Orthodoxe Kirche Zyperns verlangt Euroausstieg

Bild: weltkarte.com
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erschienen bei Alles Schall und Rauch

Es ist erstaunlich wie die Kirche, egal welche, der Verarmung der Bevölkerung durch die Schuldenkrise tatenlos und kommentarlos zuschaut. Sonst tun sie doch so, wie wenn sie sich für die Armen und Notleidenden in der III. Welt einsetzen. Warum zu Hause nicht? Die Menschen in den europäischen Krisenländern leiden durch die Armut und begehen schon Selbstmord, weil sie keine Perspektive mehr sehen. Wäre es nicht schon längst überfällig, für die Kirchenoberhäupter endlich ein Machtwort zu sprechen und den Euroturbos und Bankstern ins Gewissen zu reden?

Jetzt hat Chrysostomos II. von Paphos, Erzbischof von Zypern und Oberhaupt der zypriotisch-orthodoxen Kirche verkündet, er hätte eine apokalyptische Vision über Zypern erhalten. Darin wird von der „Niederträchigkeit der Europäer“ gewarnt und die Aufforderung gestellt „Zypern muss so schnell wie möglich die Eurozone verlassen.

Der Erzbischof stellte daraufhin gegenüber der griechischen Zeitung „Realnews“ in einem Interview die Forderung, Zypern muss aus dem Euro raus. „Es ist nicht einfach, aber wir müssen darauf so viel Zeit verwenden wie auf den Beitritt zum Euro„, sagte er.

Als Begründung nannte das einflussreiche Kirchenoberhaupt, dass der Euro nicht lange überleben werde. „Ich sage nicht, dass (der Euro) morgen zusammenbricht. Aber mit diesen Genies in Brüssel ist sicher, dass er nicht lange halten wird.“ Es sei in der aktuellen Lage geboten, darüber nachzudenken, wie Zypern einem Zusammenbruch des Euro „entkommen“ könne.

Der Erzbischof betonte, das Angebot der zypriotisch-orthodoxen Kirche gelte weiterhin, dem Staat durch das Kirchenvermögen in der Schuldenkrise zu helfen. Als grösster Grundbesitzer Zyperns und wichtiger Teilnehmer in der Wirtschaft des Inselstaates hat sie angeboten, unter anderem ihre Güter als Sicherheit für Darlehen zur Verfügung zu stellen. Der Erzbischof hat die Regierung und das Parlament auch aufgefordert, die Guthaben der Bankkunden in Ruhe zu lassen.

Die apokalyptische Vision von der Chrysostomos II. spricht erinnert an die „Hure Babylon“, welche damals das Römische Reich war aber heute die Europäische Union ist. In der Offenbarung von Johannes wird sie so beschrieben: Der Reichtum und die Pracht der Hure Babylon sind vergänglich, von einem Tag auf den anderen, ja sogar in einer Stunde wird sie in bitterste Armut, Nacktheit und Einsamkeit gestürzt werden.

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