bestellt und nicht abgeholt: der gläubige Thomas und der maschinenlesbare Friedrich in der Hauptstadt der Automatenbewegung

eine Reiseerzählung von unserem BGPG Reporter Max-Wolf Tat

übersetzt in die Umgangssprache von H.-P. Schröder

Ende April düsten sie vereint durch die Welt, der maschinenlesbare Friedrich und der gläubige Thomas sind auf dem Weg zum Appell in die Hauptstadt der Automatenbewegung. Auf dem Weg nach Washington.

Mit an Bord befindet sich unser Reporter Max-Wolf Tat. Vor die Alternative Tragfläche oder Radkasten gestellt, entschied er sich für den mittleren Heckschacht, wo er mit Richtmikrophon und einem Packen Astronautennahrung in einem bei ebay. com ersteigerten 60iger-Jahre-Raumanzug versucht, die Stunden bis zu Landung zu überleben. Der Bürger als blinder Passagier 4. Klasse, im Radkasten der von ihm vollfinanzierten, vollklimatisierten Hofschranzenschleuder. Ein Gleichnis biblischer Wucht.

Vier Meter über ihm schwärmen die Drohnen. Tat betrachtet verträumt einen Zettel, den er mühsam zwischen steifen Handschuhfingern hält; der Präsident des Bundes gegen Politgauner hat ihn gebeten, das Schriftstück persönlich den bei den verdienten Politikern zu überreichen. Eine Urkunde als bescheidenes Honorar für deren Lebensleistung. Unser Reporter beginnt von einer Festrede

der Fleck (2)

zu phantasieren, ob die Kälte oder der Sauerstoffmangel verantwortlich sind, wer weiß, jedenfalls sieht er im Geiste den Unbekannten Oberen aufstehen und er hört, was der zu sagen hat:

„Lieber Friedrich, lieber Thomas, es freut mich, euch an diesem, eu`rem Ehrentag, ich wiederhole an eu´rem Ehrentag, einige würdigende Zeilen in das Stammbuch schreiben zu dürfen. Wer hätte damals, als man euch auf die Welt warf, gedacht, was ihr so alles an- und abstellen würdet, was? Was haben euere Auftraggeber gelacht, als ihr die ersten täppischen Schritte unternahmt, ha, ha. Man musste euch erst beibringen, daß man Kollegen aus dem Weg räumt, bevor man über sie fällt. Ha, ha, ha. Das waren schöne Zeiten, an die man sich mit warmen Gefühlen erinnert.
Du Thomas hast uns immer mit Stolz erfüllt, einen besseren Diener find`st du nit, wie es so schön heißt. Allem zu dienen, was das Maul aufreißt und „Bei Fuß!“ brüllt, dazu gehört 100ige Selbstverleugnung, soviel Hohlheit bringt kaum ein menschliches Wesen auf natürlichem Wege hervor. In deiner Familie ist das die Regel. Da wird das mit der Muttermilch intravenös verabreicht. Du bist der Theoretiker, der nie praktisch gearbeitet hat, du bist der bucklige Affe, der sich von Schreibtisch zu Schreibtisch hangelt. 

Gelernt von den Jesuiten, dann Jura studiert, du weißt ja, daß wir die besonders lieben, die „Phantasia-Vorschriften“ zusammenschmieren, um sie allen anderen als „das Gesetz“ aufzuzwingen und dann husch husch in die Staatsdienstbarkeit. Du bist ein Held, dem wir jeden Krieg weltweit zutrauen, vorausgesetzt, daß man dich an der Heimatfront schalten und walten lässt. Wie eine Rakete bist du aufgestiegen.

1990 von Westberlin ab nach Mitteldeutschland und dort geholfen, die DDR auszuplündern. Der „Einigungsvertrag“ hat Detlev Karsten Rohwedder das Leben gekostet. Aber für einen alten Militär müssen alle anderen Opfer bringen, gelle? Du hast mit Guttenberg die Schulbank gedrückt, auf der CIA-Schule der Young Leader hat man euch den amerikanischen Schliff verpasst. Wann und wo war das nochmal?
Als Staatssekretär in Merkels Zwischenheimat, nach Mecklenburg vor Pommern, dann in die Staatskanzlei, hinauf, hinauf als Chef der sächsischen Staatskanzlei, übermenschlich ist deine Leistung, ja laß` mich, ohne dir schmeicheln zu können, deine Leistung als unmenschlich bezeichnen, und weiter ging`s, Finanzminister in Sachsen, Justizminister in Sachsen, Innenminister in Sachsen.
Warst du damals bereits ein American Young Leader, oder kam das noch? Dann Minister für besondere Aufgaben unter Merkel, die du deinem Cousin Loddar 1990 für sein Presseteam empfohlen hattest. Wie bist du eigentlich auf Merkel gekommen? Wer hat sie dir empfohlen?

Dienen berechtigt (2)

Und plötzlich war Merkel oberste Heerführerin der deutschen Stämme innerhalb der BRD GmbH und du warst deren Kostümchef, denn du wurdest Chef von Merkels Bundeskanzleramt. Ein klassischer Zirkelschluss, was? Warst du damals schon American Youg Leader, oder kam das später?

Erst während der Plünderung der DDR hattest du Gelegenheit innere Größe zu zeigen, als Mann für das Ausgeben besonderer Aufgaben und dann später als Innenminister in Sachen Sachsen, oh lala, oh lala. Und dann, nach der Bewährungsprobe als „Nie Sollst du Untersuchen-Innenminister der BRD GmbH“, in zwei Zügen zum Kriegsminister befördert, als der schwarze Baron die rote Karte erhielt.

Seither für die Kriege deiner Auftraggeber und für die Militarisierung der BRD GmbH i. A. zuständig. Und jetzt auf dem Weg nach Washington, in die Zentrale der Automatenbewegung zur Generalüberholung und danach in`s Memorial zur Auffrischung des Glaubensbekenntnisses.
Zusammen mit deinem Nachfolger, dem maschinenlesbaren Friedrich, der jetzt an deiner Stelle die Knute des inneren Terrors schwingt. Braver Bub.

Friedrich der Große (2)

Und du Friedrich mit dem Barcodestreifen, was gibt es aus deiner Vita Berichtenswertes? Turnusmäßig strebst du in die Zentrale der Automatenbeweger. Was wird dort auf dich warten? Ein Austausch des Zylinders oder nur ein einfacher Ölwechsel? Schauen wir dein Programm an, was steht auf dem Terminplan, du braver Friedrich, der Guttenberg noch die Stange hielt, als dessen Flagge schon schlaff auf halbmast hing? Jetzt hast du deinen eigenen Troß, musst nicht mehr Klinken putzen, jetzt werden dir Türen aufgehalten und es sollte mich doch sehr wundern, wenn dir der Steuerzahler nicht, ohne sein Wissen, einen persönlichen Barcodeableser finanzieren würde…  .

Was? Nach der Landung lässt man dich nicht aussteigen? Wie das?

Die Maschine wird umstellt, alles `raus Erkennungsdienst! Fingerabdruck-Fotosession!, denn du, braver Friedrich, hast zwielichtige Gestalten dabei, Terrorverdächtige direkt neben dir, ist das nicht sehr verdächtig, du Altölbehälter, daß da Leute mit Afghanistan-, Irak- und Pakistanstempeln im Pass, die sich als Reporter ausgeben, in aller Ruhe neben dem skrupellosesten Terrorjäger und Statistikfabrikanten der BRD GmbH sitzen, mit ihm Cocktails schlürfen und ihn dabei aushorchen?

Bist du wirklich der richtige Mann am richtigen Platz? Hast du eine Nie Sollst du Untersuchen zertifizierte American Young Leader Ausbildung, wie dein Vorgänger, der gläubige Thomas? Nein? Wie konnte dir dann das Treiben der Terroristen verborgen bleiben, wenn wir, die betroffenen Bürger, davon schon seit Jahren wissen, braver maschinenlesbarer Friedrich?

Genug des Tadels und der trüben Gedanken, morgen fängt das lustige Vagantenleben an, ein reichgeschmückter Terminplan aus erlesenen Zutaten wartet auf euch. Auf dich lieber maschinenlesbarer Friedrich warten Auffrischungskurse bei Heimatschutzministerin („Heimatschutz, hüstel, hüstel, hüstel“) Jane Neapolitano, bei Justizminister Holder („Haben sie auch so schrecklich viele Terroristen im Pressekorps wie wir, mein lieber Steigbügelholder?“) und bei der Spieletheoretikerin „Want some Chips?“ Lisa Monaco, die als Vizesicherheitsberaterin des Obama-Regimes, Amerikaner, Iraker, Afghanen, Libyer, Syrer und wenn es befohlen wird auch Hamburger brät.

Der maschinenlesbare Friedrich wird seine Zeit dem Terror widmen, während für den gläubigen Thomas, neben unheimlich vielen Dienstbegegnungen Kultur satt eingeplant ist. Er darf am 20sten Geburtstag des Washingtoner Holocaust Museums teilnehmen.
Damit Heimspiele, wie „Herr Verteidigungsminister Thomas de Maizière diskutiert mit Kadetten der amerikanischen Kriegsverbrechereliteschule West Point nach seinem Vortrag „Auftrag und Führung in demokratischen Streitkräften“, den er nebenbei bemerkt in der BRD GmbH vergeblich anbot wie Sauerbier, nicht der ganzen Reise das Inzuchtsiegel aufdrücken.

Gespräche unter Gehirngewaschenen sind nur ein Programmpunkt von vielen. Höhepunkt der Reise wird des gläubigen Thomas Schecksignierstunde im Pentagon sein, zu der wir Vertreter…. .“

Unser Mann, hat alles so verstanden, wie er es aufgeschrieben hat.

Im Luxusairliner stehen mittlerweile die Bartüren offen und die Stimmung wird ausgelassen. Zu ausgelassen wirkt das hektische Geplauder auf unseren frierenden Mann im Radkasten, der alles mitbekommt, auch wie einige der mitgeführten Reporter von Spiegelbild and Friends, im Zustand der Hysterie, den Diener auf der Toilette üben, während sich andere, die es nicht abwarten können, schon in die Hose machen.

Auf Kosten der Allgemeinheit dabeisein und schön schreiben zu dürfen, ist für diese Herrschaften alles. Das ist ihr Leben. Mitfressen und gefilmt werden, das verbindet.

Unser Mann im Radkasten packt eine Thermotube Hühnchen mit Brokkoli aus – und schläft ein. Von oben ertönt Gesang. Das letzte, was man da unten hört, klingt wie „Nie sollst du mich befragen..“

„Wenn einer eine Reise tut,
dann muß er viel erzählen“

Wir fragen: Was habt Ihr in der Hauptstadt der Automatenbewegung getrieben, du maschinenlesbarer Friedrich und du, gläubiger Thomas?

Angetreten zum Rapport! Wir sind das Volk!

Wer sich zum Vergleich für die Boulevardversion der Erzählung von der Washingtonreise  von Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière und Innenminister Hans-Peter Friederich und deren „Einreiseprobleme“ interessiert, findet eine solche in Springerstiefels Welt http://www.welt.de/politik/deutschland/article115705549/USA-setzen-deutsche-Minister-im-Flieger-fest.html

Ein Gedanke zu „bestellt und nicht abgeholt: der gläubige Thomas und der maschinenlesbare Friedrich in der Hauptstadt der Automatenbewegung

  1. Gefallen, sagt der fromme Thomas.
    Gestatte mir, dich zu korrigieren, deutsche Sprach`-schwere Sprach`, einer deiner Bewunderer,- um der Wahrheit Ehr` anzutun, der Klügsten keiner einer-, sprach von dir zu mir jüngst mit Rührung, als von einem „Intelligenten“, gestatte daß ich dies aus Überzeugung bezweif`le, also „gefallen“ behauptest du ?

    Mein lieber Herr Kriegsminister, man fällt die Treppe hinab, oder in einen der Brunnen, die deine Söldner in Afghanistan graben, aber am schönen Hindukusch „fällt“ niemand. Da wird krepiert und schwadroniert. Man fällt bei der Verteidigung der Heimat, man fällt nicht bei Überfällen.

    Ein Mitglied des ruhmreichen Kommandos Spezialkräfte hat uns verlassen. Was war seine „Spezialität“? Ich bring` es nicht heraus, mir ist so schlecht….. .
    Seine Ruhmestaten werden ihn jetzt in das Jenseits begleiten. Dort werdet ihr euch wiedersehen.
    Sicher ein wackerer KSK-Mann, ein Landsknecht mit wackerer Familie, die dir lieber Thomas und deiner lieben Frau vertrauten. Mit einem großen Zapfenstreich wurde der Soldat jetzt aus Afghanistan verabschiedet.
    Was hatte ihn aus seinem Heimatland vertrieben?
    Eine Hungersnot? Chancenlosigkeit? Ein brutaler Fürst? Aus unserer Mitte, in die weite, weite Welt, fort von Frau und Kind? War es aus bitterer Not geborene Verzweiflung, die ihn dazu bewog, den Versprechungen der Werber sein Ohr zu leihen, ihr Handgeld zu nehmen und den Pakt zu besiegeln? War es die Reiselust,die ihn Abschied nehmen hieß von Weib und Kind, erging es ihm wie weiland dem Herrn Schwerdlein, mit dem es dann tragisch endete, vor Padua ?

    Wir werden es nie erfahren.
    Gestorben für den Führer an der Heimatfront.

    MARTHE. Was bringt Er denn? Verlange sehr —
    MEPHISTOPH. Ich wollt, ich hätt eine frohere Mär
    Ich hoffe, Sie läßt michs drum nicht büßen:
    Ihr Mann ist tot und läßt Sie grüßen.
    MARTHE. Ist tot? das treue Herz! O weh!
    Mein Mann ist tot! Ach ich vergeh!
    MARGARETE. Ach! liebe Frau, verzweifelt nicht!
    ISIEPHISTOPHELES. So hört die traurige Geschicht!
    MARGARETE. Ich möchte drum mein Tag nicht lieben;
    Würde mich Verlust zu Tode betrüben.
    MEPH. Freud muß Leid, Leid muß Freude haben.
    MARTHE. Erzählt mir seines Lebens Schluß!
    MEPHISTOPHELES. Er liegt in Padua begraben

    Beim heiligen Antonius,

    An einer woblgeweihten Stätte

    Zum ewig kühlen Ruhebette.

    MARTHE. Habt Ihr sonst nichts an mich zu bringen?

    MEPHISTOPHELES. Ja, eine Bitte, groß und schwer:

    Laß Sie doch ja für ihn dreihundert Messen singen!

    Im übrigen sind meine Taschen leer.

    MARTHE. Was! nicht ein Schaustück? kein Geschmeid?

    Was jeder Handwerksbursch im Grund des Säckels spart,

    Zum Angedenken aufbewahrt,

    Und lieber hungert, lieber bettelt!

    MEPHISTOPHELES. Madam, es tut mir herzlich leid;

    Allein er hat sein Geld wahrhaftig nicht verzettelt.

    Auch er bereute seine Fehler sehr,

    Ja, und bejammerte sein Unglück noch viel mehr. ——

    MARTHE. Erzählt mir doch!

    MEPHISTOPHELES. Ich stand an seinem Sterbebette,

    Es war was besser als von Mist,

    Von halbgefaultem Stroh; allein er starb als Christ,

    Und fand, daß er weit mehr noch auf der Zeche hätte.

    Wie, rief er, muß ich mich von Grund aus hassen,

    So mein Gewerb, mein Weib so zu verlassen!

    Ach! die Erinnrung tötet mich. —–“

    Ganz Deutschland trauert, sagt der Führer der Heimatfront, der fromme Thomas.
    Ganz Afghanistan trauert. Karzay trauert. Ban Ki Moon deeply trauert. Ein Spezial-Beschützer hat die Welt verlassen.

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