Merkel´sche Marktwirtschaft

kill a womanvon Michael Winkler

Eigentlich müßte die EZB für Deutschland die Zinsen erhöhen, sagt Angela Merkel. Und ebenso eigentlich sollte eine Angela Merkel mit dem Taschenrechner umgehen können. Obwohl, der ist gar nicht nötig. Ein Prozent von 2.166 Milliarden Euro Schulden des Merkel-Staates sind 21,66 Milliarden mehr Zinsen, die diese arme, geschundene Bananenrepublik mehr bezahlen müßte.

In früheren Zeiten war es so, wie Merkel im Kurzlehrgang Einführung in die Marktwirtschaft mitbekommen hat: Um die Konjunktur abzukühlen, erhöht die Zentralbank die Zinsen. Das Lehrbuch für die Mittelstufe, das Kohls Mädchen 1990 als Begrüßungsgeschenk in der CDU bekommen hatte, wußte natürlich noch nichts über die Tücken einer Währungsunion. Was heute „one size fits all“ genannt wird, hieß früher Prokrustes-Bett. Jener alte Grieche hat die Schläfer für das Bett passend gemacht, zu kleinen Gästen die Glieder auf der Streckbank ausgerissen und zu großen die Füße abgehackt. Ich weiß natürlich nicht, ob griechische Mythologie in Merkels sozialistischen Parteikader-Schulungen behandelt wurde, jedenfalls beschreibt diese Bettstatt die Währungsunion gar trefflich: Den Südländern wurden die Glieder ausgerissen, den Deutschen die Füße abgehackt. Zinserhöhungen sind gerade doppelt kontraproduktiv: Die Konjunktur in Merkeldeutschland geht gerade auf Talfahrt, da wären steigende Zinsen tödlich. Die Staatsschulden hatten wir schon.

In dem alten Comic-Lehrbuch der Bundeskanzlerin steht übrigens auch, daß man mit Zinsreduzierungen die Konjunktur ankurbeln kann. Was allerdings nicht darin steht: Was passiert, wenn dank der irrsinnigen Staatsverschuldung die Zinsen schon so niedrig sind, daß eine deutliche Zinssenkung zur möglich ist, wenn die Zinsen negativ werden? Das hat dann den lustigen Effekt, daß jeder, der sein Geld auf die Bank trägt, dafür bezahlen muß, das Geld also abgenommen bekommt. Und das in beträchtlicher Höhe, denn die Banken müssen ja jenen, die sich bei ihnen Geld leihen, zusätzliche Summen bezahlen. Ihr Sparbuch verliert folglich 8% pro Jahr, damit die Großindustrie 3% für ihre Anleihen pro Jahr vergütet bekommt.

WEITERLESEN bei Michael Winkler

Ein Gedanke zu „Merkel´sche Marktwirtschaft

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.