Grenzen des Wettbewerbs – die Telekom macht ernst

internet-figuraserschienen bei Deliberation Daily

Die Telekom macht ernst. In der neuesten Firmenankündigung wurde verkündet, dass künftig Volumentarife verkauft werden sollen, wie sie im Mobilfunkmarkt bereits üblich sind. Ab einer bestimmten Datenvolumenmenge soll die Leitung auf 384Kbits/s reduziert werden.

Für all diejenigen, die auf einen nostalgischen Ausflug in die Zeiten des 56k-Modems gerne verzichten können, ist das eine mehr als schlechte Nachricht, und sie zeigt uns gleichzeitig ein riesiges Problem mit Wettbewerb auf: der Telekommunikationssektor galt lange als Musterbeispiel der Privatisierung, mit massiv fallenden Preisen für Kunden. Jetzt schlägt das Pendel in die entgegengesetzte Richtung, ohne dass es dafür einen Grund etwa in einer Ressourcenverknappung gäbe. Was passiert?

Die ursprüngliche rasende Expansion des Telekommunikationssektors nach der Telekom-Privatisierung und der Öffnung des Markts, der vorher fest in den Händen der staatlichen Post gelegen hatte, basierte vor allem auf zwei Faktoren: der vorherigen Misswirtschaft der staatlichen Behörde Telekom, die sich unter anderem auf die Korruption des Postministers Schwarzschilling gründete (dessen Entscheidung, weniger leistungsfähige Kupferkabel anstelle von Glasfaserkabel zu legen wohl eng mit der Kupferfirma verbunden war, die seine Frau besaß), und dem Dot-Com-Boom und einer damit einhergehenden Blase, die zu massiven Überinvestitionen in das Netz führte. Diese Blase und der Jubel der Dot-Com-Jahre, in denen Internetfirmen ins Unendliche zu wachsen schienen, sorgte dafür, dass wesentlich mehr Kabel für Flatrate-Tarife verlegt wurden, als der Markt an potenziellen Kunden hergab. Nach dem Ende der Sause und der Pleite zahlreicher Akteure konnten die verbliebenen Player am Markt lange von diesen Überkapazitäten leben und traten in einen ruinösen Preiskampf ein, der für den Kunden zu stetig fallenden Preisen führte. Flatrates wurden erst erschwinglich, dann Standard. 2003 war Schluss mit den damals noch beliebten Volumen-Verträgen; die Flatrate regierte unangefochten, zum Nutzen der Kunden.

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3 Gedanken zu „Grenzen des Wettbewerbs – die Telekom macht ernst

  1. Ich weiß gerade nicht wo die Grenze liegt, aber man muss heutzutage kein Raubkopierer sein um auf bestimmte Datenmengen zu kommen. Ich informiere mich sehr viel Internet alternativ, vorbei an den MSM (viele Video & Audio Dateien), allein dabei kommt schon täglich so einiges zusammen. Und ich nutze die Mediatheken der ÖR für das Entspannungsprogramm am Abend. Nur Elend und Probleme hält ja kaum einer aus auf Dauer. Mit einem gedrosselten DSL Anschluss würde ich daher nicht glücklich.

    Zum Glück bin ich woanders online. 🙂

  2. Ich bin seit 3 Jahren via Prepaid-Stick (5GB) unterwegs, d.h., einen halben Monat ordentliches Internet, danach Modem… 🙁
    Hat jemand eine ECHTE Alternative ??

  3. Ron Sommer und Kohorten, die hatten in der BRD GmbH einen Start hingelegt, und sich verrechnet, denn Klopfen und Trommeln, wie auch das Internet ist Kostenfrei!

    Leider werden Trommler und Klopfer schon eingesperrt, das Internet zeigt auch schon Betrugszüge! Glück Auf meine Heimat, Glück Auf, mein Deutsches Reich!

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