die Lüge vom angeblichen „Internationalen Strafgerichtshof“

erschienen bei „Hinter der Fichte

von Alexander Mezyaev

Am 10. April hielt die Generalversammlung der Vereinten Nationen ihre allererste und einzigartige Debatte über die Rolle der internationalen Strafjustiz bei der Förderung der Versöhnung ab. Sie resümierte und bewertete die 20 Jahre Erfahrung mit der Tätigkeit der internationalen Strafgerichtshöfe und Tribunale. (1)

Die Anhörungen wurden von einigen Staaten boykottiert, wie zum Beispiel den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada und Jordanien. Laut jordanischem UN-Gesandten sei das Stattfinden der Debatte angeblich ein Beispiel für Machtmissbrauch von Seiten des Präsidenten der Generalversammlung. Präsident der Vollversammlung war der ehemalige serbische Außenminister Vuk Jeremic.

Warum stieß die Frage der Versöhnung auf Schwierigkeiten in Form eines Boykotts?
Die Antwort ist offensichtlich. Die sogenannte internationale Justiz hat völlig versagt. Heute gibt es keinen Zweifel daran, dass die internationale Justiz, weder eine Beziehung zur Wiederherstellung des Friedens, noch zur Aussöhnung nach bewaffneten Konflikten hat.

Diese Wechselbeziehung ruft Sorge oder sogar Wut der wichtigsten Teilnehmer am Prozess der Herstellung des Systems der „Gerechtigkeit“ hervor. Nehmen wir zum Beispiel, Prinz Zeid, Jordaniens Ständigen Vertreter bei den Vereinten Nationen. Er hat bei der UN-Friedenstruppe in Bosnien gedient und war der erste Präsident der Versammlung der Vertragsstaaten des Römischen Statuts über den Internationalen Strafgerichtshof. Er ist derjenige, der wirklich gut weiß, wie es um den Zusammenhang von internationalen Gerichten und Versöhnung bestellt ist.

David Tolbert aus den Vereinigten Staaten, der als stellvertretender Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) arbeitete, war da offener als sein jordanischer Amtskollege. Er hat klargestellt, dass ihm zufolge, die internationalen Gerichte zum Versöhnungsprozess keinen Beitrag leisten können und auch nicht sollten; dafür seien sie nicht bestimmt“. (2)
Diese Aussage verzerrt total die vor dem ehemaligen Jugoslawien-Tribunal von den Vereinten Nationen festgelegte Mission, nämlich die Wiederherstellung des Friedens und Unterstützung bei der Aussöhnung. Eine andere von David Tolbert vorgebrachte falsche These ist die, die internationalen Strafgerichte hätten in den letzten Jahren herausragende Erfolge erreicht, und dank ihnen stehe jetzt „niemand außerhalb der Gesetze“. Über die Leistungen und Erfolge der Strafgerichte sprechend, meint der Amerikaner die Anmaßung des Rechtes, Oberhäupter von Staaten und Regierungen zu verhaften und vor Gericht zu bringen.

In Wirklichkeit schuf das Auftauchen von Strafgerichten eine neue Kaste von Menschen, die jenseits von und über allem Recht stehen. Das sind die internationalen Ankläger und Richter. Diese Menschen müssen sich nicht verantworten für das, was sie tun, weder nach zwischenstaatlichem noch nach dem Völkerrecht. Keine Satzung der internationalen Gerichte oder anderer Rechtsakt fasst ein Verfahren ins Auge, dass einen Richter oder einen Staatsanwalt für die Verletzung von Rechtsnormen oder Machtmissbrauch zur Verantwortung zieht. Das ist sehr ungewöhnlich. Die Gesetze vieler Staaten enthalten solche Bestimmungen. Der Artikel 31 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation ist fast vollständig Straftaten von Justizangehörigen gewidmet. Die Richter erwartet, sich vor dem Obersten Zulassungs-Collegium der Russischen Föderation zu verantworten. (3) Die anderen Staaten haben ähnliche Gesetze. Gleichzeitig ist keine Verfolgung von internationalen Richtern und Staatsanwälten für begangene Straftaten vorgesehen. Und die gibt es mehr als genug: bewusst illegale Urteile, zurechtgebastelte Beweise, Verletzung der Rechte des Beklagten, Nichtanwendung der bestehenden Normen des Völkerrechts oder deren Umdeutung, Ignorieren von Beweisen der Beklagten, unbegründete Entscheidungen usw. Manchmal sind die Verletzungen so massiv, dass die Unabhängigkeit der Richter in Frage steht, weil ihre Aktionen das internationale Rechtssystem in Wirklichkeit zerstören.

Die Immunität von Staatsoberhäuptern und Regierungen abgelehnt und die Kaste der „Unberührbaren“ internationalen Richter und Staatsanwälte geschaffen – all diese Dinge entsprechen dem durch die globale Macht vorgegebenen Zweck der Internationalen Strafgerichte. Das Ziel ist, die Staatsoberhäupter loszuwerden, die die Gunst der sogenannten „internationalen Gemeinschaft“ verloren haben. Das Fehlen jeglicher Rechtsgrundlage, um die internationalen Richter und Staatsanwälte zur Verantwortung zu ziehen, ist kein Versehen. Es ist die gezielte Schaffung eines schlagkräftigen Potenzials, die bestehenden progressiven Rechtssysteme zu zerstören und ein neues repressives und regressives internationales Recht zu schaffen.

Abgesehen von der Boykott-Erklärung, waren die Anhörungen bei den Vereinten Nationen von großartiger Bedeutung. Die Vertreter einer Reihe von Staaten nahmen das bestehende „Gerichtssystem“ nach allen Regeln der Kunst auseinander. Die Ansprache von Tomislav Nikolic war gescheit und markant.
Eigentlich war es der Bericht eines Sachverständigen und eine rechtliche Beurteilung, die weit über das Allgemeine hinausgeht und alle Details des Problems darstellte. (4) Die in dem Bericht erläuterten Probleme umfassen: Das Konzept der Klageerhebung (das Prinzip der Gewaltenteilung und der unabhängigen Justiz ist verletzt), eine Einschätzung der Art und Weise der Gleichheit der Parteien, die Kontrolle des Tribunals über die finanziellen Aktivitäten von Anklägern und Verteidigung, die Einschränkung der temporären Zuständigkeit des Tribunals, die Verletzung des Grundsatzes der Gleichheit bei den Urteilen für jene, die verschiedene ethnische Gruppen usw. (5) darstellen.

Die Botschaft des Präsidenten der UN hat überzeugend demonstriert, dass der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien niemals eine Aussöhnung auf dem Balkan gebracht hat, im Gegenteil, seine Aktivitäten haben die Spaltung der Gesellschaft verschärft.
Auch die anderen Reden sind es wert erwähnt zu werden. Nebojša Radmanović, Präsident von Bosnien und Herzegowina, wies darauf hin, dass nicht eine einzige ethnische Gruppe in seinem Land der Meinung sei, dass der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien irgendeinen Beitrag für den Prozess der nationalen Aussöhnung geleistet hat. Die Justizminister von Ruanda sagte, der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda ist dafür verantwortlich zu machen, dass es keinen Frieden in seinem Land gibt.

Das Gericht erntete auch in anderen Reden harsche Kritik. Ziel der Kritik war nicht nur der Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, sondern das gesamte System der internationalen Justiz. Der Justizminister von Namibia sagte, dass diese Art von „Gerechtigkeit“ selektiv ist und deutete mit dem Finger auf die wahren Schuldigen – den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. John Laughland, Director of Studies am Institut für Demokratie und Zusammenarbeit in Paris, hat in seiner Zusammenfassung der Ergebnisse der internationalen Gerichte den Nagel auf den Kopf getroffen. Ihm zufolge ist die Idee der internationalen Justiz gescheitert.

Witali Tschurkin, der Ständige Vertreter (Botschafter) der Russischen Föderation bei den Vereinten Nationen, darüber sprechend, wie eine durchdachte Justiz ausschlaggebend für die Opfer und ein wichtiges Element im Bemühen ist, Bedrohungen für Frieden und Sicherheit zu verhindern, sagte, er könne den Grundsatz der „Vergeltung um jeden Preis“ nicht akzeptieren. Strafverfolgung könnte nur erfolgreich sein, wenn der Prozess unparteiisch und entpolitisiert ist. Er wies darauf hin, dass, obwohl es sowohl positive als auch negative Beispiele in diesem Zusammenhang gab, der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien ein negatives war, mit einer Hinterlassenschaft, die nicht als Erfolgsgeschichte gesehen werden konnte, und dessen Existenz unrechtmäßig «für eine absurde Zeitspanne» verlängert worden war. Solche Verlängerungen hatte dazu geführt dass eine Reihe von wichtigen Offiziellen starb, bevor sie strafrechtlich verfolgt werden konnten. Die Frage ist, ob diese Gerichtsbehörde – deren bloßer Existenzzweck es zu sein schien, den Begriff der Schuld einer Seite des Konflikts zu kultivieren – wirklich Frieden und Gerechtigkeit bringen könnte. Der Sicherheitsrat muss entscheidende Schritte ergreifen, um zu helfen, dass dieses Behörde sich aus der «systemischen Sackgasse» befreit, in der sie verschanzt ist.
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Serbien hat einen Durchbruch bei der fairen Beurteilung der sogenannten «internationalen Gerichtsbarkeit» gebracht. Es hat die Aufmerksamkeit vieler Länder auf das Problem gelenkt. Zum ersten Mal wurden in dieser Sitzung der UN-Vollversammlung die internationalen Strafgerichte nicht nur kritisiert, sondern regelrecht angegriffen. Russland hat den «serbischen Schritt vorwärts» unterstützt. Es gibt Grund zu glauben, dass die von Russland und Serbien gemeinsam eingenommene Rechtsposition in den Vereinten Nationen Ergebnisse zeitigen.
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(1) Schreiben des Präsidenten der Generalversammlung an alle Ständigen Vertreter und ständige Beobachter bei den Vereinten Nationen, vom 11. Februar 2013.
(2) Tolbert D. Can international justice foster reconciliation? Reconciliation should focus on what it takes to restore the trust of citizens in each other – and in the state itself ​​ http://www.aljazeera.com /indepth/opinion /2013 /04 /20134107435444190. html
(3) Artikel 21 (die disziplinarische Verantwortung von Richtern), das Gesetz der Russischen Föderation, 26. Juni 1992 N 3132 / / das Bundesgesetz über die Rechtsstellung der Richter in der Russischen Föderation.
(4) In der Regel sind es Redenschreiber, die die Reden vorzubereiten. Dieses Mal riskiere ich zu vermuten, Tomislav Nikolic tat es selber. Er hat das Team von Professor Vojislav Šešelj für eine lange Zeit geleitet. Sheshel war einer der zentralen Figuren unter denen beim Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien Angeklagten. Nikolić kennt alle die Besonderheiten der Funktionsweise im Zusammenhang mit dem Tribunal. Ich traf ihn im Jahr 2007 als Leiter des Teams, um weitere Details im Zusammenhang mit der Linie der Verteidigung zu diskutieren. Obwohl nicht von Beruf Jurist, ist Nikolic derjenige, der trocken hinter den Ohren ist, wenn es um die Art und Weise der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien Funktionen geht.
(5) Die offizielle Website des Präsidenten Serbiens: http://www.predsednik.rs/node/653 (in serbischer Sprache). Die englische Version ist auf der Website des serbischen Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen gepostet: [Erklärung von HE Herr Tomislav Nikolic, Präsident der Republik Serbien] http://www.un.int/serbia/Statements/155.pdf.

Quelle & Übersetzung/zum kompletten Artikel: Hinter der Fichte

Ein Gedanke zu „die Lüge vom angeblichen „Internationalen Strafgerichtshof“

  1. Ohne ein einiges Volk, was will man debattieren, siehe die Besatzung des Landes und Verbund aller deutschen, die sich im Deutschen Reich versammelten und damit vom Judentum mit dem Made in Germany bestraft wurden und diese auch gleich das Programm der Kriege abfahren ließen! Und die Beispiele lassen sich sehen im Deutschen Reich mit der neuen Weltanschauung, dem Weltbild des Nationalsozialismus, und mit Libyen. Selbst China mit seinem Hong Kong und Taiwan, Indien und seinem Freiheitskampf Pakistan und der IRAK haben doch alle Steine in den Weg gelegt bekommen, wie auch Palästina und seiner Besatzererwehrend lange, wie die Deutschen kein Sprachrohr! Und siehe BRD GmbH, wo ist das Volk gefragt worden, während die Vertreter des Volkes als Dissidenten in die Klapse kommen, betreut sind und auch getötet wurden, durch Terrotsten, gewollt und finanziert über Angenten der NWO!
    Glück Auf, meine Heimat, ich habe diesen sehr interessanten Beitrag ohne Kommentar weiter empfohlen! Meinen Dank auch!

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