Syrien: zur Lage am Euphrat

ar-Raqqa - Wikipedia
ar-Raqqa – Wikipedia

erschienen bei chartophylakeion tou polemou

Die Einnahme (weiter Teile) der Provinzhauptstadt ar-Raqqa ist eine durchaus effektive Maßnahme der Rebellenbanden als Antwort auf die Verstärkung des militärischen Engagements der Armee im Norden des Landes. Ein klassisches Beispiel für eine indirekte Strategie; allerdings ist es eher zweifelhaft, dass die Banden die Operation in aller Kürze selbst geplant und durchgeführt haben. Als Minimum kann man voraussetzen, dass eine solche Operation nicht ohne ein professionelles militärisches Kommando irgendwo im Hintergrund abgelaufen ist.
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Der Sinn der Einnahme dieser Stadt ist es zuallererst, die für die Befreiung von Aleppo eingesetzten Armeekräfte abzulenken und zu zerstreuen, wo es seit ca. 2 Wochen wieder verstärkt zur Sache geht. Jetzt muss die Armee ihre Aufmerksamkeit einer weiteren Provinz widmen. Die Einnahme der Stadt als solche hat wahrscheinlich keine größeren Schwierigkeiten bereitet, dort gab es von Anfang an bis jetzt keine größeren Aufgebote an Armee- oder Sicherheitskräften, die Regierung der Provinz hat den größten Teil ihrer Kräfte den Flüchtlingen gewidmet – seit Beginn der Gewalt in den umliegenden Provinzen sind um die 500.000 Flüchtlinge in der 250.000-Einwohner-Stadt aufgenommen worden.
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Die Frage nach dem “Wie” ist allerdings berechtigt: eine mehr oder weniger in der Wüste gelegene Stadt, flache, offene Gegend, ungetrübte Lufthoheit der syrischen Luftwaffe, die (von der Zahl der Militärflugzeuge und -hubschrauber) eine der schlagkräftigsten der Region ist. Man kann wieder Parallelen zu den Konflikten im Nordkaukasus, also Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan, ziehen. Auch mit der allerbesten russischen Luftwaffe und Luftüberlegenheit haben jeweils eine Handvoll Banditen ganze Städte eingenommen, wonach die regulären Streitkräfte gezwungen waren, bedeutende Kräfte zu deren Befreiung zusammenzuziehen. Budjonnowsk 1995, Kisljar 1996, das Moskauer Dubrowka-Theater 2002, die Schule in Beslan 2004. Auch die beste Luftwaffe kann ein solches Land wie Russland (oder Syrien) nicht permanent und komplett unter Beobachtung haben.
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2 Gedanken zu „Syrien: zur Lage am Euphrat

  1. Riecht wieder mal alles nach der üblichen Propaganda. Da es ja selbst den ungebildetsten Analphabeten irgendwann dämmern muss, dass sie nur nutzloses Kanonenfutter sind, braucht man schnell eine neue Erfolgsmeldung, um sie die Lust am ballern nicht zu schnell verlieren zu lassen. Aber dennoch ist das ausarbeiten von neuen cleveren Strategien für die syrische Armee wichtiger denn je.

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