der Papstrücktritt: das Ende der Kultur der Nächstenliebe und der Triumph der Kultur der Psychopathen

benedictus esterschienen bei „Der Nachrichtenspiegel“

Dienstag, 12.2.2013. Eifel. Na, gut gefeiert gestern? Gestern war Rosenmontag. Karneval – carne vale, wie der Lateiner sagt. Karneval ist ein katholisches Fest, welches möglicherweise auf alte babylonische Riten zurückgeht. Orgiastische Feierlichkeiten haben allerdings in der Geschichte der Kultur schon immer einen festen Platz gehabt. Ja, ich weiß: den Kölner Sitzungskarneval mit seinen Zwangswitzen und seinem Kommandospaß als orgiastisches Treiben zu bezeichnen, ist etwas übertrieben, außerdem ist er eine Veranstaltung, die nur der Anbahnung und Pflege von Geschäftsbeziehungen dient, aber es muss aktuell mal erlaubt sein, auf diesen Ursprung hinzuweisen. Bei Wikipedia findet man mehr:

Die mittelalterliche Fastnacht wird auf die augustinischen Lehren in seinem Werk De civitate Dei zurückgeführt. Die Fastnacht steht daher für die civitas diaboli, den Staat des Teufels. Daher wurde die oftmals ausartende Fastnacht von der Kirche als didaktisches Beispiel geduldet, um zu zeigen, dass die civitas diaboli wie auch der Mensch vergänglich ist und am Ende Gott siegreich bleibt. Mit dem Aschermittwoch musste daher die Fastnacht enden, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.

Wir sehen: dieser Rosenmontag als Höhepunkt närrischen Treibens hat für Katholiken eine ganz besondere Bedeutung, der steht für den Staat des Teufels. Bevor nun jemand meint: “Och, das ist ja nur, weil die Kirche so prüde ist und uns keinen Spaß gönnt”, möchte ich aber daran erinnern, worin der “Spaß” des Karneval einst bestand. In seinem Buch “Traumzeit” berichtet Hans Peter Duerr über verschiedene – karnevalistische – Rituale, die grausamen Tod und Verstümmelung hervorriefen und Vernichtung von Haus und Hof mit sich brachten. Der “Staat des Teufels” hatte damals noch ganz konkrete Erscheinungsformen, die wir säkularen Menschen auch heute eher durch die Polizei bekämpfen als durch Narren feiern lassen würden.

Nun, die FAZ ist sich sicher, das der deutsche Papst bei der Bekanntgabe seines Rücktritts nicht an den katholischen Teufelstanz gedacht hat: offensichtlich haben dort auch Journalisten prophetische Gaben. “Er läuft nicht weg, er gibt ein Beispiel” vheißt es dort. Man fragt sich nur: welches Beispiel?

In der Zeit finden wir die Antwort darauf:

Für Max Seckler, einen langjährigen Freund des Papsts, ist der Rücktritt ein Zeichen der Größe. “Er stärkt damit die Auffassung, dass ein Papst aufhören soll, wenn es ihm die Gesundheit gebietet”, sagte der Tübinger Theologe.

“Er hat sehr gelitten unter manchen Dingen, die dieses Amt mit sich bringt”, fügte der 85-Jährige hinzu. “Man kann sich schwer vorstellen, welche Intrigen es da in Rom gibt, mit denen er sich rumschlagen muss. Das hat ihn sehr belastet, weil er ja ein Theologe ist und ein edler Mensch.”

WEITERLESEN bei „Der Nachrichtenspiegel“

4 Gedanken zu „der Papstrücktritt: das Ende der Kultur der Nächstenliebe und der Triumph der Kultur der Psychopathen

  1. Eines Tages wird sich rausstellen, dass die vatikanische Verwicklungen in Banken und Think-Tank Korruptionen viel schlimmer waren als wir vermuteten und die Presse nur davon ablenken wollte was des Papstes eigentliche Mission war: Den Vatikan von der Korruption befreien.

    Dabei gilt es nicht zu vergessen, dass es viele Missbrauchsopfer gab die gelitten haben und ihnen sollte geholfen werden

  2. ich erinner mich noch wie er hier war und den politikern ins gewissen geredet hat wegen ihrer gier und der Ungerechtigkeit. das hat wohl den *strippenziehern* der Marionetten, im Hintergrund, nicht behagt.

    leute, lehnt euch zurück und betrachtet das schauspiel. alles aber auch wirklich alles ist im moment an der Oberfläche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.