SMS Friedenstaube IV – die Akten-Aktion

deutsche-flugscheibe-haunebu-iiierschienen bei Michael Winkler

Fortsetzungsroman Folge IV:

„Na, dann gib mal Wasserstoff!“

Oberleutnant Skorzeny und Leutnant Wittmann hatten sich bei der Jungfernfahrt der SMS FRIEDENSTAUBE nach Helgoland angefreundet. Die an Bord stationierte Flugscheibe sollte unmittelbar vor der Abfahrt eine neue Optik erhalten. Kapitän Ritscher hatte entschieden, diese Verzögerung für eine Übungsfahrt zu nutzen. Dabei hatten sich Skorzeny und Wittmann intensive Gefechte geliefert, bei denen ihre Truppen sich mehrfach gegenseitig ausgelöscht hatten. Skorzeny hatte die Panzertruppe als leichte Beute seiner Elite-Kampftaucher angesehen, doch Wittmann hatte sich als ebenbürtig erwiesen.

Nun rollten die beiden Panzer auf der Interstate 95 Richtung Washington. Das mit dem Wasserstoff bezog sich auf die Vril-Reaktoren der beiden Amphibienpanzer. Dank der kalten Fusion erzeugten sie bis zu 3.200 PS elektrische Leistung, die den Panzern eine Endgeschwindigkeit verliehen, die in früheren Zeiten jede Radarfalle ausgelöst hätte. Vor der großen Katastrophe hätten höchstens die anderen Autos die Panzer behindert, heute ließ es der Zustand der Straße nicht mehr zu, die Panzer auszufahren. Der Asphalt war aufgerissen, Schlagloch reihte sich an Schlagloch, und oft genug wuchsen darin bis zu hüfthohe Büsche.

„60 km/h, wenn wir schneller sind, riskieren wir einen Achsbruch“, erwiderte Leutnant Wittmann, der Kommandant des Spähtrupps. Skorzeny und ein weiterer Kampftaucher fuhren als Passagiere mit. Obwohl sich hinter den Amphibienpanzern ein Lkw verstecken konnte, boten sie nicht allzu viel Platz. Sein Rang sicherte dem Oberleutnant den Platz des Richtschützen im Turm, der Richtschütze und der mitreisende Kampftaucher steckten im Verbindungsgang zum Rückwärtsfahrer, von der Außenwelt abgeschlossen.

Den größten Teil der Ausrüstung Skorzenys transportierte der fliegende Schutzengel, die T2-06, in ihren Frachtabteilen. Der Oberleutnant hatte darauf bestanden, daß die Aufklärungs-Flugscheibe ihr Doppel-MG und eine 100kg-Bombe mitführte, auch wenn das ihre Frachtkapazität reduzierte. Leutnant Voß, der Kommandant des Aufklärers, hatte am Tag zuvor die Route erkundet und Luftaufnahmen angefertigt, die den Panzern nun als Landkarte dienten. Heute begleitete er die beiden Panzer in 50 Metern Höhe, mit der langweiligen Geschwindigkeit der Bodenfahrzeuge.

Der Antrieb der Flugscheiben erlaubte ein bewegungsloses Schweben, langsame Fahrt und ebenso Geschwindigkeiten bis zu 1.000 Knoten innerhalb der Atmosphäre. Im nahen Weltraum erreichten sie noch höhere Geschwindigkeiten, allerdings ließ der Antrieb in den oberen Schichten des Erdmagnetfeldes nach. Theoretisch konnte eine Flugscheibe den Mond erreichen, dort allerdings weder landen noch zurückkehren, da der Antrieb nicht mehr wirkte.

An der amerikanischen Ostküste hatten einmal mehr als 100 Millionen Menschen gelebt, jetzt eilten die Panzer durch ein ausgestorbenes Land. Krankheit, Bürgerkrieg, Hunger und Naturkatastrophen hatten ihren Tribut gefordert, die T2-06 hatte nur vereinzelte Siedlungen gefunden, in denen Menschen überlebt hatten. Sie lagen weiter im Landesinneren, auf fruchtbarem Ackerland, fernab der zerfallenden Städte.

Die Panzer umgingen Philadelphia und erreichten den Delaware. Die Straße verschwand in einem Tunnel, die Panzer zogen es vor zu wassern und den Fluß schwimmend zu überqueren. Dort erlaubte Skorzeny eine viertelstündige Pause, hauptsächlich, um den beiden im Panzer eingeschlossenen Männern die Gelegenheit zu geben, sich ein wenig die Beine zu vertreten.

Kurz vor elf Uhr erreichten die Panzer Washington. Die robusten Reifen zermahlten Skelette, unbegrabene Überreste der Kämpfe des Bürgerkriegs, zumeist Zivilisten, teilweise zerfetzt durch Hohlspitzgeschosse. Gelegentlich mußten die Panzer verrostete Autowracks zur Seite schieben, einmal eine verbarrikadierte Straße mit einer Panzersperre umgehen. Nach einer Dreiviertelstunde erreichten sie ihr Ziel, die „National Mall“, die vom Lincoln Memorial zum Gebäude des Kongreß‘ führte. Skorzeny dirigierte die Panzer zum Smithsonian Museum für Luft- und Raumfahrt. Dort ließ er absitzen und befahl Mittagspause.

Dr. Wohlthat, der einzige Zivilist der Expedition, der auf der T2-06 mitgeflogen war, setzte sich neben den Oberleutnant, mit dem er bisher sehr wenig zu tun gehabt hatte. „Wie fühlen Sie sich im Zentrum einer ehemaligen Weltmacht?“

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