Mali wird rekolonisiert

erschienen bei einartysken

Auf dem Weltsozialforum war Aminata Traoré eine sehr gefragte Rednerin, aber als Gegnerin der französischen militärischen Angriffe in Mali wurde ihr am 19.04.2013 die Einreise in dieses Land verboten.
Sie ist seit Jahrzehnten in Mali und Afrika gegen die verheerenden Auswirkungen des Neoliberalismus aktiv, hat am ersten Afrikanischen Sozialforum 2002 teilgenommen  www.africansocialforum.org und an der Organisation des Weltsozialforums in Bamako (2006), sie ist Präsidentin des afrikanischen Zusammenschlusses „Schulden und Entwicklung“ www.cadmali.org und ist Koordinatorin des Forums für ein anderes Mali (> www.foram-forum-mali.org/). Von 1997 bis 2000 war sie auch Kulturministerin in der malischen Regierung.
 

Kontext TV hat sie in Tunis interviewt am 25.04.2013

Kontext TV: Wenn vom Konflikt in Mali die Rede ist, spricht man viel von Sicherheit, von Islamismus, Terrorismus aber selten von Wirtschaft. Was ist die wirtschaftliche Situation in Mali und welche Rolle spielt die Wirtschaft in dem jetzigen Konflikt?

Aminata Traoré:
Man schließt die wirtschaftliche Dimension absichtlich von den Debatten aus. Denn wenn wir von der Tatsache ausgehen, dass Mali zuerst der Modellschüler der internationalen Gemeinschaft war, was wirtschaftlichen Liberalismus und liberale Demokratie angeht, und wenn nach 22 Jahren versuchter Demokratisierung – die von der internationalen Gemeinschaft stark finanziert wurde – wenn ein solches System zusammenbricht, dann muss man sich logischerweise fragen: Warum ist der Norden des Landes in diesem Zustand, warum die Rebellion, warum der Staatsstreich?

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Ein Gedanke zu „Mali wird rekolonisiert

  1. Diese Rekolonialisierung könnte eine modifizierte Form der Einkreisungspolitik von 1905 und 1911 (Marokkokrisen) sein.

    Der einzukreisende Gegner ist heute China, damals das deutsche Kaiserreich.

    Chinas Wirtschaftsader nach Afrika wird Schritt um Schritt abgeklemmt. Gleichzeitig findet eine militärische Einkreisung Chinas im Pazifik statt.

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