Bischof Williamson spricht über den Vierten Prozess

von H.-P. Schröder

williamson

Auf http://www.dinoscopus.org/ veröffentlicht Herr Bischof Richard Williamson eine wöchentliche Kolumne unter dem Titel „Eleison Comments“, deren Beiträge sich mit Themen des Glaubens befassen. Der 291. Kommentar vom 9. Februar 2013 trägt in der deutschen Übersetzung den Titel „Vierter Prozess“. Darin beschreibt Bischof Williamson unbefangen die jüngste Entwicklung um seinen Prozess wegen „———- -Leugnung“ vor bayerischen Gerichten. Wir danken Bischof Williamson für die Abdruckerlaubnis seiner Gedanken zum Vierten Prozess.

Die Schwärzungen mußten nach deutschem Recht vorgenommen werden. Ich weiß nicht und wußte nie, was unter den schwarzen Balken vorgeht. Ich kenne auch niemanden, der weiß, oder der wissen könnte, was unter den schwarzen Balken vorgeht. Hören wir Herrn Bischof Williamson zu:

Eleison Kommentar CCXCI (291), 9. Februar 2013

Vierter Prozess

Ein Leser fragte nach meiner jüngsten Gerichtsverhandlung und Verurteilung wegen „———“ vor dem Landgericht Regensburg im Süden Deutschlands. Die Leser werden sich an mein ursprüngliches Delikt erinnern: Am 1. November 2008 sagte ich in einem englischsprachigen Interview für das schwedische Fernsehen dem schwedischen Fernsehmoderator, in der Ungestörtheit der Sakristei des Seminars der Priesterbruderschaft St. Pius X. aber nahe Regensburg auf deutschem Boden, daß ich glaube, weder daß „—– ——— —–“ unter Hitlers Herrschaft im Zweiten Weltkrieg starben, noch daß ein einziger —– in einer „———“ umgekommen ist.

Für das Äußern dieser Überzeugung wurde ich dann im Jahre 2010 in Deutschland, wo „——— -Leugnung“ ein Straftatbestand ist, vom Regensburger Landgericht angeklagt und zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Dagegen legte ich Berufung ein, woraufhin dasselbe Gericht mich im Jahre 2011 wiederum verurteilte, diesmal jedoch die Geldstrafe auf 6.500 Euro reduzierte. Erneut legte ich Berufung ein, wodurch der Fall eine Instanz höher an das Oberlandesgericht Nürnberg wanderte, welches, wie man mir sagte, für Druck von Außen weniger anfällig ist. Die drei Nürnberger Richter verwarfen das Regensburger Urteil aufgrund von Verfahrensmängeln, weswegen das Bundesland Bayern meine Prozeßkosten tragen mußte, ließen dem Landgericht jedoch offen, die Verfahrensmängel zu beseitigen und den Fall neu aufzurollen.

Nun ist ja der sogenannte „———“ nicht nur die Säkularreligion der Neuen Weltordnung (——— ersetzt den Kalvarienberg Golgotha, die ———- ersetzen das Kreuz Christi und die —– ——— spielen die Rolle des Erlösers), sondern mir dünkt, daß die Nachkriegsdeutschen Schwierigkeiten mit ihrer Selbstachtung haben, wenn sie sich nicht stets auf die Brust schlagen wegen der ………… Verbrechen des Dritten Reiches. Daher verfolgen sie „——— -Leugnung“ wie Verzweifelte, und so wurde ich am 16. Januar 2013 zum dritten Mal in Regensburg vor einem weiblichen Richter angeklagt.

Zwei deutsche Anwälte kämpften hart aber erfolglos zu meiner Verteidigung, und wieder wurde ich verurteilt. Immerhin verminderte die Richterin die mit dieser Anklage verbundene Stigmatisierung und reduzierte aus Mitleid mit meiner Erwerbslosigkeit die Geldstrafe auf 1.600 Euro. Zweifellos wäre der Freistaat Bayern froh, wenn er den Fall endlich loswerden und ich die stark reduzierte Strafe zahlen würde. Ein nobler Mitbruder aus der Priesterbruderschaft* bat mich um das Privileg, die ganze Strafe anstelle von mir zahlen zu dürfen. Doch geht es um viel mehr als nur um Geld. Tatsächlich betroffen sind eine edle Nation, die wahre Religion und Gottes Weltordnung.

„Die Wahrheit ist gewaltig und wird obsiegen“, sagten die Lateiner. Deswegen ist jede Nation, Religion und Weltordnung, welche auf Unwahrheiten basiert, brüchig und wird am Ende zerbröckeln. Wahrheit bedeutet ja, daß wir unser Denken der Wirklichkeit anpassen, anstatt dem Verlangen nationaler Selbstachtung, den gefühlten Bedürfnissen einer Religion oder den Forderungen irgendeiner gottlosen Weltordnung. Und jede historische Wahrheit basiert auf Beweisen, wovon die zuverlässigsten aus den materiellen Überresten der Vergangenheit bestehen, weil sie prinzipiell von menschlichen Gefühlen unabhängig sind. „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich Zeugnis gebe für die Wahrheit.“ (Johannes 18,37). Welche Ruhe diese göttlichen Worte doch ausstrahlen.

Somit lehnte ich also das Angebot meines Priesterbruders* lieblich ab. Denn ich habe erneut Berufung eingelegt.

Kyrie eleison.

* ein Mitbruder aus der Priesterbruderschaft St. Pius

Nachwort

Aus einem lesenswerten Interview mit Bischof Richard Williamson vom 28. Februar 2007

http://www.katholisches.info/2007/02/28/die-revolutionare-kultur-frist-das-wovon-sie-lebt-und-lebt-von-dem-was-sie-frist/

Frage: Was ist die Aufgabe der Kirche?

Antwort: Die Aufgabe der Kirche ist, die Menschen wieder gläubig zu machen und anschließend, wenn sie wieder gläubig sind, ihre Seelen in Einklang (anstatt im Krieg) mit Gott zu bringen. So werden die Menschen auch wieder Schönheit und Güte aus ihrem Herzen schöpfen. Aber wenn sie von Gott entfernt sind, dann sind wie heute Literatur, Kunst, Malerei, Musik im Begriff zu sterben.

4 Gedanken zu „Bischof Williamson spricht über den Vierten Prozess

  1. Da hat doch der Bischhof Willamson, wahrscheinlich unbewusst, einen Weg für die katholische Kirche aufgezeigt sich zu (re)legtimieren… ähnlich wie die Rolle der Kirche in der DDR im Zusammenhang mit der Wende.
    Vielleicht ist das sogar ihre letzte Chance… seien wir gespannt!

  2. Die jesuitische (und andere wie talmudische) Spitzfindigkeit ist sehr genau und unterscheidet sehr präzise zwischen einerseits Tatsache und andererseits Glauben.

    Warum also den neuen Terminus Offenkundigkeit einführen?

    Davon haben wir nichts gewusst: Die Deutschen und der Holocaust (ZDF.History) habe ich zirka 25 Minuten durchgehalten und nur Glauben gehört.

    Übrigens die Bertelsmann-CIA-Nazi-Mohn-pedia schreibt:

    Im talmudischen Diskurs werden oft auch bewusst unhaltbare Thesen (etwa: „Nichtjuden sind keine Menschen“) in die Diskussion geworfen, um sie daraufhin im Dialog zu widerlegen.

    blöd blos, dass es den Herrenmenschen nicht gelingt dieses angebliche „widerlegen“ mittels Zitat zu belegen.

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