warum wir Drohnen brauchen – Gespräch mit einem erfolgreichen Waffenhändler

Air Force handout photo of a RQ-4 Global Hawk
Air Force handout photo of a RQ-4 Global Hawk

erschienen bei Rational-Galerie

von U. Gellermann

So ein Geschrei um so ein bisschen Metall? Ob Deutschland Drohnen braucht wird jetzt überall gefragt. Na, klar, sonst würde ich sie doch nicht verkaufen. Keiner fragt sich zum Beispiel, ob Ferngläser gebraucht werden. Es gibt sie. Also werden sie auch gebraucht. Oder Jagdflinten, stellt die irgendjemand infrage? Natürlich nicht. Sie werden verkauft und gekauft. Also sind sie in Gebrauch. Was soll eine Drohne anderes sein als die Kombination von einem Fernglas und einer Flinte? Man kann damit weit gucken und prima schießen. Also.

Dieser Rüstungsminister, der de Maizière, hat ja ein klares Wort gesprochen: „Unbemannte, bewaffnete Luftfahrzeuge unterscheiden sich in der Wirkung nicht von bemannten. Immer entscheidet ein Mensch, eine Rakete abzuschießen“. Sieh mal einer an, da hat der Mann auch gleich den Rationalisierungs-Aspekt begriffen: So eine Pilotenausbildung ist teuer und wenn der Pilot abgeschossen wird, soll im Krieg ja vorkommen, muss man welche nachschieben. Entfällt demnächst alles. Aber de Maizière kommt ja aus einer alten preussisch-hugenottischen Familie, jede Menge Offiziere dabei, der Vater kannte sogar den Führerbunker von innen, als Hitler noch die Wunderwaffen plante.

Und diese Drohnen sind echte Wunderwaffen. Sagen wir mal, da ist so ein Terrorist – prima Verkaufsargumente, diese Terroristen – sagen wir mal in Mali. Der bedroht uns. Nun ist Mali deutlich weiter entfernt als so eine Drohne reicht. Da müssen wir näher ran, um das Ding erfolgreich abzuschießen. Am besten gleich nach Mali. Algerien ginge auch, aber ob uns die Algerier erlauben von ihrem Gebiet aus Drohnen abzuschießen? Eher nicht. Also muss eine Truppe vor Ort so einen „Reaper“ (Sensenmann), ulkiger Name für `ne Maschine, egal, muss also die Truppe den „Reaper“ in Stellung bringen. Das hat den Vorteil, wir sind schon mal vor Ort, wo sich die Terroristen rumtreiben. Aber zu Hause sitzt die entscheidende Mannschaft, die das Ding steuert, im Bunker. Muss ja nicht der Führerbunker sein, kleiner Scherz. Kein Mensch, soweit Terroristen Menschen sind, kann an die Steuermannschaft ran. Dann macht es irgendwo in Mali „wumm“ und der Terrorist ist erledigt. Ende der Debatte.

Bei uns ist die Debatte noch voll im Gange. Aber moderat. Früher hätten zum Beispiel die GRÜNEN irgendsoein pazifistisches Gezeter angefangen, von wem wir denn bedroht würden und was wir in Mali zu suchen hätten. Heute meint der Omid Nouripour: „Die Bundesregierung muss zügig den Bürgern reinen Wein einschenken, ob sie eine ehrliche und ergebnisoffene Diskussion über Kampfdrohnen möchte“. So ein schöner Satz, sagt nix und ist ergebnisoffen, darauf könnte ich mir zügig ein gutes Glas Roten einschütten. Apropos Rote: Auf die SPD ist seit dem Hindukusch-Struck Verlass. Sagt dieser Arnold, der SPD-Rüstungsexperte: „Deutschland darf sich nicht unter Druck setzen lassen, vorschnell ein amerikanisches Modell zu kaufen!“ Richtig: Wenn wir selbst `ne Drohne entwickeln, wird die noch teurer und man muss immer an die Arbeitsplätze in Deutschland denken und an mein Auskommen.

Wo war ich stehen geblieben? Ach, ja, bei diesem Terroristen in Mali. Der sitzt also in so einem Gebirgsdorf und bedroht Frau Merkel. Warum? Keine Ahnung, hat sie aber die Tage selbst gesagt, die Frau: „Der Terrorismus in Mali ist eine Bedrohung für Europa!“ Also der Typ bedroht uns über die 5000 Kilometer Luftlinie entfernt mit, sagen wir mal mit `ner Kalaschnikow. Unsere Mannschaft vor Ort hat die Drohne in Stellung gebracht, im Kanzlerhauptquartier steigt die Spannung. Gestern hatte die BILD-Zeitung schon geschlagzeilt: WANN WIRD ENDLICH ZURÜCKGESCHOSSEN?, heute hatte noch mal der Bundes-Wehrbeauftragte in den „Ruhr-Nachrichten“ die Absicht der gezielten Tötung mit Drohnen zurückgewiesen, da zeigt der große Bildschirm im Kanzerlamt den Abschuss, wenige Zeit später den Aufschlag und dann nur noch Rauch: Der „Sensenmann“ hat zugeschlagen, schon wieder ist ein Terror-Dorf erledigt. Applaus, Applaus. Wo ich dann bin? Zu Hause. Geld zählen. So ein „Reaper“ kostet rund 13 Millionen Dollar. Deshalb brauchen wir ja Drohnen. Unbedingt.

Quelle: Rational-Galerie

2 Gedanken zu „warum wir Drohnen brauchen – Gespräch mit einem erfolgreichen Waffenhändler

  1. Um es noch deutlicher zu sagen, keine Wartung, keine Schulungskosten, einmal ausgebpackt, auf Jahre einsatzbereit, was bracht man als Diktator noch für einen Mitwisser als Armee und sein Gefolge? Und solche Typen von Waffen sind nichts weiter als die Weiterentwicklung der V1, intelligent dazu und aus deutscher Entwicklung, siehe Modellbau und seine Entwicklung kurz vor dem ersten Irakkrieg! Dauer dieser Entwicklung auch nur wenige Jahre.

    Damit wird aber auch klar, warum alle aus dem All auf die Erde mit Satelliten schauen, und unten Abwehrraketen haben. Ich kann mir auch gut vorstellen, das die Russen und Chinesen um Hilfe gerufen werden, wenn sich Afrika einig ist!
    Glück Auf, meine Heimat und nichts mit dem Versprechen, NIE WIEDER KRIEG!

  2. die angst lässt vieles hervorbringen was den menschen in ihren vorstellungen hilft. in diesem falle eben eine DROHNE die die angst überwinden soll und damit noch kräftig geld gemacht werden kann…

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