Chef der Saxo-Bank: Euro-Krise eine einzige Katastrophe; Einheitswährung bald Geschichte

Euro 12 004erschienen bei Propagandafront

von Lars Seier Christensen, Trading Floor

 

Auszüge aus einer Rede von Lars Seier Christensen, dem Chef der Saxo Bank, vom 07.05.2013

 

… Heutzutage ist es wichtiger denn je, die Auswirkungen von Währungen auf unsere Welt und unsere Investments zu verstehen. Währungen sind auf umfassende Art und Weise als zentrales Werkzeug im internationalen Handel und im Rahmen von Wachstumsinitiativen eingesetzt worden, und die Anleger müssen die Auswirkungen auf ihre Portfolien vollumfänglich erfassen.

Und am wichtigsten ist natürlich, dass sich die Euro-Krise in eine fatale Katastrophe mit riesigen Auswirkungen für die beteiligten Euroländer verwandelt hat. Ich habe während meiner 25-jährigen Karriere im Devisenmarkt selten ähnlich turbulente und faszinierende Zeiten erlebt.

Und das ist auch das Hauptthema der heutigen Debatte, also lassen Sie uns zu der Lage in der Eurozone übergehen.

Ehrlich gesagt, ist es ein einziges Chaos. Und es ist ein Chaos, das Tag für Tag schlimmer wird. Außer in Brüssel. Dort hören wir eine endlose Litanei von Versprechungen, dass die Erholung in sechs Monaten kommen würde – sie kommt immer in sechs Monaten. Wir hören, dass der Euro sicher ist und wir alle lediglich mehr Verantwortung an unsere Herren und Meister in Brüssel abtreten müssten und schon wäre alles in Ordnung.

Nichts könnte der Wahrheit ferner sein. Wir haben gerade erst die Rettung des fünften Eurolandes miterleben dürfen und mit Slowenien und Malta stehen bereits die nächsten in der Schlange. Wenn die Troika in diesen beiden Ländern aufschlägt – das ist eine Frage des Wann, nicht des Ob –, wird dadurch die absurde Situation entstehen, dass fast die Hälfte der Euroländer durch die Einführung der Einheitswährung in die Pleite abgerutscht ist. Ja, wir sprechen hier vom selben Euro, an den so viele hohe Erwartungen für die Zukunft geknüpft gewesen sind.

Nun sind das kleine Länder und sie können daher auch so behandelt werden … schauen Sie nur, was Zypern widerfuhr. Ich würde Malta und Slowenien und anderen Rettungskandidaten raten, dass sie noch bis nach den deutschen Wahlen durchhalten. Nach Zypern wissen wir ja jetzt, was passiert, wenn man einem deutschen Führer, der auf Wiederwahl aus ist, in die Quere kommt.

Was ist es nun, was in der Eurozone falsch läuft? Ich denke, wir wissen mittlerweile alle die Antwort darauf. Der Euro ist ein politisches Konstrukt und verfügt schlicht nicht über eine solide wirtschaftliche oder fiskalische Grundlage. Und solange diese nicht vorhanden ist, ist der Euro letztlich zum Scheitern verdammt.

Das politische Kapital, das in den Euro investiert wurde, ist gigantisch – und daher darf der Wille, ihn solange wie nur irgend möglich am Leben zu halten, auch nie unterschätzt werden. Jedes Werkzeug im Werkzeugkasten – und ich meine es ernst, wenn ich sage, jedes einzelne Werkzeug im Werkzeugkasten – wird ausprobiert werden, bevor sich die nichtgewählten, sich der Rechenschaft entziehenden Menschen in Brüssel der Realität ergeben.

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