Gaddafi-Millionen: Details über Sarkozys Wahlkampffinanzierung aufgetaucht

erschienen bei Schweiz Magazin – Danke an Yvonne

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Untersuchungen eines französisches Gerichts haben jetzt den Nachweis erbracht, dass der ehemalige Präsident Nicolas Sarkozy mehr als 50 Mio. € als Wahlkampfspende vom gestürzten libyschen Staatschef Muammar Gaddafi erhalten hatte.

Informationen, die auf die Existenz solcher Dokumente hinwiesen, wurden Ende letzten Jahres vom französisch-libanesischen Geschäftsmann Ziad Takieddine enthüllt. Er ist derzeit mit Korruptionsvorwürfen belastet, die Gegenstand von Ermittlungen sind. Ihm wird die Beteiligung an der Geldwäsche zwischen Frankreich und dem Nahen Osten vorgeworfen, an der er seit 20 Jahren beteiligt gewesen ist.

„Ich kann Ihnen Details der Finanzierung des Nicolas Sarkozy Kampagne bieten“ zitiert Le Parisien Takieddine. Er erklärte dem Richter, die Summen würden 50.000.000 € übersteigen. So war auch Sarkozys 2006/7 Kampagne durch Tripolis finanziert. Die Zahlungen gingen auch nach Sarkozys Sieg weiter, gab Takieddine zu.

Takieddine Aussage bekräftigt Vorwürfe von Gaddafis Sohn Saif al-Islam.

Sarkozy hatte die Vorwürfe als „grotesk“ verurteilt.

Er behauptet auch im Besitz von Beweisen dafür zu sein, dass drei Französische Unternehmen in Libyen Verträge für fiktive Dienstleistungen erhalten haben von mehr als 100 Mio. €. Die Protokolle dieser Sitzungen waren im Besitz des ehemaligen libyschen Premierminister Al Baghdadi Mahmoudhi, der jetzt im Exil in Frankreich lebt.

Takieddine wurde festgenommen als er versuchte Geld aus Libyen auf einem privaten Flug im März 2011, während der NATO-geführten Anti-Gaddafi-Kampagne, zu schmuggeln.

Die Vorwürfe brachten den ehemaligen französischen Präsidenten schwer in Verlegenheit, als er zusammen mit dem britischen Premierminister David Cameron eine führende Rolle bei der Anstiftung der völkerrechtswidrigen NATO-Luftangriffe auf Libyen, die zum Sturz Gaddafis im Oktober 2011 führten, spielte.

Es gibt Mutmassungen darüber, dass der französische Geheimdienst für die Ermordung Gaddafis verantwortlich sein soll. War Sarkozy sogar der direkte Auftraggeber des Mordes?

Quelle: Schweiz Magazin

6 Gedanken zu „Gaddafi-Millionen: Details über Sarkozys Wahlkampffinanzierung aufgetaucht

  1. Hoffentlich macht dies jeden Comebackversuch von Sarko zunichte. Die Gaddafis hätten mit diesen Belegen schon viel früher herausrücken sollen. Saif al-Gaddafi hatte ja nur damit gedroht.

    Und was die Clinton betrifft… wurde sie möglicherweise von oben „herausgenommen“, wenn man die widersprüchlichen Gerüchte um ihre diversen Erkrankungen und ihr gleichzeitiges Verschwinden seit Anfang Dezember so verfolgt. Möglicherweise ist sie letztlich über die dubiosen „Bengasi-Morde“ gestolpert.

    1. @ einspruch
      Dankeschön! Diese Meldung hab ich schon vor Wochen mal genauda genauso gelesen – auch die illegalen Gefängnisse sollten quasi monatlich geschlossen werden. Nur kann man solchen Pressemitteilungen der Ratten-PR-Männer nicht ernst nehmen, wie RIA es offenbar tut (vielleicht möchte Rußland auch sein Verhältnis zu den Ratten pflegen, weil gerade die Übernahme libyscher Ölquellen ansteht).
      Ich glaube kaum, daß Zintan Saif (ihren größten Trumpf) herausgeben wird, wogegen Mahmudi und Senussi Gefangene der Al-Kaida sind. Es könnte gut sein, dass der angekündigte Angriff von Misrata auf Zintan nur deswegen noch nicht stattgefunden hat, weil man weiss, daß mit Saif plötzlich ein potentieller Einiger des Landes auf dem Plan stehen würde, wenn die Zintan-Leute ihn freilassen würden. Davor haben die Ratten große Angst…

  2. @jo: schon klar, daß in der Meldung kein wirklicher Neuigkeitswert drinnsteckt – Sowas wird halt erzählt, wenn Journalisten fragen.
    Gadafis größte Schwäche war mMn immer, daß er internationale Politik genauso wie Stammespolitik gehandhabt hat. So dachte er wohl von Sarkozi im Gegenzug für sein Millionengeschenk Loyalität erwarten zu können – und hat so am Ende seine eigene Liquidierung bezahlt (und möglicherweise auch noch das gescheiterte Attentat auf Chaves). Verrückte Welt!

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