Afghanistan: Karzai weigert sich, mit den Taliban zu verhandeln

Hamid Karzai 2004 - Bild: Wikipedia
Hamid Karzai 2004 – Bild: Wikipedia

erschienen bei voltairenet

 

Während der US-Sondergesandte James Dobbin einen Flug nach Katar unternahm, machte die Regierung von Hamid Karzai einen Rückzieher. Die afghanischen Behörden haben darauf verzichtet, eine Delegation des hohen Rates für Friedensverhandlungen mit den Taliban nach Doha zu senden.

 

Zunächst sollten Verhandlungen nächste Woche beginnen und Afghanistan, die Vereinigten Staaten und die Taliban zusammen bringen. Hierzu hatte der Katar die Eröffnung einer Vertretung der Taliban in Doha autorisiert. [1].

Präsident Hamid Karzai lehnt jedoch zwei Punkte ab:

  • Er bestritt, dass die Verhandlungen unter dem Vorsitz von den Vereinigten Staaten stattfinden, was die legale Regierung von Afghanistan und die Taliban-Rebellen auf das gleiche Niveau stellt. Plan. Er fordert daher die Debatten zu präsidieren.
  • Er lehnt die Bezeichnung der Repräsentation der Taliban ab, deren Büro unter dem Namen „Islamisches Emirat von Afghanistan“ eröffnet wurde und das die Flagge des ehemaligen Regimes benützt.

Um Druck auf Washington auszuüben, hat Präsident Hamid Karzai die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über das bilaterale Sicherheitsabkommen suspendiert, das die Bedingungen für die Friedensmission in Afghanistan von 9 US-Militärbasen bestimmen soll, nach dem offiziellen Rückzug der NATO-Truppen, Ende 2014 [2].

Hamid Karzai mit seiner doppelten US-afghanischen Staatsbürgerschaft wurde von Washington als Präsident von Afghanistan nach dem Sturz der Taliban (2002) eingesetzt. Jedoch hatte er nie die Fähigkeit, seine Autorität außerhalb der Hauptstadt auszuüben, wo er eine Form von Diktatur installierte. Immens reich geworden, kontrolliert er jedoch den Großteil der weltweiten Produktion von Opium und Heroin, die die Taliban verboten hatte.

Verfassungsmäßig wird Hamid Karzai nicht für eine dritte Amtszeit im Jahr 2014 konkurrieren können. Er sollte daher von seinem Bruder Qayum Karzai abgelöst werden.

Quelle: voltairenet

Anmerkung: Die Bockigkeit, nicht mit den Taliban reden zu wollen, produzierte heute eine unmittelbare Antwort: einen Großangriff der Taliban auf den Präsidentenpalast im Kabuler Regierungsviertel. Konnte offenbar nur mit Müh und Not abgeschlagen werden. Bericht dazu hier.

 

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