Palästina: Aufschrei nach Foltertod in israelischer Haft

arafat jardatDanke an Yvonne

Der Tod des 30-Jährigen Arafat Jardat aus Hebron im Gefängnis der israelischen Besatzung hat zu einem Aufschrei auf palästinensischer Seite geführt.

Der Minister für palästinensische Gefangene Qaraqa‘ sagte der Nachrichtenagentur AFP, Jardat sei seit einigen Tagen inhaftiert gewesen und während der Verhöre getötet worden. Er forderte eine internationale Untersuchungskommission. Qaraqa‘ erklärt auch, dass Arafat zwei Tage lang schwer gefoltert worden sei. Jardat sei am Montag festgenommen worden. Grund war demnach seine Beteiligung an Auseinandersetzungen nahe der jüdischen Siedlung Kirjat Arba bei Hebron.

Eine Autopsie bestätigte, dass Arafat Jaradat an den Folgen extremer Folter in einem Israelischen Gefängnis starb. Es war kein Herzversagen! So der Minister für Häftlingsangelegenheiten am Sonntagabend.

Auf einer schnell einberufenen Pressekonferenz in Ramallah erklärte Minister Issa Qaraqe, dass die Autopsie in Gegenwart israelischer und palästinensischer Offizieller eindeutig ergab, dass der 30-jährige Jaradat 6 gebrochene Knochen im Nacken, Wirbelsäule, an den Armen und Beinen hatte.

Eine Sprecherin der israelischen Gefängnisverwaltung erklärte noch am Samstag, dass Jaradat an einem Herzversagen im Megiddo-Gefängnis gestorben sei (solche Todesursachen wurde auch von SA-Schlägern den Hinterbliebenen ihrer Opfer mitgeteilt – d.Ü.). Ein Notärzte-Team wollte ihn wieder beleben, sei aber erfolglos gewesen. Qaraqe bezeichnete diese Erklärung als verlogen und berief ein Komitee zur Untersuchung der Verantwortlichkeiten für Jaradat’s Tod ein.

Der Stellvertreter des Ministers, Ziyad Au Ain, mobilisierte Ärzte, darunter auch israelische Doktoren, um berechtigte Zweifel an den wahren Todesursachen im Al-Ahli-Krankenhaus in Hebron untersuchen zu lassen. „Jaradat starb an den Folgen der Folter und nicht an einem Herzversagen!“ erklärte er und fügte hinzu, dass die Verantwortlichen ggf. auch durch Interpol oder den Internationalen Strafgerichtshof dingfest zu machen sind.


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Die Palästinensische Gefangenenhilfsorganisation, vertreten durch Präsident Qaddura Fares, erklärte, dass die Autopsie eindeutig Zeichen von Folter ergab, auch für Laien an Blutergüssen am Rücken, der Brust und den Schultern zu erkennen. Jaradat wies auch 7 Verletzungen auf der Innenseite der Lippen auf, Platzwunden im Gesicht und 2 gebrochene Rippen und geronnenes Blut im Nasen-Rachenraum. Fares erklärte weiter, dass die Autopsie auch ein gesundes Herz, freie Arterien und Venen ergeben habe. Es liegen also keine Anzeichen eines Herzversagens vor!

Nach der Autopsie wurde Jaradats Körper zum Palästinensischen Roten Halbmond an der Tarqumiya-Kreuzung in Hebron überführt. Er wird am heutigen Montag in seinem Heimatort Sair beigesetzt. Jaradats Anwalt, Kamel Sabbagh, stellte den Tod durch Folter, ausgeführt durch die israelischen Verhörexperten, fest.

Sabbagh, der auch für das Ministerium tätig ist, war am Donnerstag bei der letzten Anhörung Jaradats anwesend, als ein israelischer Richter die Anhörung um 12 Tage verschob.

„Als ich den Gerichtssaal betrat, sah ich Jaradat auf einem Holzstuhl vor dem Richter sitzen. Sein Rücken war krumm und er sah krank und verstört aus.“

So Sabbagh in einer Stellungnahme am gestrigen Sonntagabend.

„Als ich mich zu ihm setzte, berichtete er mit von schlimmen Schmerzen im Rücken und anderen Körperteilen, weil er immer und immer wieder geschlagen werde. Man würde ihn auch während der Verhöre an den Händen aufhängen.“

„Als Jaradt von dem Richter die Verschiebung der Anhörung mitgeteilt bekam, war er sichtlich verängstigt und fragte mich ob er nun die Zeit die ihm noch bleibe, in einer Zelle verbringen soll. Ich antwortete ihm, dass er noch in Untersuchungshaft sei und ich als Anwalt in dieser Phase nichts für ihn erreichen kann!“

„Jaradats mentaler Zustand war sehr beunruhigend und ich informierte den Richter über die Folter meines Klienten. Der Richter ordnete eine Kontrolle durch den Gefängnisarzt an, die aber niemals durchgeführt wurde!“

www.freunde-palaestinas.de

Maan, 25. Feb. 2013

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3 Gedanken zu „Palästina: Aufschrei nach Foltertod in israelischer Haft

  1. Das kann gaaaarrr nicht sein …

    Auslandsmeldungen der vergangenen sieben Tage
    Alle Meldungen der vergangenen sieben Tage
    http://www.tagesschau.de/allemeldungen/

    wüsste doch sonst etwas darüber, ihr bösen pösen Tagesschau-Leugner Ihr!

    Der Menschenrechtler des Tages: Rabbi Ovadia Yosef – würde das niemals nicht
    http://ahlu-sunnah.de/foren/themen/4141-Menschenrechtler-des-Tages-Israelischer-Rabbi-Ovadia-Yosef

    http://zeitwort.at/index.php?page=Thread&threadID=9518

    http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/philosophie-religion/1635-israel-ist-schockiert-ueber-rabbi-josefs-aeusserungen.html

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