Hensel´s Sonntagsmatinée: Agrarplaneten – Teil VIII

von H.-P. Schröder

 

Eine Geschichte in Fortsetzungen – Nur für reife Leser!

Agrar- logo

„Und die Ergebnisse?“, wollte Herr Angwang wissen.

„Das dauert“, sagte Fohu, „eine Menge Tests sind vorgeschrieben bis zur Zulassung. Es sieht jedoch sehr vielversprechend aus. Toi, toi, toi.! Wir werden sie auf 10 Milliarden einregeln und Selektivatoren mit Amnesatoren zum Einsatz bringen. Gruppen werden sich nach Aufruf sammeln, wir holen sie ab, der Rohstoff wächst nach, bis zur nächsten Ernte. Nach der Installation der Vollautomatik sollte das Projekt reibungsfrei laufen. Nur die Wartung der Kühlschiffe erfordert eine kleine Stammbesatzung.“

Herr Angwang erhob sich, nach zwei Anläufen stand er. „Und was machen sie dann? Eine flotte Konserve auf, wie man in unserer Branche sagt?“

„Genau, ein Sechsmonatsaufenthalt auf den Las Vegasasteroiden ist fest gebucht, danach ein neuer Einsatz irgendwo. Die üblichen Stichprobenkontrollen müssen natürlich weitergehen, das machen die Assistenten. Ausserdem habe ich einige Outdoor-Werbeverträge laufen. Unsereiner kommt `rum, sieht viel, kann viel gebrauchen, kann viel weitererzählen. Wir sind begehrte Spezialisten. Und Sie Angwang,  wo werden sie ihren Musterkoffer hintragen?“

„Eine Rundreise durch den Ostbezirk, in die Kolonien der Egodrücker, der Bezirk ist nicht beliebt unter den Kollegen, aber einer muss es ja machen. Wir losen und ich habe verloren. Es hat mich jedenfalls gefreut, sie kennenzulernen, Herr Fohu, faszinierende Geschichte, alles Gute, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder.“

Agrara (2)

Herr Fohu schaute ihm nach, vor dem Drehkreuz drehte sich Herr Te noch einmal um und winkte mit seinem Rüssel. „Etwas einfältig aber nett, dieser Te“, dachte Fohu.

„Und was ist mit der Rechnung?“, unterbrach der Barkeeper. „Geben Sie her, die übernehme ich.“

„Macht 64 Krummsen und 2 Frut.“ „Danke der Herr.“

„Doch nicht so einfältig“, sagte sich Fohu, als er zum Düdelphon griff.

„Protonprotein, wir füttern Galaxien“, säuselte eine weiblich klingende Stimme.

„Hier Fohu, den Chef der Vertriebsabteilung bitte“.

„Buumsogern, ah Fohu. Ist er endlich weg. Warum ich anrief, wir haben Probleme mit der ersten Lieferung, die ganze Abteilung ist ausgefallen, vom Cheftester bis zum Küchenpersonal, das immer heimlich etwas beiseite schafft, obwohl das ausdrücklich verboten ist.

Der Vorstand spielt verrückt, der Arbeitsaufall wird uns einiges kosten und sie wird es auch einiges kosten, mein Lieber. Das Zeug ist verunreinigt.“

„Wie, verunreinigt?“

„Sie sollten wohl eher fragen, mit was verunreinigt. Da sind nicht abbaubare Aminosäuren darin, die zu schweren Koliken führen, die Analysen sind eindeutig. Die Strukturen bestehen einzig und allein aus J, E, H, O, V und A Ketten. Was haben sie uns da untergeschoben? Die Verträge sind eindeutig, sie besagen ausdrücklich, daß alles nach dem Reinheitsgebot zubereitet sein muß.“

BarflyV (2)

„Um Gottes willen Herr Buumsogern, eine Katastrophe, die ganze Ernte ist verseucht? Ungenießbar, sagen sie? Völlig ausgeschlossen. Warten sie, ungenießbare Aminos sagten sie? Es gibt nur eine Gruppe, die dafür in Frage käme. Die Raffinierten Unbelehrbaren, da müssen sich Unbelehrbare eingeschmuggelt haben, anders ist das nicht zu erklären, die behalten wir normalerweise im Auge. Sonderlinge, die die alte Übersetzungseinheit anbeten und sich die Auserwählten nennen, struppig und verzottelt, innen wie aussen, auf die könnte ihre Beschreibung zutreffen.“

„Das ist jetzt ihr Problem Fohu und wir müssen die ganze Charge entsorgen. Können sie überhaupt irgendetwas garantieren?“

„Herr Buumsogern, dafür werden Köpfe rollen, das verspreche ich ihnen, die Schuldigen werden bestraft, das verspreche ich ihnen. Es kann sich nur um die Einzelaktion einer radikalen Splittergruppe gehandelt haben, natürlich nicht in böser Absicht.

Die Auserwählten warten seit 2600 Yan auf die Rückkehr ihres Hauptidols, alles die Schuld des letzten Projektleiters. Wahrscheinlich haben ein paar das Warten nicht mehr ausgehalten und beschlossen, sich selbst auf den Weg zu machen. Wir werden ihnen in Zukunft schwarze Hüte aufziehen, die sie auch nachts aufbehalten müssen, dann kann man sie besser aussortieren.

Ich würde denen am Liebsten eine Sondersteuer auflegen, um für den Schaden aufzukommen, aber angeblich hat ihnen ihr Idol eine abgabenfreie Ewigkeit zugesagt und die Gauner würden nur versuchen, andere für sich zahlen zu lassen. Wir können keine Unruhe gebrauchen.

Es wird uns nichts anderes übrigbleiben, als den Fall der Versícherung zu melden, als Transportschaden oder so, falls sie einverstanden sind.“

„Schwamm d´rüber, wenn so etwas nie mehr vorkommt.“

(Fortsetzung folgt)

*

Link zu Teil I

(letztes Drittel des verlinkten Artikels)

Link zu Teil II

Link zu Teil III

Link zu Teil IV

Link zu Teil V

Link zu Teil VI

Link zu Teil VII

Link zu Teil IX

Link zu Teil X

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.