Polen war ausersehen, den egoistischen Zielen Großbritanniens im Sinne des “Gleichgewichtes der Kräfte” zu dienen

erschienen bei Maria Lourdes – Danke an Armeeverkauf

Warschau übernahm in Verkennung der wahren Motive Londons, mit leidenschaftlichem Eifer diese Rolle – und zerschellte. (E. Rozek “Allied Wartime Diplomacy” S. 26.)

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Die Politik des “europaischen Gleichgewichtes” in den Vorkriegsjahren.

Winston Churchill schildert uns in seinen Memoiren in seltener Offenheit die Grundlagen der britischen Außenpolitik vor dem Zweiten Weltkrieg. 

Von vornherein soll danach für den Engländer feststehen, daß jede europäische Großmacht – ganz gleich, zu welcher Zeit, unter welchen Umständen, in welcher Staatsordnung -”aggressiv” ist und von “Tyrannen” beherrscht wird, sobald sie eine gewisse Stärke und innere Festigung erreicht hat.

Auf diesen Voraussetzungen wird ein “Gesetz der Politik” konstruiert, die “Balance of Power”.

Das Mächtegleichgewicht in Europa, eine Doktrin nach dem England nicht nur stets Außenpolitik betrieben und die Uneinigkeit Europas “garantiert”, sondern auch immer über die Völker Recht gesprochen hat. (Quelle: Peter v. Zabuesnig: ”Hitler Privat Balance of Power und Weltkrieg” – S. 60)

Ja, Churchill gibt sogar zu, daß es für ihn -und somit für die britische Politik- keinen Unterschied zwischen dem “Hitler-Regime” und anderen Herrschaftsordnungen der europäischen Geschichte gab. Dieser maßgebende Engländer bezeichnet damit seine eigene “Kreuzzügler”-Rolle als bar jeder Rechtsgrundlage und ethischen Wertbindung. Er gibt darüber hinaus zu, daß die britische Politik seit 400 Jahren nicht nach Recht und Gerechtigkeit, nicht nach Humanität und internationaler Verständigung ausgerichtet war, sondern nach einem selbstherrlichen “Gesetz”, demzufolge alle anderen Staaten je nach Bedarf für tyrannisch, aggressiv und verbrecherisch erklärt werden.

“Seit 400 Jahren hat die Außenpolitik Großbritanniens darin bestanden, sich der  stärksten, aggressivsten, beherrschenden Großmacht auf dem Kontinent entgegenzustellen …Gegenüber Philipp II. von Spanien, gegenüber Ludwig XIV. unter Wilhelm III. und  Marlborough, gegenüber Napoleon und Wilhelm II. von Deutschland … schlossen (wir uns immer) den weniger starken Mächten an, schufen zwischen ihnen eine Verbindung und besiegten damit den militärischen Tyrannen auf dem Kontinent, wer immer er war und welche Nation er auch anführen mochte …Wir müssen bedenken, daß die Politik Englands sich nicht danach richtet, welche Nation die Herrschaft über Europa anstrebt. Es handelt sich nicht darum, ob es Spanien ist oder die französische Monarchie, oder das französische Kaiserreich oder das Hitler-Regime. Es handelt sich nicht um Machthaber oder Nationen, sondern lediglich darum, wer der größte oder der potentiell dominierende Tyrann ist. Wir sollten uns daher nicht vor der Beschuldigung fürchten, daß wir eine pro-französische oder anti-deutsche Einstellung hätten. Wenn die Verhältnisse umgekehrt lägen, könnten wir ebenso-gut deutsch-freundlich und anti-französisch sein …” ( W. Churchill “Der Zweite Weltkrieg” 1. Buch, Bd. 1)

Kein britischer Historiker, keine britische Regierung hat diese Darlegungen Churchills dementiert. Im Gegenteil! Lord Halifax hat sich in seiner Rede vom 30. 6.1939 vor dem Royal Institute of International Affairs im gleichen Sinn geäußert. ( A. Rein “Warum führt England Krieg?)

Genau das gleiche besagt die Denkschrift, die das US-State-Department vor Beginn der Potsdamer Konferenz (Juli 1945) dem Präsidenten Truman zur Unterrichtung über die traditionelle britische “Gleichgewichtspolitik” überreicht hat. (Foreign Relations of the United States: The Conference of Berlin)

Der langjährige oberste Beamte im Foreign Office und spätere diplomatische Chefberater der britischen Regierung, Lord Vansittart, bestätigte ebenfalls:

“Wenn ein solches Dominieren (einer europäischen Kontinentalmacht) hergestellt würde, so würden wir einer Lage konfrontiert werden, die wir uns Jahrhunderte hindurch auf Grund der instinktiven Erkenntnis bemüht haben zu verhindern, daß jede andauernde Hegemonie in Europa dieses Land (England) mit Notwendigkeit auf eine zweitrangige Macht herabdrücken müßte.” (J. Colvin “Vansittart in Office” S. 209)

Churchills Aussage ist eine Demonstration vor der Welt, daß auch beim, sogenannten Zweiten Weltkrieg, die ethischen Grundsätze wie “Schutz der kleinen Nationen”, “internationale Gerechtigkeit”, “Kampf für Freiheit und Demokratie”, “Sicherung gegen Tyrannen” für England nichts anderes waren, als Propaganda-Schlagworte. Es ist grotesk, daß ein Land wie England, das 1939 noch über 40 Millionen qkm verfügte und eine große Anzahl von fremden Völkern beherrschte und zudem die Herrschaft der Meere in Anspruch nahm, sich als “Verteidiger der Rechte der kleinen Völker” und der “freien Welt” aufspielte. Nicht minder grotesk ist, daß diese britischen Politiker einem Volk, das nur 600.000 qkm, also etwas mehr als 1/100 des britischen Landbesitzes, sein eigen nannte, “Weltherrschaftsstreben” vorwarfen – und Glauben fanden!

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