Syrien: direkte Militärintervention oder ‚Wendepunkt‘?

erschienen bei einartysken

von Einar Schlereth

Ich habe hier zwei längere Artikel zu Syrien vor mir liegen, die ziemlich entgegengesetzte Auffassungen vertreten. Der erste ist vom 28. Februar 2013 unter dem Titel ‚Washingtons strategisch politische Wende zu Syrien: Näher an einer direkten Militärintervention?‚ von Ben Schreiner und der zweite lautet ‚Der oft vorhergesagte syrische ‚Wendepunkt‘ ist gekommen‚ von Franklin Lamb vom 1. März 2013.

Beide sind renommierte Journalisten und beide Artikel wurden auf sehr bekannten alternativen Seiten publiziert. Ben Schreiner ist ein Freelance-Journalist in den USA, dessen Artikel auf Global Research veröffentlicht wurde, und Franklin Lamb ist altgedienter Journalist, der direkt vor Ort recherchiert (schon in Libyen war er bis zum Ende und seiner Verwundung dabei) und sein Artikel wurde von Counterpunch publiziert.

Was berichten die beiden? Ben Schreiner, mit dem Ohr näher an Washington, meint zu sehen, dass Obama sich einer offenen Konfrontation, resp. Intervention nähert – nachdem er im vergangenen Jahr jeden Gedanken daran verworfen hatte. Er erwäge, die ‚Rebellen‘ mit schußsicheren Westen, gepanzerten Fahrzeugen und militärischer Ausbildung zu versehen, was eine Ausweitung der bisherigen Hilfe mit ’nichttödlicher Ausrüstung‘ bedeuten würde.

Club der Kriegsverbrecher

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Dazu berichtete RIA Novosti direkt am 1. März in einem Artikel ‚Die Freunde Syriens‘ ermuntern die Extremisten‚, dass man zwar nicht die Art der Ausrüstung verändert habe, aber dass Kerry, der neue US-Außenminister diese Hilfe auf 60 Mill. $ erhöht habe und sich gleichzeitig über die ständigen Waffenlieferungen aus Drittländern beklagte.

Welch eine Unverschämtheit! Damit meinte er natürlich Russland, Iran etc. Außenminister Lawrow hingegen betonte erneut, dass Russland nur die Verträge erfülle, die vor dem Aufstand geschlossen wurden.
Kerry hingegen, der laut Ben Schreiner zu Unrecht als ‚Taube‘ angesehen wird, nachdem er alle Kriege der USA gegen Jugoslawien, Afghanistan, Libyen, Jemen, Somalia, Mali etc. abgesegnet hat, verschweigt natürlich die US-Waffenlieferungen, die z.B. ihre ultrareaktionären saudischen Waffenbrüder in Kroation eingekauft und nach Jordanien transportiert haben, wo sie von US-Spezialeinheiten an die kriminellen Terroristen weitergereicht werden (siehe meinen Artikel vom 21. Februar 2013 hier), was auch von der New York Times bestätigt worden ist.

Es handelte sich um schwere Angriffswaffen in großen Mengen, denen es zu verdanken ist, dass die Terroristen im Süden bei Daraa und im Norden bei Idlib einige taktische Erfolge erringen konnten. Wie Ben Schreiner zu Recht schreibt, ist es in Anbetracht der engen amerikanischen Beziehungen zum faschistischen kroatischen Regime undenkbar, dass diese Lieferungen ohne Wissen Washingtons vor sich gegangen sind.

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