Bradley Manning informierte die Medien vor Wikileaks

erschienen bei Alles Schall und Rauch – Danke an Yvonne

Am vergangenen Donnerstag hat der Soldat der US-Army Bradley Manning eine 35-seitige Aussage vor dem Militärgericht vorgelesen. Wie bekannt wurde er im Mai 2010 unter dem Verdacht verhaftet, Videos und Dokumente kopiert und als Whistleblower der Website Wikileaks zugespielt zu haben. Das aussergewöhnliche an seiner Aussage ist, bevor er zu Wikileaks ging hat Manning Kontakt mit den bekanntesten Medien aufgenommen, Washington Post und New York Times, und ihnen die brisanten Informationen angeboten. Beide Zeitungen reagierten nicht und zeigten kein Interesse.

Das heisst, Manning war gezwungen zu Wikileaks zu gehen, weil die US-Medien nichts davon wissen wollten. Diese wichtige Tatsache haben weder sie selber später bei der Berichterstattung über die Veröffentlichung von Wikileaks, noch haben andere Medien darüber berichtet. Das zeigt eindeutig, der Begriff „embedded Journalists“ bedeutet, sie sind „im Bett“ mit den Militärs und Regierungen und stecken unter einer Decke.

In seiner Stellungnahme sagte Manning, er hat das Material durchsickern lassen, weil er der festen Überzeugung war, sie sind „die wichtigsten Dokumente unserer Zeit, welche den Kriegsnebel lüften und die wahre Natur der asymmetrischen Kriegsführung des 21. Jahrhunderts aufzeigen.“ Er erklärte, er fühlte die moralische Pflicht, die amerikanische Öffentlichkeit über die Kriegsverbrechen zu informieren, die in ihrem Namen verübt wurden.

Die wichtigsten zwei Zeitungen des Landes fühlten offensichtlich nicht diese Informationspflicht, sondern sahen die Staatsraison und das Verschweigen der Verbrechen als wichtiger an. Wie in der Vergangenheit oft mit solchen zugespielten Informationen umgegangen, reagierte die Presse nicht im Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit, sondern als Handlanger des kriminellen Staates, in dem sie die Information zensieren, aussortieren und manipulieren, um damit die öffentliche Meinung im Interesse der Mächtigen zu steuern.

Das heisst, die heutigen Medien sind reine Propagandaorgane und unterscheiden sich in keiner Weise von den Medien im Faschismus oder im Kommunismus. Sie erzählen genauso wie die Parteiorgane „Völkischer Beobachter“ oder die „Prawda“ oder „Neues Deutschland“ nur das was der Staat und die Elite uns wissen lassen will.

Die New York Times gilt als die einflussreichste überregionale und linksliberale Tageszeitung der Welt, als „Newspaper of record“, als Zeitung mit gründlicher und umfassender Berichterstattung. Dabei hat dieses Blatt „uns“ den Krieg gegen den Irak 2002 verkauft, voll im Wissen, die Behauptungen der Bush-Regierung über Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein waren erstunken und erlogen. Über 2 Millionen Menschen sind deswegen getötet worden und der Irak ist eine verseuchte Trümmerwüste.

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2 Gedanken zu „Bradley Manning informierte die Medien vor Wikileaks

  1. Hacker generell sind nicht mehr die heroischen Piraten aus den 80ern. Wenn so Leute wie Assange als Jugendliche erwischt werden wie sie die Australische Telecom hacken. Werden die mit einer so langen Haftstrafe konfrontiert (teilweise über 30 Jahre). Denken die sich. „Hey, ich hab bis jetzt keine Freundin gehabt und saß die ganze Zeit vor dem Computer und jetzt auch noch so lange ins Gefängnis“. Ehe man sich versieht, arbeitet man für die Behörden oder für irgendwelche Geheimdienste.

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