brasilianische Bewegung lässt sich von Zapatistas inspirieren

Subcomandante Marcos, pfeiferauchend auf Pferd in Chiapas, Mexico - Bild: Wikipedia
Subcomandante Marcos, pfeiferauchend auf Pferd in Chiapas, Mexico
Bild: Wikipedia

erschienen bei einartysken

von Tatiana Farah

Die autonome Bewegung, die an der Spitze von Brasiliens Protesten stand, ließ sich direkt vom horizontalen Modell der Zapatista Gemeinden in Mexiko inspirieren.

„Abajo a la izquierde está el corazón“ – ‚Das Herz liegt unten und links‘. Dieser Satz von Subcomandante Marcos der Zapatista Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) in Mexiko wurde in der Eröffnungsrede der Freien Fahrkarten Bewegung (MPL) benutzt, von der die Proteste in ganz Brasilien begonnen wurden, die zu einer Senkung der Fahrpreise führten. ‚Unten‘ bezieht sich auf die marginalisierten Gruppen und Minoritäten, die von der MPL „der Boden“ genannt werden und „links“ bezieht sich auf die anti-kapitalistische Haltung. Gebildet von Studenten der Universität von São Paulo (USP) und Arbeitern aus der Peripherie, bezeichnet sich die Bewegung als anti-kapitalistisch, unparteiisch, friedlich, autonom und horizontal.

Einige MPL-Aktivisten, wie die 19-jährige Luiza Calagian aus São Paulo, haben den Kontinent durchquert, um die Zapatista Gemeinden in Chiapas zu besuchen, die weltweite Aufmerksamkeit 1994 gewannen, als die Zapatistas die Waffen niederlegten, um über indigenen Rechte mit der mexikanischen Regierung zu verhandeln. Sie wurden bald ein Beispiel für die neuen sozialen Bewegungen, die sich gegen die Auswirkungen der Globalisierung bildeten. Wie die Zapatistas unterscheidet sich die MPL von traditionellen politischen Parteien durch die horizontale Form ihrer Organisation, in der alle Entscheidungen kollektiv getroffen werden. Es gibt keine Posten oder Führer. Alle sprechen im Namen der Bewegung. Auf den Straßen hört man bei Wahlveranstaltungen nicht die Stimme von Autoradios, weil sie vermeiden wollen, ihre Haltung denen ‚unten‘ aufzudrängen.

„Marcos ist gay in San Francisco, ein Schwarzer in Südafrika, ein Asiate in Europa, ein Chicano in San Isidro, ein Anarchist in Spanien …“ In den 90-er Jahren wurde Subkomandante Marcos, der Intellektuelle von der Autonomen Universität von Mexiko, der in den Dschungel von Chiapas eintauchte, um an der Seite der indigenen Gemeinden zu kämpfen, zu einer Legende. Wenn gefragt, wer der Subcomandante ist – das ’sub‘ bezieht sich auf die Tatsache, dass die wahren Führer die indigenen Völker sind, die Zapatistas, die ihre Gesichter mit Masken bedecken – dann antworten sie ‚Wir alle sind Marcos‘.

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5 Gedanken zu „brasilianische Bewegung lässt sich von Zapatistas inspirieren

  1. „Vor basisdemokratischen Bewegungen machen sie sich in die Hose…“

    […]aber alle basisdemokratischen Bewegungen werden irgendwann Unterwandert und das Spiel startet von Neuen.

    Gruß

  2. Basisdemokratisch ist „horizontal“, lese den Text über die Zapatisten. Unterwandern kann man pyramidale Strukturen. Von oben, den Kopf austauschen, unten unruhe stiften. Horizontal kannst du keinen großen Kopf austauschen, höchsten Unruhe stiften. Wollte man ne horizontale Basisdemokratie unterwandern, dann hätte man in BRD 40 Millionen Spitzel auf 40 Millionen Nichtspitzel. Geht nicht.

    Da gibt es immense philosophische Unterschiede. Bsp. Peter Fitzek, der eine Pyramide bevorzugt. Köpfe Fitzek oder chippe ihn, dann gehört dir sein Königreich. Hast du Fitzeks Kopf, laufen seine Jünger kopflos umher

  3. Garlic!

    Vielen Dank, dass Du meine Worte ernst nimmst und nicht auf Streit aus bist. Dennoch ist es mir wichtig, zu beachten, dass ich so gut wie nie eine entgültige und absolute Meinung habe. Alles ist diskussionswürdig.

    Ich denke schon, dass die Begriffe horizontal und pyramidal viel philosophischen Stoff in sich bergen.

    Ich denke auch, dass es sich für Interessierte lohnt, sich mal die Philosophie der Zapatisten reinzuziehen, aus Fehlern und Erfolgen zu lernen. Genauso Gaddafis Grünes Buch. Habe ich zwar, aber leider auch noch nicht gelesen. Die Dschamaria und Zapatisten kann man sicher als Erfolgsgeschichte wewrten. Der Umstand, dass NATO-Bomben und künstliche Erdbeben die Geschichte verändern, ist eigentlich ein Beleg für deren Erfolg. Eine politische Bewegung, die nicht bekämpft wird, die ist auch nichts wert!

    In dem Zusammhang will ich auch auf den Erfolg von Mugabe in Simbabwe verweisen:
    http://einarschlereth.blogspot.de/2013/06/simbabwe-die-revolution-geht-weiter.html

    Auf die Großgrundbesitzer ist ja echt geschissen. Bei mir zu Hause machen sie die ganze Landschaft nieder, zum Teil wunderbare Feuchtwiesen, und verbrennen Gottes Schöpfung in der Biogasanlage. Seit neulich frage ich mich, ob sie diese Gasanlagen demnächst benutzen, um uns darin zu verbrennen und als Ökostrom zu verkaufen

    Diese Frage stelle ich mir seit Kurzem.
    Sind diese Anlagen unsere zukünftigen Krematorien?
    Da braucht man dann kein FEMA-Lager!

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