Frankreichs Debakel in Mali und Algerien

afrika einarerschienen bei einartysken

Laut neuesten Nachrichten der BBC haben die Algerier die Gasanlage in Amenas nahe der libyschen Grenze gestürmt, wodurch über 400 Algierier und 100 Ausländer aus den Händen der Terroristen befreit wurden. Alle 11 Terroristen seien tot und 7 Ausländer, deren Nationalität aber noch nicht festgestellt sei. Über 20 Ausländer herrscht noch Ungewissheit.

Im Westen ist man empört über den Tod „unschuldiger Menschen“ und versucht, den Algeriern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Aber das ist natürlich wieder einmal eine erbärmliche Heuchelei. Es ist, wie Robert Fisk schreibt: „Wir sind nicht wegen des Massakers an sich empört, sondern weil sich unter den Geiseln Weiße, blauäugige Burschen statt die dunklen, braunäugigen Kerle befinden.“

Die Algerier haben die Aktion genauso durchgeführt, wie sie hunderte Male von den Westmächten und Israel durchgeführt wurden – ohne Rücksicht darauf, ob Geiseln dabei draufgingen oder nicht.
Eines ist in dieser Sache sonnenklar: es handelte sich um einen Rachenakt, weil Algerien Frankreich erlaubte, sein Territorium für die Angriffe in Mali zu überfliegen. Ob das besonders schlau war, lässt sich diskutieren. M. E. wäre es für Algier besser gewesen, sich aus dem französischen neokolonialistischen Abenteuer herauszuhalten und die Grenzen zu Mali zu sichern, damit die Al-Qaida Banden nicht nach Algerien ausweichen können.

Aber in dieser ganzen Mali-Geschichte herrscht ein heilloses Durcheinander. Jeder erfindet und interpretiert wild darauf los, anstatt sich an die Fakten zu halten.

Die Fakten also: Gaddafi hatte ein ganz besonderes Verhältnis zu den Touareg, deren jahrzehntelangen Freiheitskampf für ein unabhängiges Azawad (2/3 von Mali im Norden gelegen) er unterstützte. Als Gaddafi von USRAEL/NATO angegriffen wurde, stellten die Touareg Sondereinheiten zu seinem Schutz auf. Das Gaddafis Armee zum großen Teil aus Touaregs bestand, wie manche schreiben, ist reiner Nonsense.

Als Gaddafi ermordet wurde und die Schlacht um Libyen vorläufig verloren war, setzen sich die Touareg wieder ab in ihre Heimat, die nicht nur den Norden Malis, sondern auch Nordniger, den Süden Algeriens und Westen Mauritaniens umfasst, alles ehemalige französische Kolonien. Die Wirren in Mali nutzte die NMLA aus, um die Unabhängigkeit Azawads auszurufen.

Dann putschte in Mali ein kleiner Hauptmann Sanogo – von den USA gehätschelt und ausgebildet – aber ganz bestimmt nicht ohne Wissen der USA, angeblich, weil der gewählte Marionetten-Präsident nicht hart genug gegen die Touareg durchgriff. Aber Sanogo hatte ebenso wenig Glück mit den Touareg und rief daher Papa Obama zu Hilfe.
Und wie wir wissen, haben die USA schon längst mit AFRICOM ihre eigene Agenda aufgestellt (siehe hier und hier).

Die Liste, die General Wesley Clark schon 2007 bekannt wurde, auf der sieben islamische Länder standen – Irak, Libyen, Libanon, Syrien, Iran, Sudan, Somalia – ist ja inzwischen stillschweigend erweitert worden und zwar u. a. mit Mali, Nigeria und Algerien. In allen diesen Ländern ist die USA eifrig am Wühlen und Destabilisieren. Der Grund ist einfach – schaut euch genau den schon oben genannten Artikel an. Riesige Öllagerstätten genau unter der angestammten Heimat der Touaregs. Aber dazu kommen die 2.-größten Uranlagerstätten der Welt, immense Goldfunde (da liegt Mali nach Südafrika und Ghana an dritter Stelle) sowie Bauxit, Eisenerz, Mangan, Zinn und Kupfer.

Wenn manche Kommentatoren also sich wundern, „warum nur machen sie denn das, wo es doch nichts zu holen gibt in Mali“, so ist auch dies ein kompletter Blödsinn.

WEITERLESEN bei einartysken

 

2 Gedanken zu „Frankreichs Debakel in Mali und Algerien

  1. Ein kluger Artikel zur Lage in Nordafrika!

    Ich würde ich mich hier ganz klar zugunsten der Stämme positionieren,deren wahre Heimat die Wüste ist – den Touareg!

    Die willkürlichen kolonialen Grenzziehungen der Franzosen haben diese Söhne und Töchter der endlosen Sanddünen zerrissen und zu Spielbällen der jeweiligen Marionettenregierungen von Frankreichs und USraels Gnaden gemacht.

    Ein Touareg-Staat kann und darf auf diesem Reißbrett der Bodenschätzesammler und -räuber nicht entstehen,da dann der zukünftige Rohstoffabfluß Richtung Westen gefährdet ist.

    Hollande gebärt sich hierbei wie ein zu kurz gekommener Napoleon,möchte wohl seinen Vorgänger, den Libyen-Sarkozy,übertreffen und in einen neokolonialen Schatten stellen.
    Der Zangenangriff auf Algerien kann danach hier seine Entfaltung finden,wenn die Touareg-„Terroristen“ vernichtet und Al-Kaida Richtung Tschad und Niger abgedrängt ist.

    Es geht um viel Öl und sicherlich auch Gold und Uran.Die Bevölkerung Malis,die hier freudestrahlend über die Rückkehr der Kolonialmacht in die Hände klatscht,wird sich noch wundern,wenn dieser Feldzug den Neuanfang für eine ökonomische Ausplünderung der natürlichen Ressourcen in ganz Nord-Westafrika darstellt.

    Frankreich ist die Vorhut der imperialen Rückeroberung Afrikas unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung.
    Für wie dumm hält man uns eigentlich? Und die Afrikaner erst?

    Gaddafi hätte sich rechtzeitig mit der Atombombe absichern müssen,dann wäre diese Neuauflage der Rekolonialisierung Afrikas nicht passiert.Er war einfach zu gutgläubig und gutmütig gegenüber dieser häßlichen Fratze aus Verrat,Lüge,Mord und Terror,die ,in westlichen parlamentarischen Brutstätten ausgeklügelt und hinterhältig bis ins kleinste Detail zusammengebastelt, als Friedentaube verkauft wird.

    Wer hält diese Wahnsinnigen noch auf,wenn jeglicher Widerstand gegen die NWO als Terror abgetan wird?

    Aus Liebe zu Deutschland

  2. Deutschland schlittert in den nächsten Krieg !
    Man darf auf die nächsten Forderungen gespannt sein .
    Dazu folgender Artikel
    http://www.fr-online.de/politik/krieg-in-mali-ecowas-fordert-deutschen-einsatz,1472596,21507648.html
    Ecowas fordert deutschen Einsatz

    „Franzosen sind unsere engsten Verbündeten“

    Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hält einen Einsatz deutscher Kampftruppen in Mali für möglich. „Die Franzosen sind in Europa unsere engsten Verbündeten. Sollten sie um Hilfe aus Deutschland bitten – das gilt auch für Kampftruppen – könnten wir ihnen diese nicht verwehren“, sagte Kujat der „Bild am Sonntag“.

    Wahnsinn kann man da nur sagen .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.