. Technisch war das kein grosses Problem. Er bekam aber bald deutlich andere Zeichen als Boris. Gesundheit und Leben von Mitarbeitern seien in Gefahr. Er musste das Projekt schliesslich einstellen. Zwei anderen, ähnlichen Projekten beim CCC ging es nicht besser. Es waren auch Sprachverschlüsseler, aber mit aufwendigerem, komplizierterem Aufbau und daher nicht so sicher. Geräte also, die für Abhördienste eher aktzeptierbar erscheinen. Trotzdem schliefen auch diese Projekte ein. Ein paar Leute haben Boris Cryptofon inzwischen nachgebaut, aber nur für Eigenbedarf. Es in kleinen Stückzahlen weiterzugeben, getraut sich keiner.

Deutschland ist eines der Länder mit der höchsten Anzahl polizeilich abgehörter Telefongespräche. Auch waren es die deutschen Behörden, die die Ermittlungen abblockten. So ist es naheliegend, zu fragen, ob ein deutscher Geheimdienst für den Mord verantwortlich war. Die Verbreitung des Cryptofons hätte das Abhören der Telefonleitung unmöglich gemacht, nicht aber des Telefongesprächs. Ende 97 wurden Gesetze gemacht, die es der Polizei erlauben, in grösserem Umfang die Wohnräume mit Wanzen und ähnlichem direkt zu belauschen.

Dies ist aufwendiger als das Anzapfen von Leitungen. Letzteres wird umfangreich gemacht, hat aber nur geringen Erfolg. Man tut es nur, weil es so einfach möglich ist. Der gleiche Arbeitsaufwand auf weniger Fälle mit Wohnraumüberwachung konzentriert, hätte wohl den gleichen Erfolg. Vieleicht sogar noch mehr Effekt, da man sich mehr auf wirklich wichtige Fälle konzentrieren würde. Aus dieser polizeilichen Perspektive war das Cryptofon keine Gefahr für die innere Sicherheit.

Deutschland ist als wirtschaftlich und technologisch bedeutsamstes Land Europas schon lange das Ziel von Wirtschaftsspionage, auch aus befreundeten Ländern. Entsprechend liberal steht die Politik zu Verschlüsselungssystemen, es gab dazu nie ein Verbot oder einschränkende Gesetze. Als Mitte der 90er der Internetboom begann, war Deutschland durch sein dichtes Netz an Breitbandkabel und ISDN- Anschlüssen in einer besonders guten Position. Um dieses Potential wirtschaftlich zu nutzen, brauchte man jedoch ein sicheres System zur Verschlüsselung und vor allem zur Signierung von Nachrichten. An der Lösung arbeiteten einige, aber nur Boris hatte sie gefunden (siehe unter Cryptron). Noch bevor sein erster Prototyp lief, hatte der deutsche Bundestag bereits das (heute novellierte) Signaturgesetz verabschiedet.

Parallel dazu lief ein öffentlicher Streit zwischen Crypto-Befürwortern und Gegnern. Die Gegner, konzentriert im Bundesinnenministerium, argumentierten wie die US-Regierung und forderten schwache Schlüssel oder Hinterlegung von Schlüsseln bei Regierungsstellen. Die Befürworter waren grosse Firmen und öffentliche Gruppen wie der CCC, deutlich unterstützt durch das Bundeswirtschaftsministerium. Anfang 98 war dann aus deutscher Sicht die Sache geklärt: Es wird kein Gesetz zur Beschränkung von Cryptographie geben, dafür bekam die Polizei das Gesetz zur Wohnraumüberwachung.

Massive Kritik von Seiten der US-Regierung meinte man ignorieren zu können. Ein tödlicher Irrtum. Ende 98 sah dann alles plötzlich ganz anders aus. Boris war tot, sein Projekt mit ihm begraben und Deutschland war mit anderen befreundeten Ländern von den USA gezwungen worden das Wassenaar-Abkommen zu unterschreiben. Während seit dem ganz Europa über den US Abhördienst NSA und sein ECHELON System klagt, kann man nun nicht einmal mehr in einem Pro-Crypto-Land wie Deutschland Abhilfe bekommen. Alle käuflichen Geräte haben entweder zu schwache Schlüssel, Platz für mehrere Hintertüren oder funktionieren nach einem geheimen System, von dem nur der Hersteller und die NSA wissen, wie es funktioniert.

TRON grab (2)

Seit 1998 hat die Bundesregierung den USA (und wem noch?) offen gestattet, uns alle, einschließlich der Parteien, der Behörden, der Wirtschaft und jedes Einzelnen, zu bespitzeln und sich verpflichtet, die Spitzel bei deren Tätigkeit gegen das deutsche Volk zu unterstützen. Ausführender Verantwortlicher ist das Innenministerium der BRD GmbH. Der angerichtete Schaden ist in materiellen Gütern nicht zu berechnen. Die Bespitzelung fand natürlich schon lange vor 1998 statt. Aber es war den Spitzeln auf die Dauer zu lästig, den Anschein und den Aufwand der Spurenverwischung aufrecht zu erhalten. Man glaubt doch nicht allen Ernstes, daß wenn man einen Vertrag schließt, der Vertragsinhalt dadurch automatisch „legitim“ wäre, weil ihn einige Agenten mit ihrem Klarnamen unterschrieben. Unsere Regierung hat uns an feindliche Mächte verkauft. Jeder der bespitzelt und abhört, eignet sich das Erspitzelte an. Jeder der abhört, ist als gemeiner Dieb zu behandeln. Diese Mächte suchen nach etwas oder jemandem Bestimmtem.

Es stellt sich die Frage, ob die Annahme, daß die komplizierte Vorplanung der Aktion „Einsturz dreier Türme, mittels einiger Teppichmesser“, trotz flächendeckender Bespitzelung unbemerkt geblieben sein kann, aus Gründen der Offensichtlichkeit, nicht grundweg zu verneinen ist.

Für die Anbeter von Logik: Die 9/11 – Täuschung wurde durch die flächendeckende Bespitzelung des Verhaltens der Bevölkerung und die daraus ableitbaren, steuerbaren Verhaltensszenarios ermöglicht.

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„Wie bisher wird auch in Zukunft der Staat eigene Leute in alle aktive Teile der Gesellschaft einschleusen und dort über die Medien zu Führungspersonen machen. Auch bei eher virtuellen Gruppen im Internet ist dies schon üblich. Einige sind überdurchschnittlich intelligent, redegewandt und mitunter sogar witzig. Sie sehen die Welt ironisch oder zynisch und sich selbst als Ergebnis der natürlichen Ordnung. Motivation für manche ist die Teilnahme an der dunklen Seite der Macht, legal andere schädigen oder zerstören zu dürfen. Bei allen ist die gefühlsmässige Anteilnahme am Elend anderer, wenn überhaupt, nur gespielt vorhanden.

Das Internet bietet Gefahren und Chancen. Es nicht zu nutzen kann sich keiner mehr leisten. Anfänger sollten sich auf lesen oder höchstens fragen beschränken. Grössere eigene Texte können eher von Nachteil sein. Privates sowieso. Versuche wenn immer möglich Pseudos zu benutzen. Wer auf wichtige Sachen stösst sollte sie immer verbreiten, zumindest im Kreis von Bekannten. Bei Dingen mit exklusivem Zugang ist ein Rat schwieriger.

Um 2000 kam ein junger, sehr fähiger deutscher IT Spezialist illegalen Aktivitäten einer Firma auf die Spur. Er ahnte jedoch nicht wie gross das war von dem er nur ein Stückchen sehen konnte. Er fand es einfach ungerecht wie einige Reiche sich durch kriminelle Mittel noch reicher machen während die Umgebung in Armut versinkt. Wie er es in Schule und TV gelernt hatte, schickte er Beweismaterial erst an die Presse. Als nichts geschah ging er als Kronzeuge zur Staatsanwaltschaft. Die Ermitlungen wurden eröffnet. Bald darauf fand man ihn erhängt an einem Baum. Offiziell Selbstmord. Er hinterlies eine kleine Tochter.

Vor langer Zeit fand sich eine sehr kleine Gruppe von Leuten zusammen. Sie waren deutlich fähiger als der Durchschnitt ihrer Zeit, man könnte sie sogar Hacker nennen. Sie betrachteten ihre Fähigkeiten als Verpflichtung, ihren Mitmenschen und der ganzen Menschheit gegenüber.

Sie sahen früh die Gefahr einer dunklen Zeit heraufziehen. Sie handelten im verborgenen und änderten den Lauf der Geschichte. Ohne ihr Eingreifen würde die Welt heute noch deutlich schlimmer aussehen. Vielleicht wäre sogar die Zivilisation auf diesem Planeten ausgelöscht worden.

Wie es ihrem Wunsch entsprach sind sie in keinem Geschichtsbuch erwähnt und nur sehr wenige Menschen wissen von ihnen. Es ist nicht nötig mehr zu berichten, denn wer die Fähigkeiten hat weiss auch was er tun kann. Er braucht keine Beispiele.

Ob erneut eine so dunkle Zeit heraufzieht lässt sich trotz allem noch nicht sicher sagen. Heute ist entscheident keine missverständlichen Datenspuren zu hinterlassen. Denn sollte es einmal soweit sein, dann werden alle gespeicherten Äusserungen einer Person und ihres Umfelds ausgewertet. Mit besonderem Interesse sogar die aus der Teenager Zeit. Wer glaubt er könne mehr als andere, sollte das frühzeitig bedenken.“

3 Gedanken zu „Hensel´s Sonntagsmatinée: von wem wird unsere Intelligenz ermordet?

  1. Für alle Erfinder sei dies eine deutliche Warnung.
    ERFINDUNGEN NUR IM KLEINEN KREIS VERBREITEN. Dies dann von allen Beteiligten ausweiten lassen. Die Konstruktionspläne der Allgemeinheit übers Internet zur freien Verfügung stellen.
    Weg von der GIER, viel Geld damit verdienen zu wollen.
    Dies sei allen Entwicklern und Konstrukteuren angesagt, wenn, ja wenn sie nicht etwas anderes, TODSICHERES haben !.

  2. Hierzu ein passendes Zitat, was kluge Köpfe beherzigen sollten:

    22.
    goetzvonberlichingen
    24. Juni 2013 um 17:44 | #29 Antwort | Zitat

    Was er sagt stimmt. Aber sein Video hat einen zu langen Vorlauf..kommt spät zur Sache.

    Nur soviel dazu…wer in der bRD ein Erfindungspatent abgibt ist schon “am Arsch” weil dieses Patent im Fokus der Amis ist… geklaut, aufgekauft und somit “verschwunden” wird.

    Findige Erfinder (meist sind es ja keine guten Geschäftsleute)bzw, zuverlässige Berater an seiner Seite machen es anders.

    Die Erfindung bleibt unbekannt, wird nicht angemeldet (bis zur “Geschlechtsreife”..:-).

    Das neue Produkt wird NICHT beim Paten(t)amt(München oder beim EU-Patentamt) angemeldet.

    Die Pläne haben absichtlich eingebaute Fehler… dieser Puzzle, Fehler , Plan) wird an einem sicheren Platz deponiert..oder existiert nur im Kopf des Erfinders.. Alles klar ..

    Am Tag X kommt dann die saubere Erfindung raus… Klevere (national gesinnte) deutsche Erfinder gehen übrigens immer öfters im Ausland damit in Produktion…..

    Warum wohl?

    Ich kenne drei solcher Fälle wo es so läuft…..und gelaufen ist.

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